Wachturm in Nähe der Zwangsarbeiter

Ein-Mann-Bunker

-uh- Jüngst berichtete der Bergische Volksbote über den EinMann-Bunker - und das brachte bei der Burscheiderin Sigrid Linden eine Flut von Erinnerungen zurück. „Was mein Schwiegervater Paul Linden aus den letzten Kriegsjahren erzählte, machte auch uns jungen Leuten die ganze Dramatik deutlich. Als Meister in den Goetze-Werken standen ihm nur wenige heimische Mitarbeiter zur Verfügung. An den meisten Maschinen ersetzten osteuropäische Zwangsarbeiter die fehlenden, an der Front kämpfenden, deutschen Soldaten. In Burscheid stammten die jungen Leute hauptsächlich aus Russland. Ihre Nächte verbrachten sie in einer provisorisch erstellten Baracken-Siedlung Auf der Schützeneich. Verpflegt wurden sie von der Goetze-Werksküche aus. Die ungewohnte Arbeit im Betrieb forderte mehr Kraft von ihnen, als die Essens-Zuteilungen hergaben. So legte mein Schwiegervater bei der Firmenleitung ein gutes Wort ein, obwohl die zwangsweisen Helfer ja zu den Gegnern Deutschlands zählten.“ Sigrid Linden hat noch dessen Worte im Ohr: „Wenn die Leute nicht sofort mehr zu essen bekommen, fallen sie mir bald ohnmächtig an der Arbeitsstelle zusammen!“

Wie hängt nun dieser EinMann-Bunker mit diesen dramatischen Jahren zusammen? Er wurde ganz in der Nähe der Zwangsarbeiter-Siedlung errichtet und bot bei Fliegeralarm wenigstens der jeweiligen Aufsichtsperson über die Lagerinsassen einen sicheren Schutz. In den Wirren des Zusammenbruchs 1945 gab es auch in Burscheid auf beiden Seiten traurige Situationen. Die endlich erlangte Freiheit endete für einige in aller Eile flüchtende Zwangsarbeiter durch deutsche Gewehrsalven - und ein Burscheider Geschäftsmann ließ sein Leben durch einen brutalen Plünderungszug der anderen Seite. Gedenkstätten erinnern an diese Geschehnisse.

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