Auszubildende bauen Hochstand auf

Gemeinsame soziale Arbeit (v. l.): Harald Woischwill, Bastian Neubert (Bogenprojekt), André Rohrbach (Hofgemeinschaft Purd), Jan Luca Struck, Thomas Gortner (Bogenprojekt), Michael Lazik (Bogenprojekt), Nora Vogel, Hans-Jürgen Brehm und Emil Lüers. Oben auf dem Hochstand, der gleich aufgebaut werden soll, steht Till Kools.
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Gemeinsame soziale Arbeit (v. l.): Harald Woischwill, Bastian Neubert (Bogenprojekt), André Rohrbach (Hofgemeinschaft Purd), Jan Luca Struck, Thomas Gortner (Bogenprojekt), Michael Lazik (Bogenprojekt), Nora Vogel, Hans-Jürgen Brehm und Emil Lüers. Oben auf dem Hochstand, der gleich aufgebaut werden soll, steht Till Kools.

Beim „Azubi Social Day“ waren fünf junge Männer und Frauen des Energieversorgers BEW mit dabei.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Hückeswagen. Es ist ein kühler, aber schöner Herbstmorgen. In der Luft liegen noch letzte Reste morgendlichen Nebels, der sich in der Purd besonders hartnäckig hält. Dort ist die Hofgemeinschaft, die vom Wuppertaler Verein alpha betrieben wird. Die Bewohner, die alle an psychischen Erkrankungen leiden, sind noch nicht da – und doch herrscht auf dem Hof schon reger Betrieb. Denn heute sind fünf Azubis des Energieversorgers BEW auf den Hof gekommen, um sich beim 5. Azubi Social Day der IHK Köln für die gute Sache zu engagieren. 150 junge Frauen und Männer sind aus elf Unternehmen in Oberberg unterwegs, um in 13 Einsatzorten einmal für einen Tag außerhalb des eigentlichen Berufsfeld tätig zu werden.

Der Hauptteil der Arbeit findet auf dem 3D-Bogenparcours statt. „Wir haben diesen Parcours hier im Wald schon seit einigen Jahren und wollten schon immer ein bewegliches Ziel und einen Hochsitz haben“, sagt Hans-Jürgen Brehm, der das Arche-Bogenprojekt betreut. Jetzt habe man den Azubi Social Day zum Anlass genommen, um genau das umzusetzen. „Das ist unser Ziel für den Vormittag, am Nachmittag werden die junge Frau und ihre vier Mit-Auszubildenden dann die Hofgemeinschaft ein wenig näher kennenlernen“, sagt Brehm.

Die zwölf Bewohner aus dem Wohnheim sowie vier weitere, die im angegliederten Betreuten Wohnen leben, würden ebenfalls später dazukommen. „Sie haben aber einen ganz festen Tagesrhythmus, den wir nicht stören wollen“, sagt Brehm. In der Hofgemeinschaft Purd leben Menschen mit ganz unterschiedlichen psychischen Erkrankungen, sagt Mitarbeiter Artjom Luginin. „Es geht vor allem darum, den Menschen Tagesstruktur zu bieten. Dabei haben sie ganz unterschiedliche Erkrankungen – teils auch richtig schwerwiegende. Allerdings sind sie medikamentös bereits so stabil eingestellt, dass sie weitgehend selbstständig zurechtkommen“, sagt Luginin. Tagesstruktur sei das wichtige Schlagwort – und das werde in der Hofgemeinschaft vor allem durch die Arbeit mit den Tieren oder im hauswirtschaftlichen Bereich geboten. Dazu kämen auch Angebote wie eben das Bogenschießen.

Kontakt kam durch eine Spende zustande

Den Kontakt zwischen BEW und Hofgemeinschaft habe es bereits von einer vorherigen Spende gegeben, „Wir haben vor einiger Zeit eine Spende bekommen, mit der wir eine neue Waschmaschine anschaffen konnten“, sagt alpha-Mitarbeiter Harald Woischwill. In der Folge sei der Energieversorger mit der Frage auf sie zugekommen, ob man am Azubi Social Day zusammenarbeiten könne.

Emil Lüers ist 20 Jahre alt und kommt aus Wipperfürth. Wie seine drei Mit-Azubis, Jan Luca Struck, Nora Vogel und Till Kools, macht auch er seine Ausbildung zum Industriekaufmann. Etwas später werde noch ein fünfter Auszubildender dazustoßen, der seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker mache.

„Wir werden gleich vor allem den Hochsitz auf dem Gelände des Bogenparcours aufbauen, damit von oben auf ein bewegliches Ziel mit dem Bogen geschossen werden kann. Ich finde den Azubi Social Day sehr gut, weil man so einmal ein wenig in den sozialen Bereich hineinschnuppern kann – der ja im kaufmännischen nicht typisch ist“, sagt Lüers. Er finde es auch sehr gut, dass sein Arbeitgeber BEW dieses freiwillige Angebot unterstütze. Anfang Juli habe es ein Vortreffen in der Hofgemeinschaft gegeben, sagt Struck. „Ich habe dann erstmals von alpha und der Hofgemeinschaft gehört“, sagt der Frielingsdorfer. Bei dem Vortreffen habe man gemeinsam überlegt, was genau am Azubi Social Day gemacht werden könne.

Nora Vogel werde sich gleich vor allem um die Zielscheiben kümmern. „Die müssen wohl erneuert und restauriert werden“, sagt die junge Frau aus Radevormwald, die gerade erst ihre Ausbildung begonnen hat.

Für Till Kools sowie seine beiden Mit-Auszubildenden Struck und Lüers ist es hingegen nicht die erste Teilnahme am Azubi Social Day. „Wir waren im Vorjahr beim Haus Drei Birken, einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen der Lebenshilfe in Hückeswagen. Dort haben wir eine große Wandfläche so grundiert, dass die Bewohner am nächsten Tag dort einen großen Baum aufmalen konnten“, sagt der Wipperfürther.

Hintergrund

Der Azubi Social Day findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Er wird von der IHK Köln im Rahmen der Industrieakzeptanzoffensive angeboten. Im Oberbergischen sind 150 junge Frauen und Männer mit dabei, die ihre Ausbildung in elf Unternehmen in der Region machen.

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