Eiserne Hochzeit

Beim Waldspaziergang funkte es

Seit 65 Jahren sind Edmund und Annette Biekowski verheiratet. Im Familienkreis wird das Jubiläum am 6. August gefeiert.
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Seit 65 Jahren sind Edmund und Annette Biekowski verheiratet. Im Familienkreis wird das Jubiläum am 6. August gefeiert.

Edmund und Annette Biekowski feiern die Eiserne Hochzeit.

Von Claudia Radzwill

Radevormwald. Edmund und Annette Biekowski sind am 3. August 65 Jahre verheiratet. „Man muss dankbar sein für diesen besonderen Tag“, sagt Edmund Biekowski. Dazu hat er einen kleinen Spruch parat: „Es ist ein Geschenk die Eiserne Hochzeit zu erleben, deshalb soll es eine Feier im Kreise lieber Menschen geben.“ So wollen er und seine Frau es auch halten. „Wir werden im Familienkreis feiern, im Gemeindehaus in Herkingrade“, erzählt das Paar. Klein ist der Kreis allerdings nicht. „Bei fünf Kindern, die uns elf Enkel schenkten und 13 Urenkeln kommen einige Gäste zusammen“, sagt Annette Biekowski – und verrät, dass sich das Ehepaar derzeit auf Urenkelchen Nummer 14 freut.

Kennengelernt hat sich das Paar in Bad Godesberg. „Ich war mit meiner Freundin Edeltraut in der Jugendherberge“, erzählt die Jubilarin. Dort tauchte Edmund auf – der Bruder ihrer Freundin. „Meine erste Reaktion war: Was macht er hier? Doch wir waren uns sofort sympathisch.“ Bei gemeinsamen Spaziergängen durch die heimischen Wälder haben sie sich verliebt.

Am 3. August 1957 hat sich das Paar in der Kirche St. Marien das Ja-Wort gegeben.

Am 3. August 1957 wurde geheiratet, die kirchliche Trauung fand in der Kirche St. Marien statt. Sohn Michael wurde geboren. Dagmar, Sabine, Sylvia und Wolfgang folgten. „Wir hatten nicht viel Geld. Meine Frau hat den Mädchen selbst hübsche Kleider genäht“, blickt Edmund Biekowski zurück. „Onkel und Tante waren Schneider, die brachten mir viel bei,“ ergänzt sie.

Edmund Biekowski ist in der Bergstadt als Urgestein der Kommunalpolitik bekannt. Er gehörte Anfang der 1970er Jahre zu den „jungen Wilden“ im Rat. Dort musste man auch mal stimmgewaltig dagegen halten. „Dafür war ich bekannt“, sagt Edmund Biekowski mit einem Augenzwinkern. Auch wenn er mit dem Alter ruhiger geworden ist, das raumfüllende Stimmorgan hat er heute noch, wie seine Frau bestätigt: „Er kann nicht anders.“ Ende der 1960er Jahre kandidierte Biekowski erstmals für die Rader CDU in den Wupperorten – am damaligen Wohnort der Familie. Die Politik hat ihn fortan nicht losgelassen. Von 1973 bis 2003 war er Vorsitzender der Rader CDU. Er saß im Stadtrat und im Kreistag. Von 1970 bis 2005 war er Schöffe an Amts- und Landgerichten. Da blieb kaum Zeit für den Hauptberuf bei der Deutschen Bundesbahn. „Die Bahn stellte mich für die kommunalpolitischen Tätigkeiten frei“, sagt Biekowski.

Er war viel unterwegs. Die Familie war Annette Biekowskis Bereich. „Da habe ich mich um alles gekümmert“, sagt sie und ergänzt mit einem warmen Lächeln: „Unsere Kinder waren und sind mit das Schönste im Leben.“ Zuhause blieb die Politik draußen. Zeit für die Kinder hatte der Papa aber im Urlaub. Da wurde viel gewandert. „Im Schwarzwald ging es von Jugendherberge zu Jugendherberge“, berichtet der Jubilar. Später war das Paar oft mit dem Wohnmobil unterwegs – dreimal sogar bis zum Nordkap. Edmund Biekowski hat dort auch 3000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. In die Pedale trat er gern – auch Rades Partnerstadt Châteaubriant hat er mit dem Fahrrad angesteuert. „Ich bin mit meinem Sohn mit dem Wohnmobil hinterhergekommen“, erzählt seine Ehefrau. Nach einer Herz-OP 2012 musste Edmund Biekowski das Radfahren aufgeben.

Gereist ist das Paar zusammen auch nach Afrika und Ägypten. Wo es geht, reist man auf Schienen – da kommt der Eisenbahner hervor. „Auch nach Capri wurde der Zug genommen“, erzählt Biekowski. „Es ist mein Lieblingsort“, verrät seine Frau. Trotz großer Reisen: Besonders im Gedächtnis bleiben die kleinen Anekdoten der Familienurlaube. Im Allgäu war das Ehepaar samt zwei Enkeln mit dem Faltboot unterwegs und lief auf Grund auf. „Wir zwei sind dann aus dem Boot ausgestiegen. Der Schwiegersohn am Ufer sagte: Da laufen zwei übers Wasser – wie Jesus. Was unsere Tochter trocken kommentierte: ‚Wenn Leute übers Wasser wandeln, können das nur meine Eltern sein.‘“ Darüber müssen sie heute noch herzlich lachen.

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