Verkehr

Bürger sollen sich am Lärmaktionsplan beteiligen

Dunkelrote und lila-bläuliche Bereiche zeigen die Bereiche, die am stärksten vom Verkehrslärm in Hückeswagen betroffen sind.
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Dunkelrote und lila-bläuliche Bereiche zeigen die Bereiche, die am stärksten vom Verkehrslärm in Hückeswagen betroffen sind. Karte: Daten der Kommunen und des Landes NRW © LANUV NRW, © EBA 2017, © Straßen.NRW, © Geobasis.NRW, © GeoBasis-DE / BKG 2018, © Planet Observer, veröffentlicht unter: www.umgebungslaerm-kartierung.nrw.de/laerm/viewer.htm

Neuralgische Punkte entlang der Hauptverkehrsachsen – Planungsbüro weist auf Dringlichkeit der Ortsumgehung B 237n hin

Von Leon Hohmann

Hückeswagen. Wann kommt die Ortsumfahrung B 237n? Eine Frage, die sich einige Hückeswagener schon seit Jahrzehnten stellen: Die ersten Planungen für die 3,6 Kilometer lange Strecke stammen aus den 1960er Jahren. Gebaut ist sie aber immer noch nicht. Zeitgleich wird sie immer wichtiger, um den Verkehr aus dem Hückeswagener Ortskern herauszuhalten, um für eine bessere Lebenssituation in der Schloss-Stadt zu sorgen. Das macht noch einmal der Entwurf des Lärmaktionsplans deutlich, der ab sofort öffentlich einzusehen ist.

Mit dieser Bürgerbeteiligung sollen die Hückeswagener die Möglichkeit bekommen, sich zum einen ein Bild von den neuralgischen Lärmpunkten zu machen, sagt Stadtsprecher Torsten Kemper. Zum anderen sind die Hückeswagener dazu aufgerufen, bis zum 10. September ihre Anregungen und Bedenken einzubringen, so sieht es ein Beschluss des Stadtrates vom 15. Juni vor. Dazu ist auch eine Bürgersprechstunde (| Kasten) mit einem Mitarbeiter des Planungsbüros Richter-Richard angedacht, das den Lärmaktionsplan für die Stadtverwaltung erstellt hat. Untersucht wurden darin Bereiche, die von mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr frequentiert werden, und welche Maßnahmen zur Lärmminderung getroffen werden können. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Auf freiwilliger Basis wurden auch weitere Lärmschwerpunkte auf dem Hückeswagener Stadtgebiet ermittelt.

Geräuschbelastung kann zu gesundheitlichen Schäden führen

Wer einen Blick auf die verschiedenen Lärmkarten wirft, der stellt schnell fest: Überall dort, wo die großen Verkehrsachsen entlanglaufen, ist es besonders laut. Das sind vor allem die Bundesstraßen 236 und 483, aber auch die L 101 und die Kreisstraßen 5 und 12. Dort liegt die Geräuschbelastung tagsüber bei teils mehr als 70 Dezibel, hat das Planungsbüro berechnet. Ein Wert, der aus der Sicht von Umweltbundesamt und Weltgesundheitsorganisation WHO deutlich zu hoch ist. Sie empfehlen, dass Lärm tagsüber 65 Dezibel nicht überschreiten sollte, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Und um „erhebliche Lärmbelästigung“ zu vermeiden, sollten 55 Dezibel tagsüber nicht überschritten werden.

Die größte Entlastung für den Stadtkern dürfte es geben, wenn die Ortsumgehung B 237n endlich gebaut wird. Aktuell läuft dazu das Planfeststellungsverfahren. „Durch die hohen Verkehrsbelastungen der B 237 auf der Ortsdurchfahrt sind die vorhandenen Gebäude entlang der Straße hohen Beeinträchtigungen durch Lärm und Schadstoffe ausgesetzt“, heißt es daher im Entwurf des Lärmaktionsplans.

Würde der Durchgangsverkehr wegfallen, würde dies den Innenstadtbereich deutlich entlasten. Das Planungsbüro geht dann von nur noch 7000 Fahrzeugen pro Tag durch die Innenstadt aus – bislang sind es rund 15 000. Für die neue Umgehungsstrecke wird ein Verkehrsaufkommen von 14 000 Fahrzeugen prognostiziert.

Umgehungsstraße könnte bis 2030 weit fortgeschritten sein

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 wird die Umgehungsstraße, die Teile der L 68 und K 5 einbeziehen soll, mit der Dringlichkeit „vordringlicher Bedarf“ eingeschätzt. Damit könnte eine Umsetzung der B 237n bis zum Jahr 2030 abgeschlossen sein – oder aber wenigstens damit begonnen worden sein.

Aber auch im innerstädtischen Bereich der bestehenden B 237 soll sich etwas tun, geht aus dem Lärmaktionsplan hervor. Dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Stadtverwaltung. Demnach soll beispielsweise auf dem Stück Ruhmeshalle – Friedrichstraße (Ortseingang bis August-Lütgenau-Straße) ein lärmmindernder Asphalt aufgetragen werden, wenn die Fahrbahn saniert werden muss. Freiwillige Leistungen sind auch für Teile der B 483, der L 68 sowie der K 1 und K 5 vorgesehen.

Diese und weitere Maßnahmen, die im nun öffentlichen Lärmaktionsplan stehen, sollen in den kommenden fünf Jahren dafür sorgen, dass es in Hückeswagen leiser wird. Und wenn dann ebenfalls in fünf Jahren ein neuer Lärmaktionsplan aufgestellt wird, so sieht es eine EU-Richtlinie vor, wird es voraussichtlich weniger neuralgische Punkte geben – und das Vorhaben „Umgehungsstraße“ deutlich vorangeschritten sein.

Bis dahin muss der Entwurf für den Lärmaktionsplan erst einmal vom Stadtrat beschlossen werden. Zuvor werden alle bei der Bürgerbeteiligung eingereichten Stellungnahmen abgewogen und der Entwurf entsprechend angepasst.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Einsicht: Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Lärmaktionsplan läuft bis zum 10. September. Einzusehen ist der Entwurf über die Internetseite der Stadtverwaltung.

www.hueckeswagen.de/laermaktionsplanung

Anmerkungen: Schriftliche Stellungnahmen können bis zum 10. September per E-Mail abgegeben werden.

rutger.boer@ hueckeswagen.de

Bürgersprechstunde: Am Donnerstag, 2. September, wird zwischen 16 und 18 Uhr eine Bürgersprechstunde im Heimatmuseum im Schloss, Auf ´m Schloß 1, stattfinden. Ziel sei es, der Öffentlichkeit die Gelegenheit zu bieten, Fragen zur Lärmaktionsplanung zu stellen, teilt ein Stadtsprecher mit. Ein Vertreter des Planungsbüros Richter-Richard, das den Entwurf des Lärmaktionsplans erarbeitet hat, werde vor Ort sein.

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