„Wir sind am Limit, das geht nicht mehr lange gut“

Claudia Zimmermann leitet die Montanusschule. Sie kritisiert die neuen NRW-Testregeln für Grundschulen. Diese würden die ohnehin schon angespannte Situation noch einmal verschärfen. „Es ist eine Zumutung und eine Gefährdung für alle Beteiligten“, sagt sie. Fotos: Doro Siewert
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Claudia Zimmermann leitet die Montanusschule. Sie kritisiert die neuen NRW-Testregeln für Grundschulen. Diese würden die ohnehin schon angespannte Situation noch einmal verschärfen. „Es ist eine Zumutung und eine Gefährdung für alle Beteiligten“, sagt sie.

Schulleiterin Claudia Zimmermann begrüßt Antrag der CDU auf mobile Testzentren vor den Grundschulen

Von Nadja Lehmann

Eigentlich ist Claudia Zimmermann keine, die es so schnell umhaut. Aber nun sagt die Leiterin der Montanusschule es doch sehr deutlich und unmissverständlich. „Wir sind völlig am Limit, das geht nicht mehr lange gut.“

Gemeint ist damit die neue Regelung an Grundschulen, nach der das NRW-Schulministerium verstärkt Schnelltests einsetzt anstatt PCR-Einzelproben. Heißt: Es gibt weiterhin die PCR-Pooltests und Klassen, die negativ getestet wurden, können wie gewohnt am Präsenzunterricht teilnehmen. Für Schülerinnen und Schüler eines positiv getesteten Pools gilt dagegen eine Neuerung: Sie sollen am nächsten Tag zu Unterrichtsbeginn in den Schulen mit Antigenschnelltests einzeln getestet werden. Alternativ können sie auch ein negatives Testergebnis von einer der Bürger-Teststellen nachweisen. „Wir halten die Eltern dazu an, sind aber gefühlt nur noch am Testen“, beschreibt Zimmermann. Und das bei mindestens geöffneten Fenstern oder gar draußen – bei Wind und Wetter. Eine einzige „Jonglage“ nennt Zimmermann das morgendliche Prozedere: „Es ist eine Zumutung und eine Gefährdung für alle Beteiligten“, kritisiert sie. Und es gehe zulasten der Schüler: „Die ersten Stunden kann man knicken.“ Zumal man bei den „Kleinen“ mindestens zwei Lehrkräfte brauche: eine, die erklärt und anleitet, eine, die beaufsichtigt. Die Kinder machten alles geduldig mit, sagt die Schulleiterin. „Aber das hat nichts mehr mit Schulleben zu tun. Wir haben fast nur noch formale Sachen, wir testen und dokumentieren. Aber die Kinder brauchen uns. Sie bräuchten unsere Unterstützung, unseren Input.“ Stattdessen aber werde der Personalausfall immer größer, sei es durch Krankheit oder Überlastung. „Wenn man will, dass wir das machen, muss man uns ein Testmanagement geben, das funktioniert.“

Schulministerium gab die Info erst abends heraus

Es ist ein Hilferuf, der auf kommunalpolitischer Ebene registriert wurde. Mit einem Antrag wendet sich die CDU an den Leiter der Stadtverwaltung, Dirk Runge, und fordert die Aufstellung mobiler Testzentren vor den Grundschulen. „Die aktuelle Regelung zur Testung von Grundschülern nach einem positiven PCR-Pool-Test erzeugt eine zusätzliche Gefährdung von Schulkindern und Lehrkräften sowie weiteren Unterrichtsausfall. Die CDU-Fraktion beantragt, dass die Stadtverwaltung so schnell wie möglich mobile Testzentren auf den Parkplätzen vor den Grundschulen für die Schüler und Schülerinnen einrichtet. Die Tests sollen ohne Termin bereits vor Unterrichtsbeginn möglich sein“, heißt es in dem CDU-Antrag. „Wir müssen unbedingt sicherstellen, dass wir nicht noch weiteren Unterrichtsausfall durch die aktuellen Regelungen an unseren Grundschulen erfahren.“

„Es wäre ein gutes Signal an Eltern und Kinder“, kommentiert Claudia Zimmermann den Vorstoß der CDU. Sie blickt zurück auf die neue Teststrategie, die den Laboren Entlastung verschaffen sollte, und von der die Schulleiterinnen und Schulleiter am Dienstagabend in der vergangenen Woche erfuhren: „Wir konnten uns überhaupt nicht vorbereiten“, sagt Zimmermann.

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