Wupperinsel: Preisgericht tagt im September

Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, fordert für die Wupperinsel auch einen besseren Hochwasserschutz. Foto: Christian Beier
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Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, fordert für die Wupperinsel auch einen besseren Hochwasserschutz.

Die am Wettbewerb beteiligten Planer müssen den Hochwasserschutz in ihre Entwürfe einbeziehen

Von Kristin Dowe

Seit der Hochwasserkatastrophe am 14. Juli haben die Menschen in Solingen-Unterburg andere Probleme, als sich um die optische Verschönerung ihres Stadtteils zu kümmern. Und doch wirft die seit langem geplante Umgestaltung der Wupperinsel ihre Schatten voraus. Diese ist im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK) Teil eines ganzen Maßnahmenpakets, das umgesetzt wird, um Burg attraktiver zu gestalten.

Trotz der verheerenden Schäden im Ort kann das Projekt womöglich auch ein wenig Hoffnung spenden, dass auch das vom Unwetter gezeichnete Unterburg wieder ein leuchtender touristischer Anziehungspunkt werden kann. Für das bauliche Konzept wurde ein landschaftsplanerischer Wettbewerb ausgelobt, der aktuell in die heiße Phase geht.

„Die Wupperinsel hat das Hochwasser besonders schwer erwischt.“

Paul Westeppe, Bezirksbürgermeister Burg/Höhscheid

Das Preisgericht wird nach Angaben der Stadt im September tagen. Eine erste Sitzung Anfang Juni wurde unterbrochen, damit die verbliebenen Büros notwendige Vertiefungen in ihren Entwürfen vornehmen können.

Sobald der Siegerentwurf feststeht, soll das weitere Verfahren mit allen Beteiligten besprochen werden. Was sich schon jetzt abzeichnet: „Aufgrund der Erkenntnisse, die in der Hochwassersituation gewonnen wurden, müssen einige Planungsinhalte voraussichtlich angepasst werden“, berichtet die Solinger Rathaussprecherin Sabine Rische. Fördermittel stünden für das Projekt frühestens Mitte 2022 zur Verfügung.

„Die meisten Menschen im Stadtteil sprechen sich dafür aus, die Ruhe am Wupperufer zu erhalten.“

Sabine Rische, Solinger Stadtsprecherin

Dies ist auch für Paul Westeppe (CDU), Bezirksbürgermeister von Burg/Höhscheid, ein wichtiges Anliegen. „Die Wupperinsel hat das Hochwasser ja besonders schwer erwischt. Deshalb muss dieser Punkt unbedingt bei den Konzepten berücksichtigt werden.“ In die Kriterien für den Wettbewerb flossen auch die Ergebnisse einer Bürgerbeteiligung im November 2020 ein.

Grundsätzlich soll die Wupperinsel als Ankunftsort für Besucher inklusive Parkplatz attraktiver werden. Die Planer möchten insgesamt mehr Aufenthaltsqualität schaffen, bei der die Bedingungen, die sich aus dem Naturraum ergeben, berücksichtigt werden sollen. Mehr Sichtbeziehungen, Berührungspunkte und Aussichtsmöglichkeiten sowie eine verbesserte touristische Infrastruktur stehen außerdem auf der To-do-Liste. Vor dem Start des Wettbewerbs hatten die Solinger im Rahmen einer Bürgerbeteiligung ihre Wünsche und Ideen in den Prozess einfließen lassen.

Dabei äußerten sie sehr konkrete Vorstellungen (| Kasten): Während das Naturerlebnis oberste Priorität hat, soll die Wupper möglichst das ganze Jahr erlebbar sein und der Wildwuchs gelichtet werden. Verändert werden solle das Areal nur „naturnah, ökologisch und nachhaltig“, so die klare Vorgabe an die Planungsbüros. Der Parkplatz solle möglichst weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen. Vermisst wurden bislang vor allem touristische Basisangebote wie Rastmöglichkeiten, Mülleimer, öffentliche Toiletten, Hinweisschilder, Wegweiser und Informationsmöglichkeiten sowie Spielangebote für Kinder.

Die ursprüngliche Idee, vom Parkplatz aus eine Querung über die Wupper zu schaffen, sei mittlerweile vom Tisch, berichtet Sabine Rische: „Die meisten Menschen im Stadtteil sprechen sich vor allem dafür aus, die Ruhe am Wupperufer zu erhalten. Zudem weisen sie darauf hin, dass Unterburg nicht abgehängt werden solle, indem Touristen vom Parkplatz direkt zur Seilbahn geführt werden.“ Bei den Planungen müssen sowohl Auflagen des Natur- als auch des Denkmalschutzes eingehalten werden. Die Wupper und ihre Ufer sind FFH-Gebiete.

Bürgerbeteiligung

Laut den Ergebnissen der Bürgerbefragung wünschen sich 44,6 Prozent der Solinger den Erhalt kostenloser Parkmöglichkeiten auf der Wupperinsel, 31,7 Prozent Angebote für Radfahrer, 27,5 Prozent Barrierefreiheit und 26,7 Prozent digitale Touchscreens mit touristischen Informationen.

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