Test

Wasser schlägt Wespen in die Flucht

Wespen, der Sommerschreck für viele Menschen. Aber Obacht, klärt die BV-Autorin auf, die Tiere stehen – zu Recht – unter Naturschutz. Wie man sie friedvoll loswird, verrät unser Text mit zahlreichen Tipps.
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Wespen, der Sommerschreck für viele Menschen. Aber Obacht, klärt die BV-Autorin auf, die Tiere stehen – zu Recht – unter Naturschutz. Wie man sie friedvoll loswird, verrät unser Text mit zahlreichen Tipps.

Nützlich, aber nervig: Zwei Burscheiderinnen haben ausprobiert, wie sich die Insekten verscheuchen lassen.

Von Ursula Hellmann

Burscheid. Nun geh schon weg, du lästiges Übel! Angelika Neumann schüttelt heftig den Kopf und kann sich gerade noch beherrschen, nach dem schwarz-gelb-gestreiften Untier zu schlagen. Nein, das verkneift sie sich lieber. Damit werden die summenden Angreifer nur noch aggressiver gemacht. So hat Neumann es schon von ihrer Mutter gelernt. Sie hat wirklich keine Lust, mit einem geschwollenen Arm zu laborieren.

Wespen! Sommerschreck der fatalen Art. Vergiften ist keine Lösung, Ausräuchern auch nicht – beides und weitere Kampfmittel sind seit langem verboten, und das mit Recht. Und: Wespen stehen unter Naturschutz. Wer im Herbst süßes Obst ernten möchte, ist auf das Pollen-Transport-Unternehmen der Insekten angewiesen. Wespen sind in dieser Branche intensiv tätig.

Angelika Neumann ist nicht die Einzige, die ihren Sonntagskuchen gerne in aller Ruhe genießt. Ihr Platz unterm Sonnendach auf dem Balkon hat nun mal eine Schattenseite – der laue Wind spielt den Duft von Zucker in jeder Form auch solchen Interessenten zu, die sich nicht lange zieren, die Einladung anzunehmen. Sie haben auch kein Problem damit, der süßen Spur durch die halbgeschlossenen Fenster in die Wohnung zu folgen. So schnell mögen aber Angelika Neumann und alle ihre Leidensgenossinnen und -genossen ihre Kaffee-Beilage nicht weglöffeln. Was also tun?

Erster Versuch: Kuchenteller und Zuckerdose hermetisch abdecken – das Weiteressen wird schwierig. Eine seit Generationen bewährte Maßnahme: Ruhig bleiben, nicht hektisch reagieren – abwarten, bis der oder die Mitesserin ein Stück Beute zwischen ihren Zangen davonträgt (und hoffentlich ihrer gesamten Verwandtschaft den Lageplan nicht verrät).

Einfache und humane Abwehrmethoden hat die Burscheiderin Anja Zmurko entdeckt: In greifbarer Nähe vom leckeren Anlockplatz steht eine oder mehrere Sprühflaschen mit klarem Wasser bereit. Ein Griff, ein kühles Bad auf die Flügel der Aktiven – und es ist einige Minuten Ruhe. Bevor dieses probate Mittel bekannt war, hatte Zmurko ein einziges Mal mitleidsvoll die Flugobjekte einfach weggepustet – leider mit gegenteiligen Erfolg. Das Kohlendioxid der Atemluft verstehen Wespen als Alarmsignal und versetzen sie in Angriffsstimmung.

Seitdem steht nahe beim Grilltisch eine Schale mit benutztem Kaffeepulver, das leise vor sich hin kokelt oder ein Töpfchen mit Basilikum, dekoriert mit Zitronenscheiben. Für eine gut gemeinte Empfehlung ihrer Freundin ist Anja Zmurko heute noch dankbar. „Wenn du zu unserer Grillparty kommst – bitte ohne Parfüm und jegliche Cremes. Wespen könnten sonst meinen, hier sind wir richtig!“

Auch Angelika Neumann hat sich inzwischen schlauer gemacht über die Verhaltensweisen der Wespen, besonders über die verstärkte Aktivität im August. Zum Sommerende hin fliegen die beiden in Deutschland ansässigen Wespenarten (Deutsche Wespe und Gemeinde Wespe) verstärkt auf kalorienhaltige Lebensmittel.

In der ersten warmen Zeit hatten die Tiere genug damit zu tun, ihren Nachwuchs mit Eiweiß zu versorgen. Im Spätsommer sind sie dann ausschließlich in eigener Sache unterwegs. Sie sammeln nur für sich so viel Futter wie möglich. Sie grasen sogar eifrig blattlausbefallene Topfpflanzen ab und verteidigen in stärkerem Maß ihr Nest vor Feinden. Das komplette Volk stirbt im frühen Herbst. Nur die frischgeschlüpften Königinnen überleben und überwintern an geschützter Stelle. Aus diesen Gründen sind die herumfliegenden Tiere im Spätsommer besonders lästig.

Burscheiderinnen haben sich wertvolle Tipps gegeben

Anja Smurko und Angelika Neumann haben sich im vergangenen Sommer gegenseitig zwei garantiert erfolgreiche Tricks verraten und ausprobiert. Irgendwie hatten aber die Wespen noch nichts davon gehört. Sie ignorierten die ausgelegten, erwärmten Kupfermünzen ebenso relaxed wie sie den direkten Weg zu den in weiterer Entfernung befestigten Lock-Artikeln fanden. Ob der Internet-Tipp mit der zerknüllten braunen Papiertüte auf die Dauer die Patentlösung ist? Die faltige Tüte soll den Wespen ein Nest ihrer Konkurrenz suggerieren und sie abhalten, sich in deren Gebiet zu mischen. Wenn die Täuschung funktioniert – gut für alle Beteiligten!

Was bleibt den Balkon-Kurzurlaubern zu sagen? „Vielen Dank, liebe Wespen, einschließlich Bienen, für eure fleißige Arbeit beim Geburtsvorgang unserer leckeren Pflaumen.“

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