Helft uns helfen

Schlaganfall: Selbsthilfe ist wertvoll

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Prof. Dr. Ulrich Sliwka arbeitet auf der Stroke-Unit im Remscheider Sana-Klinikum täglich mit Schlaganfall-Patienten.

Prof. Dr. Ulrich Sliwka betont, dass es für Betroffene wichtig ist, sich auszutauschen.

Von Anja Carolina Siebel

Karin M. (Name geändert) ist jetzt 44 Jahre alt. Vor vier Jahren, also mit gerade einmal 40, änderte sich ihr Leben radikal. Die gelernte Bürokauffrau erlitt einen Schlaganfall. „Aus heiterem Himmel“, wie sie sagt, habe sie die Erkrankung getroffen.

Zwar reagierte sie bei den ersten Symptomen rasch – „Ich konnte zum Glück noch den Rettungswagen selbst rufen, als ich bemerkte, dass etwas nicht stimmt.“ Äußerlich sichtbar sind der Remscheiderin auch keine bleibenden Schäden geblieben. Sie kann sich wieder uneingeschränkt bewegen und hat keine Sprachstörungen. Sie ist arbeitsfähig und darf wieder Autofahren.

„Betroffene sind mit der Situation oft völlig überfordert.“
Prof. Dr. Ulrich Sliwka, Chefarzt

Geblieben sind aber andere Spätfolgen. Karin M. kann sich nicht mehr so gut konzentrieren. Manchmal fehlen ihr buchstäblich die Worte. Vor allem aber ist da diese Unsicherheit geblieben. Das Urvertrauen, das sie einst in ihren Körper und dessen Funktionen hatte, ist verschwunden. Spätfolgen, die viele Schlaganfallpatienten kennen, wenn sie auch keine anderen bleibenden Schäden davongetragen haben.

Das weiß Prof. Dr. Ulrich Sliwka. Der Mediziner behandelt täglich Menschen mit Schlaganfall auf der Stroke Unit im Sana-Klinikum. Und er kooperiert mit der Schlaganfall-Selbsthilfe Bergisches Land e.V. „wir empfehlen unseren Patienten zum einen die Selbsthilfegruppe“, sagt Sliwka. „Aus Erfahrung wissen wir, dass es helfen kann, sich mit anderen auszutauschen.“

HELFT UNS HELFEN

SPENDEN Wenn auch Sie die RGA-Aktion „Helft uns helfen“ unterstützen möchten, können Sie unter der im Logo angegebenen Kontoadresse die Ärztliche Kinderschutzambulanz und die Schlaganfallhilfe Bergisches Land unterstützen. Beide Initiativen sind auf Spenden angewiesen, um ihre Arbeit weiterführen zu können.

Patienten mit Schlaganfall und deren Angehörige seien mit der Situation oft „völlig überfordert“. Betroffen seien fast alle Lebensbereiche: der Arbeitsplatz, die Partnerschaft, die persönliche Freiheit und Mobilität. „Eine Gruppe wie die Schlaganfall-Selbsthilfe kann da wertvolle Arbeit leisten“, weiß Sliwka.

Und die Liste der Probleme bei vielen betroffenen Familien ist lang: „Es geht um den Umbau von Wohnungen, Finanzierungen, Berufsunfähigkeit oder Fortsetzung der Arbeit unter anderen Bedingungen – und so vieles mehr“, weiß Brigitte Hallenberg, die Vorsitzende der Schlaganfall-Hilfe. Eine Fülle von Hürden, denen viele zu Anfang gar nicht gewachsen sind. Hinzu kommen der Schock, die Sorge und die Fassungslosigkeit nach dem Ereignis. Die Gruppe setzt genau da an, fängt die Menschen und ihre Angehörigen erst einmal auf. „Sie müssen auch nicht unbedingt in die Gruppe kommen, ich berate sie erst einmal auch zuhause“, sagt Hallenberg.

Der Bedarf ist groß. Das beweist auch die wachsende Zahl der Teilnehmer. Beide Gruppen haben sich etabliert; auch zum Treffen für junge Schlaganfall-Betroffene unter 50 kommen inzwischen schon gut 15 Teilnehmer. So wie Karin M. „Die Gruppe hat mir vor allem in der ersten Zeit geholfen, meine Ängste zu überwinden“, sagt die Frau. Prof. Dr. Ulrich Sliwka begrüßt das Engagement von Brigitte Hallenberg: „Sie setzt sich mit viel Ausdauer für die Belange von Betroffnen ein, lässt sich nicht beirren, wenn es auch mal schwierig wird. Das ist wertvoll und kommt den Patienten zugute.“ 

Kontakt: Brigitte Hallenberg, Telefon (0 21 96) 41 29

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