Seit 2004 beim Energielieferant

Chef-Wechsel bei BEW-Stromnetzen

Sebastian Kersten (l.) übernimmt die Abteilung Stromnetze der BEW von Mathias Wiemer.
+
Sebastian Kersten (l.) übernimmt die Abteilung Stromnetze der BEW von Mathias Wiemer.

Für Mathias Wiemer war am 6. Mai ein besonderer Tag: Es war der letzte seines aktiven Arbeitslebens.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen/Wipperfürth. Der Start ins Berufsleben war für Mathias Wiemer nicht ganz einfach. Als 16-Jähriger hatte er bei Siemens eine Lehre zum Energieanlagenelektroniker begonnen – ausgerechnet in Wattenscheid. Der bis dato eigenständige Ort war plötzlich zum Stadtteil von Bochum geworden, was viele Wattenscheider nicht gerade mit Wohlwollen aufgenommen hatten. Und dann kam ausgerechnet ein Jugendlicher aus Bochum zu ihnen in die Lehre. . . Wiemer ging dennoch seinen Weg, der abschließend ins Bergische bzw. nach Hückeswagen führen sollte. Am Freitag, endet sein Arbeitsleben. Zumindest der aktive Teil seiner Altersteilzeit, „richtig“ in Rente geht der 63-Jährige, der am 22. Mai Geburtstag hat, in zwei Jahren im Alter von 66.

Nach der Ausbildung ging Wiemer unternehmensintern nach München, wo er das Abitur nachholte, anschließend studierte er an der Fachhochschule Dortmund Elektrotechnik. Danach schlossen sich vier Jahre bei Leybold Heraeus in Köln an, Spezialist für Vakuumtechnik und die Ausstattung von Physik-Räumen. Schließlich landete er im Bergischen, als er beim RWE in Lennep anheuerte. „Nach etlichen Stationen bin ich dann 2004 zur BEW gekommen“, blickt der Wahl-Hückeswagener zurück.

Als Verantwortlicher für die Stromnetze in Hückeswagen, Wipperfürth und Wermelskirchen kümmerte er sich um deren Betrieb, Erneuerung und Erweiterung. Als „Herzensangelegenheit“ bezeichnet Wiemer den Umbau des Netzes weg von den Freileitungen und hin zu unterirdischen Leitungen. Zwei Naturereignisse waren dafür ausschlaggebend: der starke Wintereinbruch 2005 und der Orkan „Kyrill“ 2007, die beide massive Noteinsätze der Monteure zur Folge hatten. Waren doch viele Freilandleitungen zerstört worden, „Unser Ziel war es daher, die Kabel in den Boden zu bekommen, um witterungsunabhängig zu werden“, sagt der 63-Jährige. Das ist letztlich auch gelungen.

Zuletzt gab es im Februar Großeinsätze wegen Stürmen

„Bei 30 Störungen gleichzeitig fragt man sich, wie groß die Mannschaft sein soll“, betont Wiemer. Seitdem die Anzahl der Freilandleitungen jedoch abgenommen habe, sei auch die Anzahl der Störungen gewaltig zurückgegangen. „Das war zum Wohl nicht nur unserer Mannschaft, sondern vor allem zu dem unserer Kunden“, stellt Wiemer klar. Dennoch gab es immer wieder Großeinsätze, wie zuletzt im Februar, als gleich drei Stürme in kurzer Zeit auch im Bergischen wüteten. Als etwa der Hauptsturm „Zeynep“ freitagabends über die Region hinweg zog, waren alle Teams über Stunden im Einsatz – waren doch in den drei Städten etwa 50 Haushalte ohne Strom. „Bis samstagmittags hatten wir sie aber alle wieder am Netz“, berichtet der Abteilungsleiter der Stromnetze nicht ohne Stolz auf „seine“ Mannschaft.

Teilweise hätten sie an zehn Stellen gleichzeitig arbeiten müssen. Aber auch künftig wird es solche Einsätze wohl geben, um die sich nun sein Nachfolger Sebastian Kersten kümmern wird. Während unter der Woche nach Feierabend und am Wochenende immer ein Team – bestehend aus einem Meister und zwei Monteuren, Rufbereitschaft hat – sind bei angekündigten Naturkatastrophen alle etwa 20 Mitarbeiter einsatzbereit. „Dann sind alle Kettensägen geschärft, Notstromaggregate und Reservekanister betankt, Handys geladen und Montagefahrzeuge bestückt“, listet Wiemer auf.

Zu seinen Aufgaben gehörten auch die des Prokuristen. Dazu zählten etwa die Betreuung von Sonderkunden, die Erstellung von Bauplänen, die Budget-Kontrolle sowie die Unterweisung, Schulung und Arbeitssicherheit der Mitarbeiter. „Das ist für uns ein wichtiger Punkt“, betont der 63-Jährige. Denn das seien alles sichere Tätigkeiten, wenn sich alle an die Spielregel hielten. „Daher sind ständige Schulungen auch so wichtig.“

Ende dieses Monats endet die aktive Phase der Altersteilzeit, doch wegen der restlichen Urlaubstage wird sich Wiemer schon heute von seinen Kolleginnen und Kollegen verabschieden. „Ich gehe natürlich auch mit einem weinenden Auge“, versichert er. „Denn mit ihnen habe ich gut zusammengearbeitet, und wir hatten immer Spaß.“ Der Übergang seiner Aufgaben als Abteilungsleiter der Stromnetze sei in den vergangenen zwei Jahren fließend gewesen, so lange arbeiten er und Kersten bereits verantwortlich zusammen.

Für die nächsten Monate hat sich Mathias Wiemer noch nichts Konkretes vorgenommen „Ich freue mich einfach auf die Zeit ohne Ergebniszwang und Zeitdruck“, sagt er. Seine beiden Töchter, die mittlerweile nicht mehr in Hückeswagen wohnen, wolle er nun häufiger besuchen. Eine künftige Aufgabe könnte das Ehrenamt sein: „Es gibt viele Dinge, wo man helfen kann.“

BEW

Gründung: Die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) ist ein kommunaler Energieversorger, der 1953 gegründet wurde. Gesellschafter sind die Kommunen Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen sowie die Rhenag.

Gebiet: Mit etwa 139 Mitarbeitern sorgt die BEW für die Versorgung der gut 92.500 Einwohner von Hückeswagen, Kürten, Wermelskirchen und Wipperfürth mit Strom, Gas und Trinkwasser.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stammgäste schätzen ihre Gaststätte
Stammgäste schätzen ihre Gaststätte
Stammgäste schätzen ihre Gaststätte

Kommentare