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Broschüre soll ratgebend für Senioren sein

Justizminister Peter Biesenbach (r.) und Landrat Jochen Hagt stellten im Gummersbacher Impfzentrum die Kampagne „Kein Anschluss... für Betrüger am Telefon“ vor. Foto: Stephan Büllesbach
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Justizminister Peter Biesenbach (r.) und Landrat Jochen Hagt stellten im Gummersbacher Impfzentrum die Kampagne „Kein Anschluss... für Betrüger am Telefon“ vor.

Justizminister Peter Biesenbach (CDU) aus Hückeswagen machte Werbung für die Kampagne „Kein Anschluss. . .für Betrüger“.

Von Stephan Büllesbach

Diese Masche war so richtig perfide. Denn der Senior aus Wipperfürth hatte den Enkeltrick durchschaut, mit dem ihn ein Betrüger in der vorigen Woche abzocken wollte. Der hatte sich mit den in solchen Fällen üblichen Worten „Weißt du, wer ich bin?“ gemeldet. „Dies ist eine übliche Methode, mit denen Betrüger einen Namen erhalten wollen, unter dessen Legende sie dann um Geld bitten“, teilte Polizeisprecher Michael Tietze mit. So war es auch in diesem Fall, doch der Wipperfürther legte auf.

Eine große Summe Bargeld verlor der Mann trotzdem, weil die Betrüger auf eine weitere Masche setzten: Kurze Zeit später meldete sich ein angeblicher Polizist und berichtete dem Senior, dem Betrüger auf der Spur zu sein. Um ihn zu überführen, sollte er bei einem weiteren Anruf zum Schein auf ihn eingehen. Als der dann tatsächlich kam, wurde ausgemacht, das Geld in einem Briefumschlag in einem Mülleimer zu deponieren. Das tat der Wipperfürther – und der angebliche Polizist rief erneut an, um ihm mitzuteilen, dass der Betrüger festgenommen sei. Erst als der Senior nicht wie versprochen sein Geld zurückerhalten hatte, meldete er sich bei der richtigen Polizei.

Gegen die perfiden Maschen der Betrüger, die mit Enkeltricks, Schockanrufen und falschen Gewinnspiel-Versprechen arbeiten oder sich als falsche Polizisten oder Microsoft-Mitarbeiter ausgeben, wendet sich jetzt die Kampagne „Kein Anschluss . . . für Betrüger“ des Landesjustizministeriums gemeinsam mit dem Landespräventionsrat NRW und der Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“: In allen Impfzentren des Landes liegen dort ab heute, 8. Februar, zum Start der Impfaktionen Aufklärungsbroschüren mit allen Informationen zu den Tricks der Betrüger aus. Gerade Senioren, die jetzt als erste geimpft werden und nach der Injektion mindestens eine halbe Stunde im Wartebereich verbringen sollen, können und sollen sich mit diesen Informationen beschäftigen.

Im Impfzentrum werden viele Senioren mit der Broschüre erreicht

Der Auslageort dort ist aus Sicht von Justizminister Peter Biesenbach genau der richtige Zeitpunkt, um die Senioren mit der Aktion zu erreichen. „Der Enkeltrick und der Polizeibeamtentrick, mit denen insbesondere alte Menschen um ihr Erspartes gebracht werden, sind die verwerflichsten Trickbetrüger-Maschen überhaupt“, betonte der Hückeswagener bei einem Pressetermin im Gummersbacher Impfzentrum. Beim Enkeltrick werde die Sorge altersbedingt schwacher Menschen um ihre nächsten Angehörigen von den Tätern auf übelste Weise ausgenutzt. Und bei dem Polizeibeamtentrick agierten die Täter mit dem Wissen, dass diese Personen ein besonderes Vertrauen der Bevölkerung genießen. Biesenbach: „Damit erleichtern sie nicht nur die Opfer um ihr Geld, sondern erschüttern auch das Vertrauen in diese Institutionen.“

Die Aktion „Kein Anschluss . . . für Betrüger“ soll insbesondere die älteren Menschen erreichen. „Wir wollen dafür sensibilisieren, ganz genau hinzuhören, wenn bei Anrufen Geld oder Einlass in die Wohnung begehrt wird“, sagte Biesenbach. Im Zweifel solle lieber einmal zu oft die Polizei gerufen werden.

In der Broschüre wird jeder Trick im Einzelnen vorgestellt. Auf der gegenüberliegenden Seite kommt ein Opfer zu Wort, das seinen speziellen Fall eindrucksvoll schildert. Hinten befindet sich ein kleiner Umschlag mit fünf handgroßen Karten, auf dessen beiden Seiten noch einmal die Charakteristika der jeweiligen Betrugsmasche in Kurzform nachzulesen sind. „Die sollte man sich am besten neben das Telefon legen“, so Biesenbach.

Durch solche Betrugsmaschen wurde allein in NRW zwischen 2017 und 2019 ein wirtschaftlicher Schaden von mehr als 39 Millionen Euro angerichtet, teilte der Justizminister mit. „Geeignete Opferschutz- und Präventionsmaßnahmen sind daher besonders wichtig.“

Den Wartebereich des Impfzentrums für diese Informationen findet auch Landrat Jochen Hagt optimal, um die Menschen aufzuklären: „Viele alte Menschen werden hier sitzen und können sich informieren – damit sie nicht Opfer einer Straftat werden.“

Infobroschüre

Kampagne: In den landesweit 53 Impfzentren des Landes werden 40 000 Flyer ausgelegt und 110 Plakate in den Wartebereichen aufgehängt.

Broschüren: In der Infobroschüre werden nicht nur die verschiedenen Vorgehensweisen der Trickbetrüger beschrieben, sondern auch zielführende Handlungsanweisungen gegeben, um den Machenschaften zu entkommen.

www.lpr.nrw.de

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