Sommerferien

Das Kinderdorf endet mit dem Markttag

Zum Abschluss hatten die Jungen und Mädchen des Kinderdorfs am Freitagnachmittag die Gelegenheit, ihre in den vergangenen zwei Wochen hergestellten Sachen zu kaufen. Bei Bianca Drohlshagen etwa gab es Glasblumen.
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Zum Abschluss hatten die Jungen und Mädchen des Kinderdorfs am Freitagnachmittag die Gelegenheit, ihre in den vergangenen zwei Wochen hergestellten Sachen zu kaufen. Bei Bianca Drohlshagen etwa gab es Glasblumen.

Zum Abschluss gab es am Freitagnachmittag mehrere Aufführungen in der Mehrzweckhalle und einen Ausflug in den Klettergarten.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Zwei Wochen war das Areal des Jugendzentrums (JuZe) im Brunsbachtal erfüllt von emsigem Treiben und Kinderlachen. Gut 170 Kinder und 55 Mitarbeiter hatten das Kinderdorf mit Leben gefüllt. Am Freitag endete das Ferienprogramm traditionell mit dem Markttag, an dem die Teilnehmer und Eltern die Erzeugnisse mit ihren verdienten JuZe-Talern, der Kinderdorf-Währung, erwerben und mit nach Hause nehmen durften. Vorab hatten noch die Zirkusartisten und Tänzer eindrucksvoll präsentiert, was sie gelernt hatten.

Mit dabei die Geschwister Jakob, Marlene und Elisa. „Die zweite Woche war ich viel im Zirkus, aber ich habe auch in den Werkstätten gearbeitet“, berichtete Marlene (10). Drei Lohnsteuerkarten hatte sie voll und insgesamt 85 Juze-Taler verdient. Davon konnte sie am Markttag ihre Erzeugnisse aus der Garten-, Seifen- und Video-Werkstatt erwerben und mit nach Hause nehmen. „Ganz toll war die Kreativ-Werkstatt, in der wir Blumen aus Pappröllchen gebastelt haben“, erzählte die Zehnjährige. Ihr Zwillingsbruder Jakob hatte ebenfalls einen Auftritt mit seinen Akrobatik-Flowersticks, für den er viel Applaus erhielt. „Ich war aber auch in der Bogen-Werkstatt und habe mir ein T-Shirt bemalt“, sagte der Zehnjährige. „Es war wunderschön“, versicherte auch Mutter Nina Brendler, die den Auftritt ihrer Kinder verfolgt hatte. Jeden Tag hätten sie sich auf das Kinderdorf gefreut und immer viel zu erzählen gehabt.

Bürgermeisterin konnte ihrWahlprogramm umsetzen

Kinderdorf-Bürgermeisterin Nele Paul hatte in ihrer knapp zweiwöchigen Amtszeit das geschafft, was viele erwachsene Politiker nicht erreichen: Sie hatte ihr Wahlprogramm umgesetzt und unter anderem dafür gesorgt, dass ein neues Blumenbeet im Garten des Jugendzentrums angelegt wurde. „Das hat gut funktioniert, sogar mit Gießkommando“, berichtete Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke, die das Kinderdorf von Beginn an vor acht Jahren koordiniert. Von den Steuergeldern, die wie im echten Leben auch im Kinderdorf einbehalten werden, regte Nele Paul einen Ausflug in den benachbarten Klettergarten an. „Wir haben erstmal alle Kinder gemessen, da sie zum Klettern eine Mindestgröße von 130 Zentimeter haben müssen“, berichtete die Stadtjugendpflegerin.

Damit die Ferienkinder sehen, was mit ihren Steuergeldern geschieht, wurden die JuZe-Taler in einem durchsichtigen Beutel gesammelt und im GHW-Klettergarten an Betreiberin Gundel Ehlis überreicht. So konnten mehr als 100 Kinder am Freitagmittag Klettern gehen, während Beatboxer Carlos die im Dorf verbliebenen Jungen und Mädchen auf dem Außengelände des Bürgerbads bespaßte. Die Mitarbeiter nutzten derweil die Zeit, um die Werkstätten in Marktstände umzubauen und sich auf den Besuch der Eltern vorzubereiten.

Andrea Poranzke war zum letzten Mal dabei

An den Ständen präsentierte sich dann zwischen 15 und 18 Uhr die große Vielfalt und Kreativität der entstandenen Werke: Vom selbst genähten Kissen über Glasblumen und Holzflugzeugen bis hin zu elektronischen Bauteilen reichte die Auswahl.

Für Stadtjugendpflegerin und JuZe-Leiterin Andrea Poranzke geht mit dem Kinderdorf auch eine Ära zu Ende: Sie wird bei der Stadtverwaltung komplett in den Bereich der Wirtschaftsförderung wechseln und im nächsten Jahr nicht mehr als Hauptorganisatorin zur Verfügung stehen. Seit 2014 war sie federführend und immer auch mit viel Herzblut am Kinderdorf beteiligt. Am Freitag verabschiedete sie sich mit Tränen in den Augen und erhielt für ihre Arbeit einen großen Applaus. Auch Bürgermeister Dietmar Persian, der sich in seiner Urlaubszeit während der vergangenen Wochen durch seine Kinderdorf-Kollegin gut vertreten fühlte, dankte Poranzke und allen Mitarbeitern.

Einen noch größeren Applaus bekam nur noch Beatboxer Carlos, der mit seinem Talent und seiner Coolness super bei den Kindern ankam. Er hofft, so wie auch viele Mitarbeiter, Eltern und Kinder, dass es im kommenden Jahr wieder ein Kinderdorf geben wird. „Ich bin zum dritten Mal dabei und möchte auch im nächsten Jahr wiederkommen“, kündigte er an, bevor er die Stimmung noch einmal anheizte.

Ausflüge während der Ferienzeit

Ballonladen: Eine Gruppe aus dem Kinderdorf war zu Besuch im Ballonmeister-Laden von Frank Jeschke an der Montanusstraße. Auf die Ferienkinder wartete ein fröhlicher, kleiner Ballon-Workshop, bei dem sie innerhalb kurzer Zeit und mit entsprechender Anleitung eigene Ballonfiguren basteln konnten.

Klettergarten: Zweimal konnten die Kinderdorf-Kinder den Klettergarten im benachbarten Wald besuchen und sich dort gut gesichert von Baum zu Baum hangeln.

 Lego: Einige Kinder der Lego-Werkstatt haben die fertiggestellte Rollstuhlrampe an die Bergische Buchhandlung übergeben. Die bunten Bauwerke dienen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Auch andere Geschäfte werden mit Baustein-Rampen ausgestattet.

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