Winter

Anwohner sind in der Räumpflicht

Versicherungsexperte gibt Tipps.

Eis, Schnee und gefährliche Glätte bestimmen seit einigen Tagen das Straßenbild. So mancher mag sich nun fragen, welche Versicherungen bei möglichen Schäden zuständig sind, wenn Gehwege zur gefährlichen Rutschbahn für Passanten geworden sind. Die Satzung der Stadt Hückeswagen schreibt vor, dass die Bürgersteige morgens und abends von Schnee und Eis frei zu räumen sind. Wenn es aber zum Unfall kommt, weil der streupflichtige Anwohner versagt hat, geht es um den Schadensersatz.

„Das kann den Eigentümer oder den Mieter treffen, den Hausmeister oder sonst jemanden, der mit der Verkehrssicherungspflicht der Wege beauftragt war“, betont der Hückeswagener Karl-Jürgen Huhn, Sprecher des Bezirks Bergisch Land im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Die Spannweite des Schadensersatzes sei dabei groß: Sie reicht von der Reinigung eines verschmutzten Mantels bis zur lebenslangen Rente im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

„Dann sind die privaten Haftpflichtversicherungen der Räumpflichtigen gefordert“, erläutert Huhn. Sie sehen sich zuerst die Uhrzeit des Unfalls an und was die jeweilige Ortssatzung dazu meint. „Danach will man wissen, ob den Versicherten ein Verschulden trifft. Wenn ja, zahlt die Versicherung für ihn, wenn nicht, wehrt sie den Anspruch eines Geschädigten ab.“

Eine oft unterschätzte Nebenfolge der plötzlich einsetzenden Minustemperaturen sind auch zugefrorene und gerissene Wasserleitungen in nicht geheizten und leerstehenden Gartenlauben oder Schuppen. In der kalten Jahresperiode verlangen deshalb die Wohngebäude- und Hausratversicherungen in nicht ständig genutzten Wohnungen oder Häusern das Absperren der außenliegenden Wasserleitungen. „Stellen die Versicherungen Gleichgültigkeit und Untätigkeit des Hauseigentümers als Obliegenheitsverletzung fest, können sie die Zahlung mindern“, betont Huhn.

Auch bei Autofahrern sei jetzt erhöhte Vorsicht angesagt, weil sich die Unfallgefahr durch glatte Straßen erhöht. Außerdem sollten vor Fahrtantritt die Pkw-Scheiben eisfrei sein, um einen klaren Durchblick zu erlauben. „Passiert nämlich aufgrund einer eingeschränkten Sicht ein Unfall, können die Kfz-Versicherer dies als grobe Fahrlässigkeit werten und ihre Entschädigungsleistung einschränken“, betont der Experte. -büba-

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