Spiel- und Aktionsstände

1000 Kinder machen den Samstag zu ihrem Tag

Petra Kaiser gestaltete mit ihrem Enkel Elias (6) Glasmalerei – nur eines der vielen Angebote, die in der Innenstadt für die kleinen Besucher bereitstanden.
+
Petra Kaiser gestaltete mit ihrem Enkel Elias (6) Glasmalerei – nur eines der vielen Angebote, die in der Innenstadt für die kleinen Besucher bereitstanden.

37 Spiel- und Aktionsstände gab es beim Weltkindertag – Stempelkarten mussten mehrfach nachgedruckt werden.

Von Heike Karsten

Geduldig reihten sich Melina und Antonia am Samstag in die Warteschlange vor dem Kinderschminkstand ein. Ihre Stempelkarten zeigten schon die ersten Einträge. „Am besten fanden wir bis jetzt die Hüpfburg und die Tattoos“, sagten die Zehnjährigen. Um ihre Stempelkarten zu komplettieren, mussten die beiden Freundinnen aber noch eine Menge Zeit einplanen.

Denn das Fest zum Weltkindertag in der Schloss-Stadt war in diesem Jahr besonders groß und überaus gelungen. Nicht weniger als 37 Spiel- und Bastelangebote säumten die Bahnhofs- und Islandstraße. Alle Aktionen waren für Kinder kostenlos – ebenso die selbst gemachten Pommes von Hotelier Michael Kniep, die Quarkbällchen von Café Bauer, die Crêpes im Kultur-Haus Zach und auch das Popcorn und die Zuckerwatte.

Werkstattbetreiber des Kinderdorfs hatten zugesagt

Es war der Wunsch von Stadtjugendpflegerin Andrea Poranzke, den Weltkindertag nach der langen Corona-Zeit und vor ihrem Wechsel zur Wirtschaftsförderung noch einmal so richtig groß aufzuziehen. Das war ihr gelungen. An die 1000 Kinder waren ab 10 Uhr morgens in die Innenstadt gekommen, wenn man von der Zahl der verteilten Stempelkarten ausgeht, die mehrmals nachgedruckt werden mussten. Schon am frühen Morgen wurden die Stände aufgebaut. „Wir haben mit vier vollgepackten Autos das halbe Jugendzentrum in die Stadt geholt“, berichtete Poranzke. Es hatten sich aber auch Vereine, Gemeinden und Institutionen, drei Kindergärten, die Offene Ganztagsschule (OGS) unter Leitung der Gotteshütte sowie die Einzelhändler Rita’s Weinlädchen (Tattoos) und Juwelier Lammert (Seifenblasen) am Weltkindertag beteiligt. Dass nicht mehr Einzelhändler mitgemacht haben, obwohl die Aktion viele Familien in die Stadt zog, bedauerte die Stadtjugendpflegerin. Andere Personen, wie eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts, sprangen kurzerhand dort ein, wo sprichwörtlich Not am Mann war. „Das sind dann die schönen Momente“, sagte Poranzke, die an diesem Tag unter Dauerstress stand und scheinbar an allen Ecken gleichzeitig im Einsatz war.

Das Angebot für die Kinder war nicht nur vielseitig, sondern auch von hoher Qualität. So hatten einige Werkstattbetreiber des Kinderdorfs ihre Teilnahme zugesagt. Ein großer Anziehungspunkt war Beatboxer Carlos. Bei ihm erhielten die Kinder nicht nur Kostproben seines Könnens. Er ließ die Kinder auch selbst ans Mikrofon. „Egal wie es sich anhört, hier wird keiner ausgelacht. Mobbing gibt es bei uns nicht, auch nicht im Internet und nicht in der Schule“, gab er den Kindern mit auf den Weg. Ebenso gekommen war „Glaspiratin“ Sandra Ernst mit ihrem Brennofen. An ihrem Stand durften die Kinder Kühlschrankmagnete aus Glas anfertigen, die im Ofen bei 840 Grad gebrannt wurden. Am Graffiti-Stand kamen Spraydosen zum Einsatz, mit denen tolle Weltall-Bilder entstanden.

Das Fest zog sich bis zum Kultur-Haus Zach an die obere Islandstraße. Der Trägerverein hatte die Spielekonsole Wii an die große Leinwand angeschlossen und das virtuelle Bowlingspiel gestartet. Vor der Tür hatte die Christliche Gemeinde Heidenstraße eine Holzkegelbahn aufgebaut. „Heute steht Spaß auf dem Programm. Und es gibt bereits eine Bestenliste“, erklärte Cornelius Vogel, der die Bahn betreute. Solch eine Bestenliste existierte auch beim Parcours der OGS an der Bahnhofstraße, der mit dem Tretroller in möglichst kurzer Zeit abgefahren werden musste. Linus (7) schaffte es in 18 Sekunden und zählte zu den Favoriten.

Die Eltern konnten ihre Kinder getrost durch die Stadt ziehen lassen und in der Zeit entspannt einen Kaffee trinken. „Es ist schön, dass die Kinder nach der Corona-Zeit wieder was erleben können“, sagte Familienvater Alex Lange. Bürgermeister Dietmar Persian malte eigenhändig ein Schloss für die Button-Maschine und zog im Anschluss mit dem fertig gepressten Anstecker am Revers durch die Stadt. „Schön, dass so viele mitmachen. Leben in der Stadt ist immer gut“, sagte Persian.

Alle Gewinne und Bastelarbeiten, die gesponserten Brotdosen von Fleischwaren Blumberg und die Kindergedicht-CDs von Lyriker Heinz-E. Klockhaus durften die Kinder behalten. „So soll es auch sein, dass die Kinder die Dinge als schöne Erinnerung an den Weltkindertag mit nach Hause nehmen“, freute sich Andrea Poranzke über die vielen glücklichen Kinder. Um auch alle zufriedenzustellen, malte Irma Höher am Schminkstand der SPD pausenlos die Gesichter der Kinder an, die dort in langen Schlangen warteten. „Ich höre nicht auf, bis das letzte Kind fertig ist. Das bringe ich nicht übers Herz.“

Der Aktionstag

Global: Der Weltkindertag wird in 145 Staaten der Welt begangen, um auf die besonderen Bedürfnisse von Kinder und auf die Kinderrechte aufmerksam zu machen.

 Datum: Es gibt kein einheitliches Datum für diesen Tag. In Deutschland wird der Weltkindertag am 20. September ausgerichtet.

Fest: Das größte Fest mit über 100 000 Besuchern fand in Berlin auf dem Potsdamer Platz statt.

 Entstehung: Erste Ideen reichen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

„Hüttenzauber“ wird aufgebaut
„Hüttenzauber“ wird aufgebaut
„Hüttenzauber“ wird aufgebaut
Hoffnung für Förderverein Jugendpflege
Hoffnung für Förderverein Jugendpflege
Sie setzen ein Zeichen gegen den Klimawandel
Sie setzen ein Zeichen gegen den Klimawandel
Sie setzen ein Zeichen gegen den Klimawandel

Kommentare