Talsperre

Beverdamm rückt besonders in den Fokus

Autos, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger auf dem Beverdamm – es könnte sich in dieser Badesaison an und rund um die Talsperre wieder „knubbeln“. Die Ordnungspartnerschaft will ein Auge auf die Verkehrssituation haben.
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Autos, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger auf dem Beverdamm – es könnte sich in dieser Badesaison an und rund um die Talsperre wieder „knubbeln“. Die Ordnungspartnerschaft will ein Auge auf die Verkehrssituation haben.

Ordnungspartnerschaft bereitet sich auf die kommende Badesaison vor.

Von Stephan Büllesbach

Hückeswagen. Dass schon wieder Saison an der Bever-Talsperre ist, selbst wenn die Temperaturen noch nicht wirklich sommerlich heiß sind, bemerken die Anwohner seit geraumer Zeit. „Wir haben schon die ersten Lagerfeuer im Wald gesehen“, berichtet Hans-Friedrich Hardt. Das mache allen Angst, „denn wir haben viel Totholz im Wald, und der Boden ist extrem trocken“. Die Waldbrandgefahr wächst somit Tag für Tag. Hardt, seit Gründung der Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre vor 18 Jahren Mitglied dieses Gremiums, bittet daher um verstärkte Motorboot-Streifen in der bevorstehenden Badesaison.

Schon im April hatte sich die Ordnungspartnerschaft zu einer ersten Besprechung in diesem Jahr getroffen, jetzt steht eine weitere an. „Unsere Kooperation ist vorbildhaft für den Oberbergischen Kreis, vielleicht sogar für ganz Nordrhein-Westfalen“, sagt Bürgermeister Dietmar Persian. So habe es bereits eine Anfrage aus der Kreismitte gegeben, wo es Probleme rund um die Agger-Talsperre gibt. Solche sind für die Mitglieder der Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre nicht neu und waren zudem der Grund für die Gründung.

Anfang 2000 war die Situation endgültig eskaliert, als Horden von Bikern, vor allem aus dem Ruhrgebiet, die Wälder rings um die Bever an schönen Wochenenden fast schon zu einer Art Sperrgebiet gemacht hatten: Sie rissen Zaunpfähle der Anwohner heraus, um sie in illegalen Lagerfeuern zu verbrennen. Sie stahlen Schafe, schlachteten sie am Ufer und grillten die Tiere. Sie lieferten sich Saufgelage und Prügeleien. Zudem wurden Rettungskräfte bei ihren Einsätzen bedroht. Schließlich machten die Anwohner 2003 derart Druck vor allem bei der Polizei, dass sich ein Jahr später mehrere Behörden an einem runden Tisch zusammensetzten. Das war die „Geburtsstunde“ der Ordnungspartnerschaft. Seitdem ist es ruhiger und vor allem wieder friedlicher rings um die Talsperre geworden.

Jede Saison bringt neue Probleme.

Bürgermeister Dietmar Persian

„Jede Saison bringt aber neue Herausforderungen und Probleme“, stellt Persian klar. Einen Fokus in der jetzt startenden Badesaison wollen die Partner auf die Parksituation legen, die sich durch den Bau des neuen, drei Kilometer langen Radwegs zwischen dem Beverteich und dem Wanderparkplatz an der Neye-Talsperre verändert hat. Dadurch ist entlang des Neye-Arms zwischen Damm und Oberlangenberg der unbefestigte Seitenstreifen weggefallen, auf dem nach Zählung von Roland Kissau vom Ordnungsamt bis zu 200 Autos abgestellt werden konnten. Dort gibt es nur nahe dem Beverdamm einen kleinen Parkstreifen an der K 5 für gut zehn Autos.

Wer ansonsten in diesem Bereich baden will, hat drei Möglichkeiten: Er kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen oder den im vorigen Jahr neu angelegten Parkplatz an der Wiese nahe der „Zornigen Ameise“ nutzen. Die Stadt hatte ein vier Hektar große Grünfläche erworben, auf der nun wieder ein Parkplatz für bis zu 250 Autos abgetrennt wurde. Geparkt werden kann dort kostenfrei.

Der Bürgermeister setzt derweil große Hoffnungen in den neuen Radweg, dass viele Badegäste nun mit dem Fahrrad zur Bever kommen und das Auto woanders stehenlassen. „Wir wollen ohnehin den Freizeitschwerpunkt auf diese Seite der Bever konzentrieren“, betont er und verweist auf die Westseite mit der Bucht der „Zornigen Ameise“ und den Campingplätzen. Beobachtet werden soll aber auf jeden Fall, wie sich die Besucherströme gerade an den heißen Wochenenden entwickeln. „Wir werden präsent sein“, verspricht er. Denn möglicherweise setzt neben dem erhöhten Aufkommen an Fahrradfahrern auch ein verstärkter Fußgängerverkehr ein, wenn die Badegäste nach dem Abstellen des Autos an der „Zornigen Ameise“ in Ermangelung an Liegeflächen auf die andere Seite Richtung Neye-Arm marschieren.

Allerdings gibt es noch eine zweite Parkalternative: Ab 1. Juni können Autos und Motorräder auch wieder oberhalb von Oberlangenberg auf der Wiese Richtung Schneppenstock abgestellt werden. Platz dort ist für etwa 150 Autos.

Kein Pardon werden die Mitarbeiter der Ordnungsämter von Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth auch in dieser Beversaison an den Tag legen, wenn Fahrzeuge im Halteverbot, in Engstellen und Feuerwehr-Zufahrten abgestellt werden – dann wird es erneut „Knöllchen“ geben. In letzter Konsequenz kommt auch der Abschleppwagen heraus. Im vorigen Jahr war es mit 290 Verwarnungen auf Hückeswagener Gebiet eher beschaulich zugegangen. Das lag laut Kissau aber womöglich auch am „typisch bergischen Sommer“ mit seinen lediglich drei heißen Wochenenden. Im Jahr zuvor waren es dagegen 367 „Knöllchen“ gewesen.

Schon jetzt zu beobachten ist eine weitere Unsitte: Gerade im Bereich des Beverdamms fällt seit einiger Zeit auf, dass viel Müll achtlos auf den Boden geworfen wird. „Dabei haben wir dort mehrere Abfalleimer und sogar Aschenbecher aufgehängt“, betont Helmut Selbach vom Wupperverband. „Schade, dass sie missachtet werden.“ Aktuell hat der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV), der in Hückeswagen die Müllentsorgung im öffentlichen Raum übernimmt, die Leerungsfrequenz an der Bever erhöht. Selbach appelliert dennoch an alle Bever-Besucher, den Müll nicht einfach in die Gegend zu werfen.

Hintergrund

Die Ordnungspartnerschaft Bever-Talsperre wurde am 3. April 2004 gegründet, um Freizeit, Umweltschutz und Wasserwirtschaft unter einen Hut zu bringen. Mit im Boot sitzen der Oberbergische Kreis, die Städte Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth, der Wupperverband, das Regionalforstamt, die Polizei sowie Anwohner.

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