Ärger über unsachgemäße Kleiderspenden

Die zweite Vorsitzende Christina Schmitz ist in der Kleiderkammer für alles verantwortlich. Ihrem Kennerblick entgeht nichts. Foto: Stephanie Arens-Licciardi
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Die zweite Vorsitzende Christina Schmitz ist in der Kleiderkammer für alles verantwortlich. Ihrem Kennerblick entgeht nichts.

Ehrenamtliche haben bei der Christlichen Islandtafel zusätzliche Arbeit

Von Stephanie Arens-Licciardi

Christina Schmitz sortiert Kleidungsstücke aus Koffern und Säcken auf dem Holztisch. Voller Konzentration ist die zweite Vorsitzende der Christlichen Islandtafel in der Kleiderkammer bei der Sache; ihrem Kennerblick entgeht nichts. „Oberteile, Hosen oder Kleidungsstücke, die nicht mehr zu verwenden sind, werden aussortiert.“ Resolut entsorgt die Ehrenamtlerin ein am Kragen löcheriges T-Shirt. Kopfschüttelnd meint sie: „Was hier manchmal abgegeben wird, ist unglaublich.“

Immer donnerstags ab 11 Uhr öffnet die Kleiderkammer der Christlichen Islandtafel ihre Pforten. Für kleines Geld, so Christina Schmitz, bietet der Verein Kleidungsstücke für Klein und Groß an. Was keinen Platz findet, wird an zwei Missionen, der Missionsgesellschaft Meinerzhagen und der Auslandshilfe des Bundes Freie Evangelische Gemeinden im Westerwald weitergegeben.

Oft werden die Spenden unzureichend verpackt abgelegt

„Einmal in der Woche holen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Kisten ab und diese werden dann nach Osteuropa weiterverteilt, wo die Not noch viel größer ist.“ Auch Schuhe, Accessoires, Schuhe oder Kuscheltiere verpackt Schmitz in bereitstehende Kisten. „Wir machen uns oft kein Bild davon, wie groß die Armut in diesen Ländern ist“, meint sie. „Dort gibt es kein Sozialnetz, in das die Menschen wie bei uns fallen, sondern es geht ihnen noch viel schlechter.“

Seit 2007 ist Schmitz ein Teil des 30-köpfigen Teams in der Bachstraße 6. „Da es mir im Leben immer gut ging, hatte ich das Bedürfnis, etwas zurückzugeben und für die Menschen etwas zu tun, denen es selbst nicht so gut ging und geht.“

Die Kleiderkammer ist Schmitz´ Steckenpferd. Was sie besonders ärgert: Oftmals gut gemeinte Spenden werden einfach vor der Tür abgelegt, abseits der Öffnungszeiten, und dann oft unzureichend verpackt. „Ein anderes Phänomen sind beschmutzte, muffige oder nicht mehr zu tragende Kleidungsstücke“. Von benutzter Unterwäsche über schlammverkrusteten Schuhen, „es war schon alles Mögliche dabei.“

Mit ihrem Team möchte sie in Zeiten von Upcycling-Gedanken für ein besseres Bewusstsein sorgen. „Die Menschen sollten sich im Vorfeld überlegen, ob sie verschmutze oder beschädigte Kleidung sowie durchnässte Turnschuhe tragen würden.“ Und weiter: „Wir bitten dringend darum, sich mit uns im Vorfeld in Kontakt zu setzen, wenn es um Spendenabgaben geht.“

Die Kleiderkammer der Christlichen Islandtafel hat donnerstags von 11 bis 14.30 Uhr geöffnet. Spenden werden nur nach telefonischer Voranmeldung zu den Öffnungszeiten entgegengenommen.

christliche-islandtafel.de

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