Von der Burger Brezel, die am Ende zu purem Gold wird

Olaf Link stellt „Burger Brezelmärchen“ vor, illustriert wurde das Buch von Rosah Sahin. Foto: Tim Oelbermann
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Olaf Link stellt „Burger Brezelmärchen“ vor, illustriert wurde das Buch von Rosah Sahin.

Neue Bücher von Olaf Link erzählen Märchenhaftes aus dem Bergischen und Historisches aus Wien

Von Jutta Schreiber-Lenz

Am Ende ist die vom verstorbenen Vater geerbte schlichte Burger Brezel aus purem Gold: Im von Olaf Link erdachten Märchen von den „Drei Kisten“ wird dem Jüngsten von drei Brüdern so schließlich seine Bescheidenheit und Demut reich entlohnt. In einer anderen Erzählung des neu erschienenen Märchenbuches ist es ein Brezelbäcker, der schließlich zum Happy End beiträgt und in einer dritten Mär bekommen kluge Kinder Brezel zur Belohnung, weil sie geholfen haben, Recht zu sprechen.

Insgesamt neun längere und kürzere Märchen legt der längst über Solingen bekannte Autor Olaf Link in seinem neuen Werk vor. „Brezelmärchen“ nennt er sie, weil „irgendwo und irgendwie immer ein Burger Brezel eine Rolle spielt“, verrät er. Das Buch soll den Freundeskreis Burger Brezel bei den Solingern in Erinnerung rufen, um den es pandemiebedingt seit geraumer Zeit sehr still geworden ist.

Illustrationen stammen von Rosah Sahin

Die begleitenden Illustrationen, und auch das Titelmotiv des Hardcover-Buches stammen von Rosah Sahin. Die 26-jährige studiert diese Fachrichtung und es gelangen ihr ausdrucksstarke Zeichnungen, die zum Teil am Tisch, zum Teil digital entstanden, wie sie erläutert. Nicht zuletzt dadurch schlägt sie die Brücke zwischen den Zeiten: Die alte, Märchenepoche, die Olaf Link mit seinen erdachten Geschichten im Stil einen Hans- Christian Andersen heraufbeschwört, bekommt durch die Zeichnungen im Holzschnitt- Stil stimmige Unterstützung. Dennoch bleibt Sahin schnörkellos und weit entfernt etwa vom Jugendstil: Eher karg und angedeutet wirken ihre Szenerien, in die sie die handelnde Hauptperson hineinsetzt.

Ebenfalls erst kürzlich erschienen ist ein neues Wien- Buch, indem Link, bekennender Fan der geschichtsträchtigen Stadt, einem speziellen Thema nachspürt, das bislang kaum aus der Tabuzone herausgeholt wurde: „Kleine Geschichte(n) der Prostitution im alten Wien“ befasst sich unter anderem mit den sogenannten rechtlosen „Hübschlerinnen“, deren Dienste spätestens seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Wien nachweisbar von Freiern in Anspruch genommen wurden. Link verfolgt ihre historische Spur bis hinein in die Zeit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und beschreibt unter anderem deutlich die Doppelmoral dahinter: Ehrlos und verachtet waren die Frauen, die sich just schwerpunktmäßig im heutigen Touristenviertel angesiedelt hatten – angesehen, geachtet die, die ihre sexuellen Bedürfnisse mit ihnen stillten.

So soll auch Kaiser Joseph II. ganz selbstverständlich Kunde dieses „ältesten Gewerbes der Welt“ gewesen sein.

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