Verkehr

Äußere Ortsumgehung ist noch in weiter Ferne

Hier, an der Einmündung der K 5 auf die B 237 soll einer der drei Kreisverkehre hin. Den fordern viele Hückeswagener schon jetzt, weil es dort häufig zu – mitunter auch schweren – Unfällen kommt.
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Hier, an der Einmündung der K 5 auf die B 237 soll einer der drei Kreisverkehre hin. Den fordern viele Hückeswagener schon jetzt, weil es dort häufig zu – mitunter auch schweren – Unfällen kommt.

Gut 100 Hückeswagener waren zum Infoabend in die Realschule gekommen.

Von Stephan Büllesbach

Für den Witz des Abends sorgte Thomas Raithel. Als der Leiter der Regionalniederlassung Rhein-Berg des Landesbetriebs Straßen NRW bei seiner Begrüßung von einem „etwas älteren Projekt“ sprach, sorgte das für Gelächter im Publikum. Denn geplant wird an der B 237n – wie die äußere Ortsumgehung einmal heißen soll – bereits seit mehr als 50 Jahren. Bianca Höfinghoff, die Abteilungsleiterin Planung, ordnete in ihrem Vortrag die Kernpunkte ein. Dazu zählten die Ausgestaltung der äußeren Ortsumgehung mit Kreisverkehren, Parallelstraßen und Rad-/Gehwegen ebenso wie die rechtlichen Hintergründe und der aktuelle Sachstand im Baurechtsverfahren.

Die Rahmenbedingungen: 2008 wurde das Planfeststellungsverfahren für die B 237n eingeleitet, und in diesem Status verharren die Planungen weiterhin. Immerhin steht die äußere Ortsumgehung weiterhin als Maßnahme im vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan. Zurzeit werden in der Gummersbacher Regionalniederlassung Rhein-Berg die Planungsunterlagen aktualisiert, die mit Gutachten und den landespflegerischen Unterlagen spätestens zu Jahresbeginn an die Bezirksregierung Köln zur Prüfung geschickt werden solle.

Was die B 237n erreichen soll: Bianca Höfinghoff listetet vier Ziele der äußeren Ortsumgehung auf. So soll sie zur „leistungsfähigen Verbindungsachse“ als Ost-West-Verbindung zwischen dem Oberbergischen und dem Märkischen Kreis sowie als Nord-Süd-Verbindung in Oberberg werden. Vor allem aber soll sie die Hückeswagener Innenstadt entlasten und dazu beitragen, dass die Unfallhäufungsstelle in Westenbrücke – die Einmündung der K 5 auf die B 237 – durch einen Kreisverkehr beseitigt wird. Vorgesehen ist auch ein Radwegekonzept.

Was geplant ist: Auf der 3,75 Kilometer langen Trasse auf der heutigen K 5 und einem Teilstück der L 68 sollen Kurven entschärft und ein sicheres Überholen bergauf zwischen Stahlschmidtsbrücke und Altenholte ermöglicht werden – in diesem Bereich ist eine etwa 600 Meter lange Überholspur geplant. „Dafür wird die Böschung angeschüttet werden müssen“, erläuterte Bianca Höfinghoff. Muss dort doch eine dritte Fahrbahn errichtet werden.

Von der Einmündung Stahlschmidtsbrücke hoch bis Altenholte soll auf etwa 600 Metern eine Überholspur gebaut werden.

Auch sollen Radfahrer entlang der B 237n sicher fahren können – ohne, dass sie auf deren Fahrbahn radeln müssten. Dafür sind ein kombinierter Rad-Gehweg sowie Parallelstraßen, die zu den Häusern entlang der Trasse führen, geplant. Konkret heißt das: Von Kammerforsterhöhe bis zum Wasserspeicher unterhalb von Westhoferhöhe wird ein 2,50 Meter breiter Rad-Gehweg angelegt. Bis Röttgen führt eine Parallelstraße, abgelöst von einem weiteren Rad-Gehweg bis Grünestraße /Sohl. Bis Posthäuschen wird erneut eine Parallelstraße gebaut, ehe ein weiterer Radweg an den vorhandenen an der B 237 in Westenbrücke angeschlossen wird.

Weiterhin geplant sind drei Kreisverkehre: in Kammerforsterhöhe, in Westhoferhöhe und in Westenbrücke/Kobeshofen. Bei letzterem gab es umgehend eine Anfrage aus dem Publikum.

Ob dessen Bau nicht vorgezogen werden könnte?, wollte jemand wissen. Dazu stellte Bianca Höfinghoff einmal mehr klar, dass die äußere Ortsumgehung ein Gesamtprojekt ist, das auch in Gänze genehmigt werden muss. Dass ein Kreisel in Westenbrücke errichtet wird, bevor die B 237n Baurecht hat, sei nicht möglich.

Was die Zuschauer sagten: „Da kriegste doch die Wut, jetzt bauen die wieder eine Raserstrecke“, echauffierte sich ein Hückeswagener. Damit sprach er die Pläne an, dass die B 237n für eine Geschwindigkeit bis 100 Kilometer pro Stunde ausgebaut wird. Dazu versicherte Bianca Höfinghoff auf Anfrage unserer Redaktion: „Das ist die Entwurfgeschwindigkeit. Wie die Straße aber einmal beschildert wird, liegt in der Verantwortung der Straßenverkehrsbehörde.“ Die Abteilungsleiterin Planung geht davon aus, dass die B 237n an einigen Stellen Tempobeschränkungen erhalten wird.

Viele Hückeswagener warten seit Jahrzehnten auf die Realisierung der äußeren Ortsumgehung – wie Hans-Jürgen Pyka. Der Rentner war sich auch nach den Informationen durch den Landesbetrieb sicher: „Das werden wir nicht mehr erleben.“ Dabei werde seit 1970 geplant. „Alle Städte im Umkreis haben bereits Umgehungsstraßen, nur bei uns in Hückeswagen tut sich nichts.“

Wie es weitergeht: Wenn die aktualisierten Unterlagen bei der Bezirksregierung Köln vorliegen, wird diese voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 die Pläne offenlegen. Interessierte haben dann vier Wochen Zeit, sich diese anzuschauen. Reicht jemand eine Klage ein, verzögert sich das Projekt weiter. Falls es keine Einwendungen gibt, könnte ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss für Baurecht sorgen.
    In diesem Fall würden beim Landesbetrieb in Gummersbach die Planungen für den Bau der Trasse ebenso beginnen, wie die Verhandlungen zum Grundstückserwerb. Danach könnten tatsächlich die Baufahrzeuge anrollen. Aber wann das sein wird, ist aktuell nicht absehbar. „Ein Datum zu nennen wäre Kaffeesatz-Leserei“, betonte Bianca Höfinghoff.

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