Zum Kulturbadehaus kamen weniger Besucher als erwartet

Heinz-Peter Knoop und sein Kulturverein haben für Leben im Kulturbadehaus gesorgt. Foto/Archivfoto: Nadja Lehmann
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Heinz-Peter Knoop und sein Kulturverein haben für Leben im Kulturbadehaus gesorgt. Foto/Archivfoto: Nadja Lehmann

Vorstand zieht eine erste Bilanz zum dreitägigen Open Air

Von Nadja Lehmann

In den nächsten Tagen werden sie Kassensturz machen. Dann werden die Vorstandsmitglieder des Kulturvereins wissen, ob sich ihr Einsatz gelohnt hat. Hinter ihnen liegen drei Tage Open Air am Kulturbadehaus. Die erste Einschätzung von Heinz-Peter Knoop: „In jedem Fall war es ein kultureller Erfolg, eventuell kein finanzieller. Für die Besucher, die da waren, war es ein Genuss.“

Wettertechnisch war der Kulturverein jedenfalls mit den höheren Mächten im Bund. Das sagt auch Knoop. „Wir hatten Glück, dass es nicht total verregnet war.“ Platzregen am Freitag und einzelne Güsse am Sonntag vermiesten nicht die Laune.

Dennoch: Die Besucherzahlen seien nicht so hoch gewesen, wie gewünscht oder erwartet, das kann Knoop jetzt schon festhalten. Woran es liegt? Auch er kann nur mutmaßen. „Gerade bei den Vorabbuchungen waren die Zahlen nicht gut“, sagt er. Viele seien dann aber jeweils noch spontan vorbeigekommen. „Die haben dann vielleicht tatsächlich die Wetterlage abgewartet und spontan entschieden.“ Denn dass die Corona-Maßgaben jemanden ernstlich vom Kommen abgehalten hätten, mag Knoop nicht glauben. „Geimpft oder getestet“ lautete das Gebot: „Daran haben wir uns eigentlich alle gewöhnt.“

Die Besucher, die da waren, zeigten sich glücklich

Diejenigen, die den Weg zum Kulturbadehaus nicht scheuten, seien aber „mitgegangen“, freut sich Knoop. Einhelliger Besucher-Tenor: Wir sind froh, dass wieder etwas stattfindet, dass wir etwas sehen und hören können. „Den Akteuren ging es genauso“, erzählt Knoop, der sich darüber mit Sängerin Christina Rommel beim Schokoladenkonzert unterhielt. „Für sie war es der erste Auftritt seit langem. Sie war glücklich darüber. Vor der Kamera oder im stillen Kämmerlein zu agieren, sei kein Ersatz, fand sie.“

Erfolgsgarant war einmal mehr Klarinettist und Jazzmusiker Engelbert Wrobel. „Er ist nun mal unser Lokalmatador. Ihn kennen die Burscheider, da kommen sie gerne.“ Zumal stets neben diesem Wohlfühlfaktor Qualität zu erwarten sei.

„Mit dem Schokoladenkonzert vom Samstag konnten viele möglicherweise nichts anfangen“, vermutet Knoop. Und er gibt offen zu, dass er dem Konzept aus Musik und Pralinés zunächst skeptisch gegenübergestanden hätte. „Im Gegensatz zu meinen Vorstandskolleginnen“, schiebt er lachend hinterher. Live aber habe ihm die ungewöhnliche Kombination, die Rommel und Chocolatier Dirk Beckstedde kreiert hätten, gepackt. „Das ist wirklich mal etwas ganz anderes. Musik, Text und Schokolade – das war stimmig.“

Keinerlei Skepsis hegte er hinsichtlich des letzten Konzerts: Knoop, der selbst singt und textet, outet sich als Wrobel-Fan. „Und was mich sehr angenehm überrascht hat, war Kinderliedermacher Ralf Dreßen. Es war interessant zu sehen, wie er mit den Kindern umgegangen ist und sie eingebunden hat.“

Erstmals hatte der Kulturverein sich sogar drei Tage „Freibad“ verordnet und war schon am Freitagnachmittag in sein Kulturwochenende gestartet. „Vielleicht war das etwas viel“, sagt Knoop nun. „Ob wir das so beibehalten, müssen wir überlegen.“ Prinzipiell stehe einem neuen Open Air im Freibad im kommenden Jahr aber nichts im Wege.

„Die Pandemie hat uns viel Arbeit beschert“, bekennt Heinz-Peter Knoop. Das Veranstaltungskonzept habe darauf zugeschnitten werden müssen: „Die Daten für die Nachverfolgbarkeit wurden schon bei der Buchung registriert.“ Plus fester Sitzplatzzuweisung. Spontanbesucher mussten ihre Daten per Zettel hinterlegen. „Wir haben dann alles ander Kasse kontrolliert.“ Diskussionen habe es nicht gegeben, im Gegenteil: „Die Leute waren alle vorbereitet, und die meisten hatten ihre Impfdaten schon auf dem Handy.“

Für den Kulturverein markiert sein Open Air im Freibad den Auftakt für weitere Veranstaltungen. Am 14. August ist Eröffnung einer neuen Ausstellung, die drei Künstler präsentiert: Unter dem Motto „Impuls – Rotation – Geste“ zeigen Christina Koester, Nataly Hahn und Boris von Reibnitz Plastiken, Malerei und Druckgrafik. Am 10. September folgt Pianistin Maria Baptist im Duo mit Jan von Klewitz (Altsaxophon). Titel: „All about Jazz“.

Am 19. September wird endlich – ein Jahr später als geplant – Beethoven gehuldigt. Es spielen Agapi Triantafyllidi (Klavier), Nicola Pancic (Violine) und David Melkonyon (Violoncello). Und am 25. September geht es nochmals um den großen Bonner Jubilar: Tina Teubner gastiert mit Stevan Picard (Violine) und Ben Süverkrüp (Klavier) in Burscheid und spielt „Beethoven für Fortgeschrittene“.

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