Bücherei

Bibliothek soll ein Treffpunkt werden

Michaela Schmitz ist seit 1. März die neue Leiterin der Stadtbibliothek.
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Michaela Schmitz ist seit 1. März die neue Leiterin der Stadtbibliothek.

Michaela Schmitz, neue Leiterin der Hückeswagener Bücherei, bringt viele Ideen mit.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Die Reise aus Studien- und beruflichen Gründen durch die halbe Republik hat Michaela Schmitz wieder in ihre Heimatstadt geführt: Die 55-Jährige ist seit zweieinhalb Monaten die Leiterin der Stadtbibliothek. 2019 war sie in die Schloss-Stadt zurückgekehrt, um ihre Mutter zu pflegen.

Nach deren Tod im März vorigen Jahres schaute sich die Literaturwissenschaftlerin auf dem Arbeitsmarkt um und bewarb sich schließlich für die Stelle der Bücherei-Leiterin. „Es hat sich eine Chance ergeben, von der ich nicht gedacht hatte, dass es sie noch gibt“, sagt Michaela Schmitz. Vorschusslorbeeren erhält sie von Alexander Stehl, Fachbereichsleiter Bildung und Soziales bei der Stadt: „Wir haben uns sehr gefreut über die Bewerbung. Sie hat auch schon vieles positiv bewegt.“ So sei Michaela Schmitz etwa medial vielseitig unterwegs.

In der Tat kann die 55-Jährige auf eine Universitäts- und berufliche Karriere verweisen, die prädestiniert erscheint für ihre jetzigen Aufgaben. Aufgewachsen auf dem Fürstenberg, Mitglied des ATV und der Musikschule, Sängerin bei den „Schloss-Spatzen“ und aktiv in der katholischen Gemeinde, studierte sie nach dem Abitur 1985 am St.-Angela-Gymnasium Wipperfürth Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Bonn und 1989/90 in Berlin. Weil es in dieser Zeit schwierig war, in diesem Bereich beruflich Fuß zu fassen, absolvierte die Hückeswagenerin ein Volontariat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. 

„Zu Dinosaurier-Zeiten Mitte der 90er“ rutschte sie in den damals neuen Internetbereich. Sie wurde Expertin für multimediales Training bei betrieblichen Aus- und Weiterbildungen. Darüber kehrte sie als Projektleiterin im Dienstleistungssektor zurück ins Rheinland, war freie Mitarbeiterin beim Rheinischen Merkur, WDR, Domradio und der Deutschlandwelle. Schließlich arbeitete Michaela Schmitz 17 Jahre als Buchkritikerin beim Deutschlandfunk.

Diesen großen beruflichen Erfahrungsschatz will sie nun auch für ihre Arbeit als Bücherei-Leiterin einsetzen. Das kommt der Stadtverwaltung durchaus zupass, soll doch die Stadtbibliothek zu einem Treffpunkt und Ort der Teilhabe werden. „Die Stadtbibliothek ist mehr als ein Ort der Buchentleihe“, sagt dann auch Michael Schmitz. Die Bücherei soll ein Platz für den Austausch von Wissen, für gemeinsames Lernen, zur Inspiration oder zum Treffpunkt werden – „eben zum Wohnzimmer der Stadt“, greift die neue Leiterin den Slogan der Verwaltung auf. Das sind teilweise auch Prozesse, die schon unter Regina Stefer in Gang gesetzt worden waren und die ihre Nachfolgerin konsequent weiterverfolgen will. Wie etwa die Treffen in der Stadtbibliothek.

Ausstellungsraum im Obergeschoss geplant

Michaela Schmitz plant zudem, im Obergeschoss einen Ausstellungsraum einzurichten. Dort sollen etwa Hobbykünstler, der Bergische Geschichtsverein ebenso ausstellen wie Schulen, wenn sie ihre Projektergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren wollen. Auch soll es wieder Veranstaltungen in der Stadtbibliothek geben, was in der Corona-Pandemie eingeschlafen war. So will Michaela Schmitz etwa wieder Klassenführungen anbieten. „Es ist wichtig, dass wir die jungen Menschen ans Lesen bringen“, nennt Stehl eine wesentliche Aufgabe der Stadtbibliothek.

Die kann aber ohne die etwa zehn ehrenamtlichen Helfer nur schwerlich existieren. Die neue Leiterin hofft, weitere Interessen für jeweils etwa zweieinhalb Stunden in der Woche begeistern zu können. „So könnten vielleicht junge Mütter vormittags mal aushelfen“, wirbt sie. Interessenten können sich an Margareta Coenen von der Ehrenamtsinitiative Weitblick melden unter Tel. (0 21 92) 8 84 00, Tel. (01 78) 5 85 38 87 oder per E-Mail an: hueckeswagen@weitblick-obk.de

Treffen in der Stadtbibliothek

Lebenscafé (Trauertreff): Jeder zweite Mittwoch im Monat, 17 bis 18.30 Uhr

Demenzcafé (Selbsthilfegruppe für Angehörige von demenzerkrankten Menschen): Jeder dritte Mittwoch im Monat, 17 bis 18.30 Uhr

Erzählcafé: Jeder erste Freitag im Monat, 11 bis 12.30 Uhr

Reparaturcafé: Jeder erste Samstag im Monat, 10 bis 12 Uhr

Literaturkreis: Jeder erste Mittwoch im Monat, 16 bis 18 Uhr

„Wir sind mehr im Bergischen“: Dienstag, 7. Juni, 6. September und 8. November, jeweils 18.30 Uhr

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