Hauptausschuss

So will Burscheid Energie sparen

Beleuchtungstechnisch zählt St. Laurentius zu den städtischen Gebäuden. Dort wird es nun dunkel werden.
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Beleuchtungstechnisch zählt St. Laurentius zu den städtischen Gebäuden. Dort wird es nun dunkel werden.
  • VonNadja Lehmann
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Hauptausschuss: Politikerinnen und Politiker bringen Einsparungskatalog auf den Weg.

Burscheid. Wie kann man Energie einsparen? Es ist das beherrschende Thema, das angesichts von Ukraine-Krieg und Putin-Wahnsinn landauf, landab besprochen und diskutiert wird und in dem sich Städte und Kommunen geradezu im Erfindungsreichtum zu überbieten scheinen. Auch die Burscheider Verwaltung hat einen Maßnahmenkatalog erarbeitet und nun der Ortspolitik vorgelegt, die dazu einstimmig grünes Licht gab. Bevor es soweit war, dauerte es jedoch. Die Türen zum großen Saal im Haus der Kunst öffneten sich nämlich erst ungewöhnlich spät: Zuvor hatten sich – des Datenschutzes wegen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit die beiden verbliebenen Bewerber um die Stelle des Beigeordneten vorgestellt. Läuft alles nach Plan, werden die Mitglieder des Stadtrats am 15. September dann endgültig die Wahl treffen und die Stelle, die aus Einsparungsgründen lange nur auf dem Papier existierte, somit besetzen.

Zurück zu Gas und Strom. Im Juli hatte sich das Bündnis für Burscheid mit einer Anfrage an die Verwaltung gewandt, wie denn Energie eingespart werden könnte und welche Maßnahmen die Stadt bereits eingeleitet hat. Im Juni hatte das Bundeswirtschaftsministerium die zweite Stufe ihres Notfallplans Gas ausgerufen. Die Stadtverwaltung wiederum richtete einen ämterübergreifenden Arbeitskreis ein, der die Entwicklung begleitet und einen Einsparungskatalog erarbeitet hat. Einige Maßnahmen wurden schon umgesetzt, bei anderen ist das erst in der anstehenden Heizperiode zu erwarten. Das Ziel: Strom- und Gasverbrauch zu senken.

Rathaus: Die Warmwasserzubereitung ist im Rathaus bereits seit 2007 abgeschaltet. Nun wird auch die Flur- und die Außenbeleuchtung am Gebäude ausgemacht. Der Serverraum wird nicht mehr auf 16, sondern auf 22 Grad heruntergekühlt. Homeoffice wird gefördert, die dortigen Arbeitsplätze werden technisch angepasst und energieeffiziente Monitore eingesetzt. Die Computer werden sukzessive durch Notebooks ersetzt. Die Raumtemperatur im Rathaus wird gesenkt, geheizt wird erst ab Oktober. Glühbirne war gestern, es soll auf LED umgerüstet werden. Bewegungsmelder sollen zum Einsatz kommen. Zudem schließt die Verwaltung die Stadtbücherei zwischen Weihnachten und Neujahr.

Vitalbad: Das Vitalbad hat sein Wasser in den Becken um 1 Grad gesenkt und den Saunabereich geschlossen – was bei den Besuchern auf Verständnis, aber auch nicht gerade auf Begeisterung stieß, wie Geschäftsführer Christian Meuthen erst kürzlich im Bergischen Volksboten berichtete.

TWB: Die Technischen Werke verzichten wie das Rathaus auf warmes Wasser.

Weiteren Maßnahmen gaben jetzt die Politiker grünes Licht. In den Sporthallen bleien die Duschen künftig kalt. Ausnahme: Max-Siebold-Halle und Auf dem Schulberg. „Letztere ist eine Schulturnhalle, erstere wird durch den 3.Liga-Handball genutzt. Deren Spieler kommen teilweise von weiter her, das ist fast schon Profisport“, begründete Bürgermeister Dirk Runge. Die anderen Hallen hätten zudem nah gelegene Alternativen, lediglich die Karl- Zimmer-Halle sei außen vor.

Auch dem Licht geht es an den Kragen, fast jede zweite Straßenleuchte soll abgestellt werden. „Das wird nicht überall funktionieren, weil ja keine Gefahrenstellen entstehen sollen wie beispielsweise an Treppen“, sagte Runge. Deswegen würde man eine Begehung anberaumen und vor Ort prüfen. „Was sagt die Polizei dazu? Wie steht es um das Sicherheitsgefühl?“ wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hartmut Schepanski wissen. Und Sabine Rusch-Witthohn (Grüne) erinnerte an die Kinder auf Schulwegen. Das wische man nicht vom Tisch, entgegnete Runge: „Wir machen das mit Augenmaß. Aber: Es wird nicht mehr so beleuchtet sein, wie wir das gewohnt sind.“ „Wir wollen und müssen sparen. Da kann es nicht taghell sein“, kommentierte SPD-Fraktionschef Klaus Becker.

Dunkler wird es auch an angestrahlten städtischen Gebäuden. Dazu zählen unter anderem die Stadtbücherei und die Katholische Kirche St. Laurentius. Dort werden die Lichter abgeschaltet.

Und auch auf die Schulen ist die Verwaltung schon zugegangen, mit der Bitte, „das Thema sensibel anzugehen“, wie Runge berichtete. So sollen die während der Pandemie so begehrten Lüftungsanlagen maßvoll eingesetzt werden: „Die ziehen nämlich ganz schön Strom“, erklärte der Bürgermeister.

Hintergrund

Der Einsparungskatalog wird fortgeschrieben und der Entwicklung angepasst, also verringert oder verschärft. „Sobald sich etwas ändert, kommen wir wieder ins Gespräch“, sicherte Bürgermeister Dirk Runge Ausschussmitglied Dr. Jens Feldermann (CDU) auf dessen Nachfrage zu.

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