Fußballturnier

Von EM-Fieber ist in der Stadt nichts zu spüren

Eine italienische Flagge hängt an einem Balkon eines Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße.
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Eine italienische Flagge hängt an einem Balkon eines Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße.

Zurückhaltend reagieren bislang die Burscheider auf das kontinentale Fußballturnier.

Von Stephanie Licciardi und Markus Schumacher

Keine optische Konkurrenz für den Turm der Kirche St. Laurentius ist das einsame Fähnchen dieses Vogelhäuschens.

Burscheid ist noch im EM-Dornröschenschlaf: Vor dem heutigen ersten Auftritt der deutschen Mannschaft im Spiel gegen den Weltmeister Frankreich ist trotz der Lockerungen sehr wenig EM-Fieber spürbar. Der BV hatte sich umgeschaut, wie EM-affin die Burscheider denn sind.

Und: Vereinzelt flattern ein paar Länderflaggen in der leichten Frühsommerbrise. Eine Deutschlandfahne weht unweit der Sankt Laurentius-Kirche im Wind. An einigen Mehrfamilienhäusern ist hier und da sparsam dekoriert – viel mehr EM findet sich in der Stadt noch nicht. Die am vergangenen Freitag gestartete Fußball-Europameisterschaft ist in Burscheid kaum präsent.

„Wir haben in diesem Jahr auf EM-Dekoration verzichtet.“

Andrea Lunau, Buchhandlung Hentschel
Ute Hentschel (l.) und ihre Mitarbeiterin Andrea Lunau von der Buchhandlung Hentschel haben immer ein paar Fußballbücher im Laden.

Die Corona-Pandemie, so mutmaßen Ute Hentschel und ihr Team in der Buchhandlung Hentschel, trägt dazu bei. „Aus bekannten Gründen haben wir in diesem Jahr auf EM-Dekoration verzichtet“, sagt Andrea Lunau vom Hentschel-Team. Auch wenn die Chefin Ute Hentschel selbst ein eingefleischter Fußballfan ist – ihr Herz schlägt für den FC Schalke –, ist die Stimmung gedämpft. Die Nachfrage an Literatur und Bücher über den Fußball sei gering; auf irgendwelches Merchandising hat das Team dieses Mal komplett verzichtet. „Wir führen aber auch abseits von EM und WM immer Bücher zu dem Thema oder Biografien bekannter Spieler“, erklärt Andrea Lunau.

Rund um den Markt und der Hauptstraße herrscht nahezu völlige Ebbe. Flaggen der EM-Teilnehmerländer sucht der aufmerksame Beobachter ebenso vergebens wie Hinweisschilder für ein Public Viewing in Biergärten. In der Konditorei Kretzer sowie in Bäckereien sind Teilchen und Co. wie immer dekoriert – keine Länderflaggen oder Tor-Tipps wie „0:1 Deutschland – Frankreich“. Unweit des Marktes, in der Bergischen Stube ist der Biergarten etwas hergerichtet worden: Hier flattern verschiedene Länderfahnen.

Im Biergarten der Bergischen Stuben hängen schon ein paar Länderfähnchen an Girlanden oder stecken in Blumenkästen.

Sicher tragen die Auswirkungen der Pandemie als auch die Vorsicht der Burscheider eine Rolle. Und darüber hinaus lassen sich im Wohnzimmer, auf der Terrasse oder im Garten ja auch die Daumen für Jogi’s Jungs drücken.

Das Hissen der schwarz-rot-goldenen Bundesflagge ist übrigens durch Artikel zwei und fünf des Grundgesetzes geschützt und somit jedem gestattet. Allerdings darf die Flagge nicht auf irgendeine Weise verunglimpft werden. Gar nicht von Privatpersonen gehisst werden darf die schwarz-rot-goldene Flagge mit Bundesadler darauf: Diese dürfen nur Bundesbehörden verwenden.

Fahnen an Autos

Mit Beginn der Fußball-EM dekorieren viele Fußballfans ihre Autos in den Landesfarben ihrer Nationalmannschaft. „Wichtig ist, dass der Fahrer freie Sicht durch Fenster und Spiegel hat und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden“, sagt ADAC Rechtsexpertin Elke Hübner. Fahnen und andere Fanartikel müssen stabil am Fahrzeug befestigt sein. Ab etwa Tempo 50 steige die Gefahr, dass Halterungen abreißen. „Vor Fahrten auf der Landstraße oder der Autobahn sollte man die Fähnchen lieber abnehmen, im Stadtverkehr passt es“, rät Hübner. Große Flaggen an einer langen Stange während der Fahrt aus dem Fenster zu halten, ist generell verboten. Auch auf die „Spiegelsocken“ müssen viele Autofahrer inzwischen verzichten: In modernen Autos sind die Blinker häufig im Seitenspiegel integriert und würden verdeckt. Laut ADAC Nordrhein sind Autokorsos nicht erlaubt. „Erfahrungsgemäß drückt die Polizei während einer Fußball-EM oder WM aber ein Auge zu, wenn die Sache nicht aus dem Ruder läuft“, sagt Verbraucherschützerin Hübner.

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