Selbsthilfegruppe für Suchtkranke

Blaues Kreuz macht mit Stand auf seine Arbeit aufmerksam

Ortsgruppe informiert am Wochenende.

Von Heike Karsten

Hückeswagen. Das Hückeswagener Altstadtfest ist ein Treffpunkt für Menschen, die die Geselligkeit lieben und gerne feiern. So auch wieder am kommenden Wochenende. Dabei wird sicherlich auch eine Menge Alkohol fließen. Doch nicht jeder kommt mit diesem Angebot zurecht. Rund zwei Millionen Deutsche leiden unter einer Alkoholabhängigkeit.

Dass es in Hückeswagen eine Selbsthilfegruppe für Suchtkranke gibt, wissen die Wenigsten. Gegründet wurde sie bereits 2008 von Gisela und Siegfried Heinrich. Der Hückeswagener nutzt seit einigen Jahren die Möglichkeit, beim Altstadtfest mit einem Stand auf die Arbeit des Blauen Kreuzes aufmerksam zu machen. „Keiner geht aufs Altstadtfest, um den Stand vom Blauen Kreuz zu suchen. Aber wir möchten zeigen, dass es uns gibt“, sagt Siegfried Heinrich.

Nach zwei Jahren, in denen das Stadtfest aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, freut sich der 70-jährige Hückeswagener, der selbst seit 25 Jahren „trocken“ ist, sehr darauf. Aufgebaut wird der graue Pavillon wieder an der oberen Islandstraße gegenüber dem Kultur-Haus Zach.

Die sogenannte Rauschbrille kann ausprobiert werden

Neben zahlreichem Informationsmaterial gibt es dort auch ein Alkoholmessgerät und die sogenannte Rauschbrille, mit der verschiedene Alkoholpegel simuliert werden können. Die Standbesetzung zu koordinieren, ist jedoch eine Herausforderung. „Nicht jeder ist bereit dazu, sich öffentlich an den Stand des Blauen Kreuzes zu stellen – aus Schamgefühl“, weiß Heinrich aus Erfahrung.

Der Gruppenleiter ist froh, dass seit einem halben Jahr auch die Gruppentreffen in den Räumen der Kreuzkirche, Montanusstraße 6, wieder möglich sind (montags von 19.30 bis 21 Uhr). Ebenso treffen sich die Mitglieder mehrmals im Monat zum gemeinsamen Bogenschießen. Offen sind die Treffen nicht nur für betroffene Suchtkranke, sondern auch für deren Angehörige. Siegfried Heinrich bietet ebenso vertrauliche Einzel- und Paargespräche an. Aus eigener Erfahrung weiß er: Der erste Schritt ist der schwerste. So lautet auch ein Motto vom Blauen Kreuz: „Tun Sie den ersten Schritt, den zweiten gehen wir gemeinsam.“ „Jeder muss seinen Platz finden – zum Glück sind wir im Oberbergischen Kreis gesegnet mit Gruppen“, macht Siegfried Heinrich allen Betroffenen Mut, sich Hilfe zu holen.

Beim Altstadtfest ist der Stand am kommenden Samstag und Sonntag, 10. und 11. September, jeweils von 9 bis 18 Uhr besetzt. Siegfried Heinrich freut sich auf das Interesse der Besucher und natürlich auf die Gespräche.

Informationen zu den Gruppentreffen gibt es bei Gruppenleiter Siegfried Heinrich zudem telefonisch unter Tel. (0 21 92) 9 17 58 15.

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