Verkehr

Winterdienst hat alle Hände voll zu tun

Die Straßen (hier in der Nähe von Oberwietsche) sind schon geräumt, auf den Feldern herrscht noch Schnee- und Rauhreifzauber. Foto: Doro Siewert
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Die Straßen (hier in der Nähe von Oberwietsche) sind schon geräumt, auf den Feldern herrscht noch Schnee- und Rauhreifzauber.
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Straßenmeisterei und Baubetriebshof bieten Schnee und Eis die Stirn

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Schnee. Glätte. Kälte. Für die Straßenmeisterei Burscheid ist jetzt Großkampfzeit. „Unser Tag ist komplett mit dem Winterdienst gefüllt“, sagt Leiter Sascha Mertens. „Und mit den Schlaglöchern auf der Straße.“

Fast rund um die Uhr sind die Mitarbeiter der Straßenmeisterei unterwegs. Der Tag beginnt morgens um 3 Uhr und endet gegen 22 Uhr. „Wir arbeiten im Zwei-Schichten-System“, sagt Mertens. Schließlich müssten die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten werden: Das Team an der Hilgener Straße umfasst 21 Köpfe. Und neun Fahrzeuge.

Rund 1700 Tonnen Salz hatte Sascha Mertens noch im letzten Quartal des Jahres 2020 gebunkert. Eher milde Winter seien es zuletzt gewesen, blickt er zurück. „2020 war fast nichts los. 2019 haben wir 400 Tonnen Salz verbraucht.“ Da zeigt sich das noch junge 2021 kratzbürstiger: „900 Tonnen sind weg“, schätzt Sascha Mertens. „Wir haben also schon mehr Salz verbraucht als im ganzen Jahr 2019.“

Als „Wintertage von hoher Intensität“ bezeichnet Mertens die aktuelle Wetterlage, die in einer Mischung aus Eisregen und Schnee Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eiskalt erwischte. „Ein Ausreißer, den es alle 20 bis 40 Jahre mal so gibt“, sagt Mertens.

Mit seinen 21 Mitarbeitern ist er von Burscheid aus für Land- und Bundesstraßen zuständig. Die nahe gelegene Autobahn 1 fällt in die Zuständigkeit der neu gegründeten Autobahn GmbH und des Bundes. „Land- und Bundesstraßen haben andere Tücken als die Autobahn“, sagt Mertens. Gerade im Bereich Burscheid und Bergisches Land gebe es viel Gefälle und hohe Kurvenlagen, als Beispiele, die es in sich haben, nennt er L 310 und L 101 – „und alles, was hinunter nach Unterburg führt.“ 294 Kilometer zählt das Straßennetz, das es um Burscheid zu räumen gilt.

Für das Stadtgebiet selbst ist der Baubetriebshof der Technischen Werke zuständig. Dort leitet Stefan Cserép ein Team von rund 20 Mitarbeitern – und ist derzeit etwas gehandicapt: Ein Fahrzeug kam defekt vom Tüv zurück. „Jetzt müssen zwei andere Fahrzeuge die Tour mit übernehmen.“

Cserép nimmt die Wetterkapriolen gelassen. 25 Tonnen Salz hat er gerade nachbestellt, rund 35 Tonnen sind aktuell verbraucht. „Es ist nun mal Winter. Ganz normal“, sagt er. Muffensausen bereitet ihm lediglich, da ist er sich mit Sascha Mertens einig, Eis und Glätte. „Eisregen ist das Schlimmste, was es gibt. Autofahrer können sich kaum darauf einstellen. Und auch wir sind machtlos, weil wir ja in derselben Situation stecken.“

„Die Angst fährt immer mit“, sagt auch Sascha Mertens über die Touren bei Glatteis. So sei kürzlich in Solingen ein Streufahrzeug umgekippt. Und auch Stefan Cserép weiß von in den Graben gerutschten Räumfahrzeugen zu berichten. „Es wird den Mitarbeitern viel abverlangt“, sagt er und zollt denen, die da an den Wintertagen Dienst tun, Respekt. „Lkw fahren können viele. Aber einen Lkw mit Schneeschild zu manövrieren, das bedarf Fingerspitzengefühls und Erfahrung. Das Fahrzeug verhält sich ganz anders, schiebt auch mal zur Seite weg.“

Gerne würde er, bekennt Stefan Cserép, jene Bürger, die sich über den Winterdienst beschweren, auf eine Tour mitschicken. „Da wird nämlich schnell deutlich, wie schwer es ist, in kleinen Gassen, wo vielleicht noch ein Wendehammer ins Spiel kommt, zu fahren und zu räumen. Wir können nicht jede Einfahrt frei machen.“

Kalt soll es bleiben, so viel wissen Mertens und Cserép schon. „Eine Kanne Kaffee oder Tee sind draußen also immer mit dabei“, sagen beide.

Feuchtsalz

Bis auf acht Meter Streubreite kann die Spanne am Räumfahrzeug eingestellt werden, sagt Sascha Mertens. Gestreut wird mit Feuchtsalz: Dieses bleibt auf der Straße besser liegen und rutscht nicht zu den Seiten weg. „Wird es am Streuteller befeuchtet, kommt es genau da hin, wo es hin soll: Auf die ganze Fahrbahn“, sagt Stefan Cserép.

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