Energiesparen

Weiteres Einsparpotenzial sieht das Vital-Bad nicht

  • VonNadja Lehmann
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Bis auf Weiteres wurde die Sauna in der Anlage Im Hagen geschlossen.

Burscheid. Es war eine Nachricht, die die Burscheiderinnen und Burscheider eiskalt erwischte: Das Vital-Bad schließt seine Sauna. Bis auf Weiteres. Energieknappheit, Gasmangel und Einsparvorgaben lassen grüßen. „Leicht gefallen ist uns das nicht“, bekennt Geschäftsführer Christian Meuthen. „Aber wir sehen ganz einfach die Notwendigkeit, weiter Energie zu sparen. So wollen wir die Wahrscheinlichkeit verringern, dass wir das Bad komplett schließen müssen. Das wäre der Super-Gau.“ Und eine Erfahrung, die man nicht wiederholen möchte, nachdem das Bad und seine Belegschaft sie während Corona zwei Mal erlebte. „Wir wissen ja seitdem, wie das ist“, sagt Meuthen. „Wir versuchen alles zu tun, um das zu vermeiden.“

Deshalb entschied sich der Aufsichtsrat des Vital-Bads zur Schließung der Sauna. „Lieber“, sagt Meuthen, „würden wir unseren Gästen natürlich unser ganzes Leistungsspektrum anbieten.“

Eintreten würde eine solche Komplettschließung, wenn der Bund sie anordnet. Damit wäre dann die dritte Stufe des Gasnotfallplans in Kraft.

Geschäftsführer Christian Meuthen sieht im Vital-Bad kein Einsparpotenzial mehr.

Im Vital-Bad ist es der bereits zweite Schritt, der getan wird, um Gas und Energie einzusparen. Schritt eins war die Absenkung der Wassertemperatur. „Das war moderat“, sagt Meuthen. Um ein Grad wurde die Temperatur gedrosselt. „Wir haben ja ohnehin wärmeres Wasser als die meisten Bäder“, sagt Geschäftsführer Meuthen.

„Deshalb taten wir uns vergleichsweise leicht, und das heiße Sommerwetter hat uns zudem in die Karten gespielt.“ Bis auf ein paar wenige, „sensible“ Badegäste seien die Besucher und Besucherinnen damit gut klargekommen.

Die Schließung der Sauna schlägt da schon härter zu Buche. Auch Christian Meuthen outet sich als Saunafan. „Beschimpft sind wir nicht worden. Es gab bei einigen auch ein gewisses Verständnis“, sagt Meuthen. „Aber erfreut war natürlich auch niemand.“

Ob andere Bäder der Region ähnliche Schritte gehen, weiß er nicht. „Der Austausch ist da nicht sehr groß. Aber natürlich wissen wir, dass überall die Wassertemperaturen gesenkt wurden, mal mehr, mal weniger stark.“ Für den Aufsichtsrat sei die Schließung der energieintensiven Sauna die Option gewesen, um den von der Regierung geforderten 15 bis 20 Prozent Energieeinsparung entsprechen zu können. „Und mehr Potenzial sehe ich bei uns auch nicht“, sagt Meuthen offen. Das Vital-Bad lebe von den speziellen Angeboten, die es offeriere und die seine Besonderheit ausmachten: „Würden wir beispielsweise das Solebecken schließen, wären wir ein Bad wie jedes andere.“ Mit der Gefahr, dass Kunden sich dann möglicherweise anderswohin orientierten.

Froh ist Meuthen indes über sein Team. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist in den letzten beiden Jahren noch gewachsen“, sagt er. Personalknappheit ist nicht das beherrschende Thema, auch wenn er nicht verschweigt, dass gerade im Bad-Bereich „niemand ausfallen dürfte“: „Wenn wir die Schwimmaufsicht nicht sicherstellen können, dürfen wir nicht öffnen.“ Eher würde er den viel zitierten Fachkräftemangel im Gastrobereich spüren: „Da haben sich doch einige, gerade unter den geringfügig Beschäftigten, in den vergangenen zwei Jahren etwas Neues gesucht.“

Und etwas, das alle Bäder landauf, landab beschäftigt, hat auch Meuthen auf dem Schirm: Dass da eine Kindergeneration heranwächst, die nicht mehr schwimmen lernt. Und dass es angesichts drohender Bäderschließungen noch mehr werden könnten. Eine Gefahr angesichts jetzt schon zunehmender Badeunfälle. „Es gab nach den Lockdowns einen Rückstau in den Anfängerkursen.“ Dem sei das Vital-Bad offensiv begegnet, indem es sich in den Sommerferien auch den Schulen und Vereinen geöffnet habe. „Das wurde auch sehr schön angenommen.“

Plötzlich stehen unerwartete Themen auf der Agenda

Pandemie und Gasmangel durch einen russischen Angriffskrieg in der Ukraine: Nie, bekennt Christian Meuthen, hätte er daran gedacht, dass er sich in seinem Berufsleben mit solchen Themen würde befassen müssen.

Rubriklistenbild: © Nadja Lehmann

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