Wahlausschuss bestätigt Dirk Runge als Bürgermeisterkandidaten

Er ist Bürgermeisterkandidat: Dazu stellte sich Dirk Runge bei CDU, SPD und BfB vor. Archivfoto: Doro Siewert
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Er ist Bürgermeisterkandidat: Dazu stellte sich Dirk Runge bei CDU, SPD und BfB vor. Archivfoto: Doro Siewert

Alle Fraktionen hatten den Verwaltungswirt vorgeschlagen – Auf dem Papier fehlen aber Grüne, FDP und UWG

Von Nadja Lehmann

Mit der Sitzung des Wahlausschusses am Donnerstagabend ist es amtlich: Dirk Runge, Diplom-Verwaltungswirt und seit 1992 in der Burscheider Stadtverwaltung, geht ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters. Er ist der einzige Kandidat; eine dementsprechende Deadline am 20. Januar verstrich, ohne dass sich weitere Kandidaten meldeten oder vorgeschlagen worden wären. Die Burscheider werden am 20. März an die Wahlurnen gebeten. Der außerplanmäßige Termin wurde nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod von Amtsinhaber Stefan Caplan notwendig, der im Oktober einer kurzen schweren Erkrankung erlag. Caplan war von 2009 an Bürgermeister von Burscheid und im September 2020 mit großer Mehrheit gerade erst wieder wiedergewählt worden – für seine dann dritte Amtszeit. Caplan kannten die Burscheider als überaus engagierten und durchsetzungsstarken Bürgermeister, der für „seine“ Stadt brannte und überall zur Stelle war. Sein Tod war ein Schock – auf den die Burscheider Fraktionen eine ganz besondere Antwort fanden: Über alle Parteigrenzen hinweg nominierten sie Dirk Runge, der bereits allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters war, als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten.

Im Haus der Kunst trat der Wahlausschuss zusammen, um die eingereichten Wahlvorschläge beziehungsweise den einzigen zu prüfen und über ihn abzustimmen. Und eine Überraschung gab es dann doch: In der Beschlussvorlage taucht Dirk Runge lediglich als Kandidat von CDU, SPD und Bündnis für Burscheid (BfB) auf. Grüne, FDP und UWG, bei der öffentlichen Vorstellung des Kandidaten im November im Haus der Kunst noch dabei, fehlen. Zumindest auf dem Papier. Hintergrund: Sie haben keine eigenen Wahlversammlungen abgehalten, auf denen der Kandidat hätte gekürt werden können. „Seltsam“, kommentierte BfB-Fraktionsvorsitzender Michael Baggeler das am Rande des Ausschusses. Ihm seien „organisatorische Schwierigkeiten“ als Begründung genannt worden: „Wir hatten aber doch alle die gleichen Voraussetzungen und die gleiche Zeit“, zeigte sich Baggeler verwundert.

„Wir wollten in Corona-Zeiten keine eigene Wahlversammlung abhalten. Das ist eine rein formale Sache“, stellt Joachim Wirths von der FDP klar. Als zweitkleinste Fraktion habe man darauf verzichtet, Dirk Runge aber von Anfang an unterstützt: „Wir rufen auch öffentlich zu seiner Wahl auf“, unterstreicht Wirths. Das sei im eigenen FDP-Infoblatt bereits geschehen. „Ob wir Plakate aufhängen, wissen wir noch nicht.“ Für den Burscheider Liberalen ist das kein ungewöhnliches Prozedere, zumal die FDP es bereits so praktiziert habe: „Bei Stefan Caplan haben wir es genau so gemacht.“

Auch Jürgen Müller von der UWG nennt formale Gründe, die eine eigene Wahlversammlung verhindert hätten: „Wir unterstützen Dirk Runge und haben das, als sich nach Stefan Caplans Tod die Fraktionsvorsitzenden beraten haben, auch so mit beschlossen. Für uns war klar, dass er Kandidat wird.“

„Auf Spitz und Knopf wollten wir es nicht machen. Nicht, dass uns ein Formfehler unterläuft.“

Ute Hentschel (Grüne)

Entwaffnend ehrlich reagiert Ute Hentschel (Grüne): „Ehrlich gesagt, war mir gar nicht bewusst, dass die Wahlversammlung so dringlich ist. Denn wir empfehlen Dirk Runge ja.“ Als den Grünen bewusst wurde, dass die eigene Wahlversammlung wichtig ist, war ihnen schon die Zeit davongelaufen: „Und auf Spitz und Knopf wollten wir es nicht machen. Nicht, dass uns da in der Eile ein Formfehler unterläuft.“ Am kommenden Mittwoch laden die Grünen aber noch zur Mitgliederversammlung ein. „Dann wollen wir ganz offiziell beschließen, dass wir Dirk Runge unterstützen und dann auch öffentlich für ihn werben“, sagt Ute Hentschel. „Auf der gemeinsamen Pressekonferenz aller Fraktionen haben wir ja bereits letztes Jahr klargemacht, dass wir hinter dem gemeinsamen Kandidaten stehen“, hebt auch die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Wurmbach hervor.

CDU, SPD und BfB dagegen hatten Dirk Runge jeweils ganz offiziell eingeladen (BfB im Dezember, die beiden anderen Parteien an einem Januar-Wochenende) und ihn als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten bestätigt. Für den gebürtigen Solinger Runge war es auch eine Gelegenheit, sich im Detail vorzustellen und Schwerpunkte zu skizzieren.

Bereits da hatte SPD-Fraktionschef Klaus Becker angemerkt, dass er es befremdlich finde, dass nur drei solcher Veranstaltungen in Burscheid angesetzt seien. „Wir sind sechs Parteien und Wählervereinigungen in der Stadt. Dazu gehören auch die FDP, UWG und die Grünen. Dass die keine Veranstaltung auf die Beine stellen konnten, ist schon ein Armutszeugnis“, hatte Becker auf der SPD-Versammlung kritisiert.

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