Beschluss

Anwohner wehren sich gegen die Erschließung

Aufstellungsbeschluss für das „Wohngebiet Brunsbach“

Von Brigitte Neuschäfer

Hückeswagen. Wenn offiziell vom „Wohngebiet Brunsbach“ gesprochen wird, klingt das nach mehr, als es tatsächlich ist, weil: Letztlich geht es um nur drei Mehrfamilienhäuser, die auf dem Gelände der ehemaligen Metallwarenfabrik Sessinghaus in Brunsbach direkt an der B 237 gebaut werden sollen. Insgesamt 24 Wohnungen sind auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück geplant und außerdem eine Tiefgarage für die Bewohner. Trotz der städtebaulichen Überschaubarkeit des Neubauprojekts am Rand der Innenstadt und auf ohnehin schon versiegelter Fläche ist der Sturm der Entrüstung darüber groß, wenn auch nur in der Nachbarschaft. Das zeigte sich in der ersten Sitzung des Planungsausschusses nach der Sommerpause.

Als Zuhörer waren rund 20 Anwohner vor allem der Ewald-Gnau-Straße gekommen, die sich allerdings nicht auf die Zuhörer-Rolle beschränkten. Sie nutzten die Fragestunde für Einwohner zu Beginn der Sitzung, um auf dem Umweg über eher rhetorische Fragen ihren Bedenken und ihrem Protest gegen das Bauvorhaben Aus- und Nachdruck zu verleihen. Der Hintergrund: Das kleine Baugebiet soll nach bisherigen Plänen über die Ewald-Gnau-Straße erschlossen werden, weil eine direkte verkehrliche Anbindung an die Bundesstraße rechtlich nicht zulässig ist. Das wäre sie nur, wenn das Grundstück noch innerhalb der geschlossenen Ortschaft läge und eben nicht ein paar Meter davon entfernt.

Verwaltung will Alternative prüfen

Die Anwohner der Ewald-Gnau-Straße verweisen nun darauf, dass „ihre“ Straße für mehr Verkehr und als Durchgangsstraße nicht ausgebaut sei, weil zu schmal, abschüssig und ohne Bürgersteig. Außerdem befürchten sie, dass die geplanten 26 Stellplätze in der Tiefgarage des Neubauprojekts nicht ausreichen für 24 neue Wohneinheiten und dadurch mehr ruhender Verkehr vor ihre Haustüren dränge, wo der freie Raum schon jetzt begrenzt ist.

Ein inzwischen erarbeitetes Verkehrsgutachten eines Fachbüros entkräftet diese Sorgen, aber die verärgerten Anwohner zweifeln das Gutachten an. Demnach ist auf 24 Stunden hochgerechnet nur mit knapp 140 Fahrzeugen mehr auf der Ewald-Gnau-Straße zu rechnen, in Stoßzeiten mit sieben bis acht Autos mehr pro Stunde. Nach den gesetzlichen Richtlinien könne die Straße noch eine deutlich höhere Verkehrsbelastung verkraften.

Die Anwohner glauben dem Gutachter nicht und unterstellen falsche Grundannahmen. Sie werden im weiteren formalen Verfahren noch ausführlich Gelegenheit haben, ihre Bedenken und auch konkrete Anregungen vorzubringen. Den Startschuss für dieses Verfahren setzte der Fachausschuss mit dem einstimmig gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan. Er unterstrich damit, dass die Politik, wie auch die Verwaltung, das Bauvorhaben ausdrücklich begrüßt, weil in der Innenstadt Wohnraum fehlt.

Die Verwaltung will nun aber prüfen, ob und wie eine Erschließung des kleinen Wohngebiets über die August-Lütgenau-Straße und am Bolzplatz vorbei als Alternative möglich ist. Damit greift sie eine Anregung der Bürger auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Es gibt sechs neue Hospizbegleiter
Es gibt sechs neue Hospizbegleiter
Es gibt sechs neue Hospizbegleiter
Es gibt einen Neubau oder einen Umbau
Es gibt einen Neubau oder einen Umbau
Es gibt einen Neubau oder einen Umbau
Schaustellergewerbe erholt sich nur langsam
Schaustellergewerbe erholt sich nur langsam
Schaustellergewerbe erholt sich nur langsam
Frischer Wind weht in der Kolpingsfamilie
Frischer Wind weht in der Kolpingsfamilie
Frischer Wind weht in der Kolpingsfamilie

Kommentare