Einzelhandel

Viele Menschen setzen noch auf die Maske

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Im Verkauf und der Auslieferung setzt Richard Kretzer auf die Maskenpflicht.

Seit knapp zwei Wochen sind die Corona-Regeln deutlich gelockert.

Von Stephan Eppinger

Burscheid. Lange haben die Lockdowns und strenge Corona-Regeln das Leben der Menschen maßgeblich bestimmt. Seit knapp zwei Wochen sind die meisten Corona-Regeln weggefallen, auch wenn aktuell die Infektionszahlen immer noch ziemlich hoch sind. Zu den Lockerungen zählt auch, dass Kunden im Einzelhandel keine Maske mehr tragen müssen. Wir haben uns bei den Burscheider Händlern umgehört und nach einer ersten Bilanz der „maskenfreien“ Wochen gefragt. Den Anfang macht Richard Kretzer von der gleichnamigen Bäckerei.

„Die Stimmung ist bei uns durchaus positiv. Allerdings setzen wir bei unseren Mitarbeitern im Verkauf und in der Auslieferung auch noch weiter auf die FF2-Maskenpflicht, weil diese jeden Tag sehr viele Kundenkontakte haben. Das hat nicht allen gefallen, aber ich will mir später nicht den Vorwurf machen müssen, dass ich zu sorglos war. Das gehört für mich einfach zu meiner Sorgfaltspflicht als Arbeitgeber und vermeidet zudem größere Personalausfälle durch Infektionen und die nachfolgende Quarantäne. Ich selbst trage beim Einkaufen auch weiter meine Maske. Bei den Kunden im Laden ist die Maske dagegen nicht mehr verpflichtend. Man hat den Eindruck, dass die Menschen froh sind, dass sie darauf verzichten können. Bei uns sieht man auch nur noch vereinzelt Kunden mit Maske im Laden, die Mehrzahl verzichtet darauf“, sagt Richard Kretzer.

Buchhändlerin Ute Hentschel ist froh, die Maske ablegen zu können.

Bei Buchhändlerin Ute Hentschel müssen weder die Mitarbeiter noch die Kunden noch eine Maske tragen. „Es kommen immer mehr Menschen ohne Maske ins Geschäft. In der ersten Woche waren es noch etwa 90 Prozent mit Maske, jetzt liegt die Quote bei etwa 80 Prozent. Ich finde es ganz gut, dass die Masken jetzt fallen. Viele Menschen sind inzwischen geimpft oder genesen und lassen sich noch testen. Außerdem steht bei uns die Tür immer offen, und der Laden wird so gut durchgelüftet. Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, Zettel aufzuhängen, auf denen wir die Kunden bitten, weiter Maske zu tragen. Das bringt nur unnötige Diskussionen mit sich. Jeder kann machen, was er will, und keiner wird schief angeguckt, wenn er eine Maske trägt oder darauf verzichtet.“

Ich selbst trage beim Einkaufen auch weiter meine Maske. Bei den Kunden im Laden ist die Maske dagegen nicht mehr verpflichtend.

Richard Kretzer

Nur wenn Kunden, die eine Maske tragen, beraten werden möchten, zieht Hentschel auch selbst noch eine Maske auf. „Allerdings ist das Beraten ohne Masken deutlich angenehmer, weil man an den Reaktionen im Gesicht ablesen kann, ob man richtig liegt. Es ist auch schön, endlich im Laden wieder Menschen lachen zu sehen. Vorher hat man oft wie gegen eine Wand gesprochen. Manchmal hat man selbst Stammkunden nicht erkannt, wenn sie mit einer Maske reingekommen sind“, sagt Hentschel, die spätestens im Mai auch die Plexiglasscheiben an der Kasse abbauen möchte. „Da gibt es gerade noch Diskussionen mit meinen Mitarbeitern, einige im Team wollen die Scheiben beibehalten. Aber ich selbst freue mich, wenn wir endlich aus unserem Aquarium herauskommen.“

Ute und Peter Korytowski tragen die Maske weiterhin.

Bei Ute Korytowski in der Foto Factory steht die Maske auch weiter im Mittelpunkt. „Wir selbst tragen sie, und etwa 95 Prozent unserer Kunden tun das auch. Auf einem Schild im Laden bitten wir die Kunden auch darum, aus Rücksicht auf uns, weiter die Maske zu tragen. Probleme hat es deswegen noch nicht gegeben. Insgesamt hat sich die Situation bei uns und an der Hauptstraße durch die Lockerungen nicht groß geändert. Wir haben auch noch immer die große Baustelle vor der Tür. Und viele Menschen sind noch zurückhaltend, was wohl durch die Osterferien, dem Krieg in der Ukraine und durch die Inflation bedingt ist.“

Auch im „Liebevoll“ hält Inhaberin Anastasia Vasilakopoulou (hier mit Mitarbeiterin Beate Desel) an der Maske fest.

Im Geschäft „Liebevoll“ ebenfalls an der Burscheider Hauptstraße gelegen, ist die Situation in Sachen Maske ähnlich: „Wir tragen selbst auch weiter die Maske im Laden, und 95 Prozent der Kunden machen das genauso. Da gab es keine Probleme oder Diskussionen. Wir selbst haben uns im Team abgesprochen und für die Maske entschieden, vor allem, wenn man bei Beratungen anderen Menschen nahekommt. Die Kunden selbst sind sehr entspannt und zeigen beim Masketragen Eigenverantwortung. Die Zahlen sind ja weiter hoch. Zum Sommer hin könnte sich das bei weiter rückläufigen Zahlen ändern“, sagt Mitarbeiterin Anja Brandt.

Hintergrund

Die allgemeine Maskenpflicht in Innenräumen wie in Geschäften ist mittlerweile entfallen. Auch in Schulen gilt sie nicht mehr. Maskenpflicht gilt jedoch nach wie vor in Bussen und Bahnen, in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen, beim Besuch in Pflege- beziehungsweise Altenheimen, beim Besuch von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in Obdachlosenunterkünften, in Unterkünften für Geflüchtete. Eigentümer, Betreiber und Betreiberinnen können zudem von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und das Tragen einer Maske verlangen.

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