Kinder-Kulturreihe

Wasserpanscher springt ins seidene Bettchen

Die beiden Schauspieler Verena Bill und Michael Koenen verstanden in allen ihren verschiedenen Rollen es, die Kinder mitzunehmen.
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Die beiden Schauspieler Verena Bill und Michael Koenen verstanden in allen ihren verschiedenen Rollen es, die Kinder mitzunehmen.

Mit dem „Froschkönig“ gastierte das Niederrhein Theater Brüggen in Burscheid.

Von Sabine Naber

Ach, hätte doch der eitle und arrogante Prinz dem alten Mütterchen nur geholfen. Stattdessen aber hat er der Alten gesagt, dass sie hässlich ist und sie fortgejagt. Zur Strafe hat ihn die Hexe in einen glitschigen Frosch verwandelt, der jetzt in ihrem Brunnen den Wächter spielen soll.

So beginnt das bekannte Märchen vom „Froschkönig“, welches das Niederrhein Theater Brüggen am Sonntagnachmittag in der Aula der Johannes-Löh-Gesamtschule aufführte. Und mit ihrer originellen Version des Grimm-Märchens die rund 140 kleinen und großen Gäste restlos begeisterte.

„Als ich ein Prinz noch war“, singt der traurige Prinz (Michael Koenen), als er auf dem Brunnenrand sitzt. „Du hast es aber verdient, ein Frosch zu sein“, rief ihm eine kleine Zuschauerin aus dem Saal energisch zu. Dann kommt die Prinzessin (Verena Bill) des Weges und lässt aus Versehen ihr Spielzeug, eine große, goldene Kugel in den Brunnen fallen. „Aua“, schreit der empörte Frosch, als er auftaucht. Und will die Kugel nur zurückgeben, wenn sie ihn liebhat, ihn von ihrem goldenen Tellerlein essen lässt. „Niemals, alter Wasserpanscher“, schreit sie ihn an. Bevor sie ihm dann doch versprechen muss, dass er ins Schloss kommen darf, weil der Frosch ihr die geliebte Kugel sonst nicht zurückgegeben hätte.

Immer wieder verstehen es die beiden Protagonisten – Michael Koenen spielt neben dem Frosch auch den König und den Prinzen, Verena Bill die Prinzessin und die Hexe – die Kinder mit einzubeziehen in ihr Spiel und ihre Entscheidungen. Als es am Königsschloss an die Tür klopft und der Frosch verlangt: „Königstochter, jüngste, mach mir auf“, da fragt sie ihre kleinen Zuschauer: „Soll ich wirklich?“ „Jaaaa“, empfehlen ihr die Kinder. „Aber er ist so glitschig und nass“, hält die Prinzessin dagegen. „Doch du musst ihn reinlassen“, heißt die klare Anweisung aus dem Theatersaal. Und so kann die Prinzessin nicht anders, als ihn schließlich doch in ihr Kämmerlein zu lassen.

Über den König, der im bodenlangen, lilafarbenen Mantel und einer weißen Perücke mit langen Zöpfen wahrlich königlich aussieht, amüsieren sich die Kinder köstlich. Denn er beginnt jeden Satz mit: „Soso, aha, naja.“ Aber er besteht darauf, dass die Königstochter ihr Wort hält und den Frosch in ihr Zimmer lässt. Und so hüpft der Wasserpanscher auf den Prinzessinnenstuhl und schließlich sogar in ihr seidenes Bettchen.

Die Kinder fiebern mit, wollen wissen, wie es weitergeht

Die Kinder fiebern mit, wie es weitergeht. Und auch wenn sie sehen, wie aus dem Frosch der Prinz, aus der Prinzessin die Hexe wird, weil sich die beiden auf der Bühne in die jeweils nächste Rolle verwandeln – sie nahmen den Schauspielern ihre aktuelle Rolle ab. Und weil sie wussten, dass nur ein Kuss der Prinzessin den Frosch aus seinem nassen Verlies befreien kann, rieten sie der Prinzessin, ihn zu küssen. „Jetzt mal im Ernst – den soll ich küssen?“, fragte sie ein letztes Mal mit Blick auf den quietschegrünen Genossen. „Jaaaa“, hieß es wieder.

Wenn eine Schauspielerin und ein Schauspieler es schaffen, Kinder länger als eine Stunde mit ihrem Auftritt zu fesseln, sie zum Lachen und zum Mitmachen bringen, dann haben sie alles richtig gemacht. Und das unterstrich der langanhaltende Applaus am Ende mehr als deutlich.

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