Feiertag

Warum wir Pfingsten feiern

BV-Mitarbeitern Ursula Hellmann forschte nach.

Von Ursula Hellmann

Pfingsten – arbeitsfreie Tage in der angenehmsten Jahreszeit. Im kirchlichen Festkalender zwar noch als fester Termin verankert, aber auch noch allgemein bewusst? Das Warum und Woher ist selbst in Burscheid nicht überall präsent. Dabei halten die historischen Fakten eine Reihe interessanter Überraschungen bereit. Wieso, zum Beispiel, passierten ausgerechnet an einem südlich-warmen Tag im vorderen Orient Dinge, die bis heute weltweite Auswirkungen haben? Damit sich die zeitliche Einordnung einigermaßen nachvollziehen lässt, gibt die Geschichte des alten Volkes Israel den ersten konkreten Hinweis.

Die zwölf Nomadenstämme als Nachkommen des mesopotamischen (heute Irak) Urvaters Abraham erfuhren vor etwa 3500 Jahren eine spektakuläre Befreiung aus Zwangsarbeit und Ausbeutung. Die Tage ihrer Flucht waren in allen Einzelheiten geplant und geordnet. Mit brisanter Symbolik wurden ihre Verfolger in Schach gehalten.

Chronisten halten die Daten sehr präzise fest

Sehr präzise hielten die Chronisten die Daten fest, die ihnen die Freiheit ermöglichten. So fängt für dieses bis heute existente Volk das Jahr immer noch mit dem für sie damals wichtigsten Monat an. Und das höchste Fest zum Gedenken daran ließ das historische Geschehen in jedem Jahr sieben Tage lang wieder aufleben.

Als ein komplettes Volk aufbrach in ein Gebiet nördlich seines jahrhundertelangen Verbannungsortes brannte sich ein unvergessliches Erkennungsmal in jede Person ein – das Blut eines Schlachtlammes. Wo es am Abend ihrer Flucht an den Häusern angebracht wurde, entkamen nur die Anwesenden in diesen Gebäuden dem landesweiten Sterben der ältesten Söhne in den Familien. Nach diesem Zeitfixum richten sich auch die explosiven Ereignisse um die Person Jesu.

Auch die 40 Tage, in denen der lebendige Heiland noch bei seinen Schülern blieb, haben einen direkten Bezug zum Schicksal der Vorväter. So vergingen 40 Jahre, bis die zwölf Nomadenstämme das ihnen versprochene Gebiet besiedeln konnten. Ebenso bezugsreich war der 40. Tag nach der großen Passah-Erinnerungswoche, als die Jünger ihren Herrn in eine andere Dimension verabschiedeten. Im Kalender dieses besonderen Volkes markierte dieser Termin eine Zäsur innerhalb einer speziellen Trauerzeit zwischen Passah und fröhlichem Erntefest.

Dieses landesweite Erntefest hatte ebenfalls ein festes Datum – es wurde sieben Wochen und einen Tag nach Passah gefeiert, also am 50. Tag. Die Rechnung stimmt also noch bis zum heutigen Jahr 2022, über mehr als drei Jahrtausende hinweg. Fast 2000 Jahre vor dem 4. Juni 2022 reisten Tausende Touristen nach Jerusalem zu diesem wichtigen Erntefest. Was dann in der Hauptstadt vor sich ging und alle Besucher plus Einheimische das große Staunen lehrte, war das überdimensionale Original aller sonstigen Ernte-Euphorie.

Kein vermuteter reichlicher Frühschoppen noch sonstige verstiegene Fantasien wären imstande gewesen, die Live-Zuhörer in ihrem Innern so grundsätzlich zu erschüttern. Die Ereignisse und ihre penible Ordnung sind unverändert nachvollziehbar und haben auch in unserer Kultur eine feste Größe behalten. Fünfzig – als Wort in verschiedenen Sprachen Pentecoste – ging als Pfingsten im deutschen Sprachschatz ein.

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