RGA-Hilfsaktion

RGA-Verleger Bernhard Boll: „Helfen macht glücklich“

Bernhard Boll ist Verleger des RGA.
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Bernhard Boll ist Verleger des RGA.

Mit insgesamt 1,2 Millionen Euro konnten die Leser bereits helfen. Warum der Tüpitter eine Hilfsaktion durchführt.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek 

Herr Boll, warum hat der RGA vor fast 40 Jahren die Hilfsaktion „Helft uns helfen“ ins Leben gerufen?

Bernhard Boll: Vor fast 40 Jahren war der RGA noch nicht Teil der B. Boll Mediengruppe. Ich kann Ihnen deshalb das ganz genaue Startmotiv nicht nennen. Wir haben aber aus großer Überzeugung sehr gerne ,Helft uns helfen‘ fortgeführt. Zeitungen haben tolle Möglichkeiten, am Ort ihres Erscheinens da wirksam zu helfen, wo es nottut und wo es um eine wichtige Sache geht. Dafür haben unsere Redakteurinnen und Redakteure, die täglich mitten in unserer Gesellschaft wirken, einen klaren Blick und hohe Empathie. Und die eigentlichen Helfer sind dann natürlich unsere Leserinnen und Leser mit ihren kleinen und großen Spenden. Für das uns damit entgegengebrachte Vertrauen kann ich mich nur immer wieder herzlich bedanken.

Was ist das Anliegen der RGA-Hilfsaktion?

Boll: Jedes Jahr wählen wir zwei Institutionen oder Projekte aus, deren Arbeit für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung ist und die aktuell allgemein oder für eine bestimmte sinnvolle Aktion erhöhte Finanzmittel benötigen.

Unsere Hilfe deckt meist nicht sämtliche Kosten ab, ist aber immer eine wesentliche Impulsfinanzierung. Und durch unsere intensive Berichterstattung werden weite Teile der Bevölkerung mit der Problematik und der Sinnhaftigkeit einer Spendenunterstützung für diesen Zweck auch außerhalb der RGA-Aktion informiert. Dadurch können wir auch längerfristig helfen.

Wie viele Spenden sind in all den Jahren bis heute zusammengekommen?

Boll: Mit rund 1,2 Millionen Euro durften wir insgesamt helfen. Jedes Jahr werden rund 30.000 Euro gespendet.

Wer konnte bereits bedacht werden?

Boll: Die Palette ist vielfältig. Unsere Leserinnen und Leser hatten immer wieder ein besonders großes Herz für Kinder. Spenden gingen aber auch an Frauen, Alte, Behinderte, Kranke, Sterbende und sozial Benachteiligte. Die Gelder gingen an helfende Institutionen und Einrichtungen, aber auch an ausgewählte Projekte wie für Kinderspielplätze oder Integrationshilfen.

Warum wurden dieses Jahr die Ärztliche Kinderschutzambulanz und die Hilda-Heinemann-Schule als Spendenempfänger ausgewählt?

Boll: Die Ärztliche Kinderschutzambulanz leistet wesentliche Hilfe bei Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Gewalt. Da die Fälle deutlich zunehmen, arbeiten die Therapeuten an der Belastungsgrenze. Da können wir mit unseren Spenden zu finanzieller Entlastung dringend beitragen. Mehr Kinder erhalten so den größtmöglichen Schutz. Die Kinder an der Hilda-Heinemann-Schule werden sehr engagiert betreut. Zusätzliche Mittel steuert regelmäßig der Förderverein der Schule bei. Nun fallen wegen Corona Basare und Feste aus, die die Generierung von Finanzmitteln in normaler Zeit erhöhen. Hier wollen wir helfend einspringen, damit die Kinder darunter nicht leiden müssen.

Warum ist es so wichtig, dass der RGA gerade in Pandemiezeiten an der Spendenaktion „Helft uns helfen“ festhält?

Boll: Die Pandemie schränkt uns alle ein. Aber die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft trifft es oft noch härter. So steigt durch Corona die häusliche Gewalt vermutlich noch stärker an als ohnehin schon. Wir sind in diesen Zeiten im Zweifel noch mehr gefordert, zu helfen. Es wäre toll, wenn uns unsere Leserinnen und Leser trotz eigener Einschränkungen mit ihrer Spendenbereitschaft treu bleiben.

Was hat der Spender eigentlich davon?

Boll: Helfen macht glücklich. Aktiver Teil einer funktionierenden solidarischen Stadtgemeinschaft zu sein, erfüllt auch. Wer es lieber prosaisch mag: Wir stellen gerne Spendenbescheinigungen aus. ,Helft uns helfen‘ hilft uns allen, sich in dieser unsicherer wirkenden Zeit an einem nachhaltig positiven Erlebnis zu erfreuen. Im Voraus meinen Dank unseren Spenderinnen und Spendern!

Kinderschutzambulanz betreut Säugling und Dreijährige – Ein Fallbeispiel aus der täglichen Arbeit.

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