Wann Versicherungen für Schäden aufkommen

Tief Bernd hat vor rund einer Woche jede Menge vollgelaufene Keller und sonstige Gebäudeschäden hinterlassen. Dagegen müssen sich Eigentümer versichern – Haus & Grund hat hierzu kurzfristig ein Beratungsdossier herausgegeben. Foto: Tim Oelbermann
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Tief Bernd hat vor rund einer Woche jede Menge vollgelaufene Keller und sonstige Gebäudeschäden hinterlassen. Dagegen müssen sich Eigentümer versichern – Haus & Grund hat hierzu kurzfristig ein Beratungsdossier herausgegeben.

Haus & Grund hat aktuell ein Beratungsdossier zu Unwetterschäden herausgegeben

Von Manuel Böhnke

Nicht nur in den am stärksten vom Jahrtausend-Hochwasser betroffenen Bereichen haben Eigentümer mit Schäden an ihren Immobilien zu kämpfen. Aus dem gesamten Bergischen Land gibt es seit vergangener Woche zahlreiche Meldungen von vollgelaufenen Kellern und beschädigten Gebäuden. Folgendes müssen Betroffene wissen.

Welche Versicherung zahlt Schäden durch Überschwemmung?

Vielfach herrscht der Irrglaube vor, dass Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen Schäden durch Starkregen und Überschwemmungen automatisch einschließen. Dies ist nicht der Fall, erklärt Dr. Hans Reinold Horst. Meist decken diese nur Sturm- und Hagelschäden ab. Der Rechtsanwalt und Vorsitzende des Eigentümervereins Haus & Grund Solingen hat binnen kürzester Zeit ein Beratungsdossier „Hochwasser 2021“ veröffentlicht. „Schäden, die nach einem extremen Niederschlagsereignis entstehen, fallen unter den Sammelbegriff der Elementarschäden“, heißt es darin. Um sich dagegen abzusichern, braucht es eine erweiterte Elementarschadenversicherung. Diese greift neben Hochwasser in der Regel auch bei Schäden durch Erdrutsche und -absenkungen, Schneedruck, Lawinen und Erdbeben.

Nur rund 45 Prozent der Gebäude sind auf diese Weise abgesichert. Probleme können Personen bekommen, deren Eigentum in Regionen steht, die beispielsweise für Hochwasser extrem anfällig sind. „Dann kann es sein, dass die Anbieter unheimlich hohe Preise fordern oder das Gebäude gar nicht versichern“, erklärt Hans Reinold Horst. So oder so mahnt er vor Abschluss einer Elementarschadenversicherung zur Vorsicht vor Deckungslücken: „Es ist genau zu ermitteln, welche Schäden – Gebäudeschäden und/oder Schäden am Hausrat – eine Elementarversicherung abdeckt.“

Wer zahlt, wenn ein Auto den Fluten zum Opfer gefallen ist?

Hans Reinold Horst kann beruhigen: Kommen Fahrzeuge bei Unwettern wie dem aktuellen zu Schaden, greift die Teil- oder Vollkaskoversicherung.

Wie verhalte ich mich im Schadensfall richtig?

Kommt es zu hochwasserbedingten Schäden an einer Immobilie, ist Horst zufolge auf einige Dinge zu achten. „Wichtig: Nicht sofort aufräumen, sondern zuvor Schäden dokumentieren und begutachten lassen; mit der Versicherung besprechen, wie und wann der Schaden beseitigt werden soll und zerstörte Vermögensgüter entsorgt werden können“, rät der Jurist. Hintergrund dieses Ratschlags ist, dass der Geschädigte gegenüber seinem Versicherer die Beweislast über Art und Umfang des Schadens trägt. „Ist bereits alles entsorgt, wird eine Beweisführung in aller Regel sehr schwierig“, erklärt Horst.

Die Meldung an die Versicherung sollte außerdem möglichst schnell erfolgen. Die Frist liege bei spätestens einer Woche nach Auftreten des Schadens. Gleichzeitig dürfen Geschädigte nicht zu lange warten, erforderliche Notmaßnahmen einzuleiten, um Folgeschäden zu vermeiden. „So genügen Sie Ihrer Schadensminderungspflicht.“

Das aktuelle Beratungsdossier ist auf der Website von Haus & Grund Solingen abrufbar:

www.haus-und-grund-solingen.de

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