Viele geimpfte Senioren bleiben vorsichtig

Vor allem betagte Senioren wurden bereits Ende 2020 erstmals geimpft. Symbolfoto: Roland Keusch
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Vor allem betagte Senioren wurden bereits Ende 2020 erstmals geimpft. Symbolfoto: Roland Keusch

Der BV hörte sich um: Wie gehen die älteren Burscheiderinnen und Burscheider mit den neuen Freiheiten um?

Von Ursula Hellmann

Viele Burscheider, vor allem Senioren, sind bereits seit Monaten geimpft. Aber wie gehen sie damit um? Bewegen sie sich wieder genauso frei in der Öffentlichkeit wie vorher – oder sind sie eher vorsichtig? Der Burscheider Volksbote hörte sich um.

Bei vielen liegt die zweite Impfung mindestens drei Wochen zurück. Die meisten Befragten hatten nach ihrem Pieks keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen. Aber was die wiedergewonnen Freiheiten angeht, darüber sind die geimpften Burscheider Senioren noch uneins. In persönlichen Gesprächen wird klar, dass die Meinungen über die persönliche Sicherheit nach einer Erkrankung auseinanderklaffen. Die verschiedenen Ansichten zum Thema Impfen reichen oft quer durch den engsten Familienkreis.

Dietmar Schorn zum Beispiel möchte mit seinen 78 Jahren noch etwas abwarten, bis klar ist, ob eine dritte Impfung im September zwingend notwendig ist oder nicht, sagt der Senior.

Auch Reinhard und Angelika Neumann sehen für sich keinen wesentlichen Unterschied zwischen ihrem Tagesablauf vor und nach ihrer Impfung. „Wir sind ohnehin nur selten außer Haus unterwegs, bekommen so gut wie keinen außerfamiliären Besuch. Wo wir eine deutlich erkennbare Vorsicht feststellen, ist bei den Kontakten zur weiter entfernt wohnenden Verwandtschaft. Wir hoffen, dass bald alles wieder ins Normale wechselt.“

In einer besonderen Situation ist derzeit Roswitha Dymmel (81). Schon seit ihrer Kindheit hatten Mediziner ihr davon abgeraten, sich gegen Volkskrankheiten zu impfen. Ihr Körper sei damals und auch heute nicht imstande, sich risikolos zu immunisieren, berichtet die Seniorin aus Burscheid. Dymmels Fazit: „Trotz aller Einschränkungen habe ich ein hohes Alter erreicht und viele Aufgaben bewältigen können. Dafür bin ich unendlich dankbar und werde meine weitere Zeit zuversichtlich verbringen.“

Viele nutzen die Freizeitangebote auch jetzt schon

Viele Geimpfte, Getestete und Genesene nutzen aber die Freizeitangebote durchaus. Spürbar ist das beispielsweise am Vitalbad. Schon seit dem 14. Juni hat es nach langer Corona-Pause wieder geöffnet. Dass nicht nur die Burscheider Bürger sehnlichst auf die Öffnung gewartet hatten, zeigen übervoll besetzte Parkplätze vor dem Bad, mit Pkw aus Köln und dem Oberbergischen Kreis sowie aus dem entfernteren Umland.

Am Eingang werden von den Badegästen Impf-, Genesenen- oder Testnachweise verlangt, die sie meist digital in ihren Smartphones gespeichert haben. Vorige Woche riss der Strom von Badewilligen jeden Alters kaum ab. Ungeduldiges Gedränge gab es dennoch nicht.

Im Bad gilt das Prinzip: Die gesamte Gebäudefläche geteilt durch sieben Quadratmeter, das ergibt die zulässige Besucheranzahl. Ein Service der Badbetreiber: Die übliche Fünfjahreskulanz für ungenutzte Karten verlängert sich um die Dauer der Corona-Pause.

Aber wie sieht es bei den jetzt geimpften jungen Leute aus, die ungeduldig auf die versäumten, großen Partys warten? Katja Schütt sieht alles recht gelassen: „Ich habe mich meiner Familie angeschlossen, die generell die Schutzimpfungen für sinnvoll hält und mich impfen lassen. Große Partys waren auch vorher schon nicht mein Ding. Wenn ich bald erfahre, dass alle meine Freundinnen ebenfalls den Impfpass haben, werden wir uns aber sicher wieder öfter treffen.“

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