Tradition

Verkündigungs-Szene: „Fürchte dich nicht . . .“

Weihnachtskrippe in St. Laurentius: Günter und Johanna Dreyer kümmern sich um die Krippe. Der Erzengel Gabriel besucht Maria. Foto: Doro Siewert
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Weihnachtskrippe in St. Laurentius: Günter und Johanna Dreyer kümmern sich um die Krippe. Der Erzengel Gabriel besucht Maria.

Günter und Johanna Dreyer gestalten seit 16 Jahren die Krippen-Bilder in St. Laurentius.

Von Susanne Koch

Noch stehen die beiden Figuren Lucia und Nikolaus in der Krippe von St. Laurentius in Burscheid. Ihre Geschichten sind auf zwei in Plastik verschweißte Hüllen niedergeschrieben. Hinter Nikolaus ankert ein Schiff, gemalt auf Papier. Häuser sind rechts davon zu erkennen. „Unsere Krippe erzählt Geschichten ab dem 11. November, ab St. Martin“, sagt Günter Dreyer. „In immer wechselnden Bildern.“

„Heute wechseln wir die Figuren und stellen Maria Verkündigung dar“, ergänzt seine Frau Johanna Dreyer. Das Ehepaar lebt seit 44 jahren in Burscheid. „Seit bestimmt 16 Jahren kümmern wir uns hier schon um die Krippe.“ Die Figuren stammen aus den 1950er Jahren. „Wir können sie umziehen und sogar die Köpfe wechseln“, erzählt der engagierte Mann. „Lucia wird gleich der Erzengel Gabriel“, sagt Johanna Dreyer. „Ich kleide die Puppe um, und sie wird dann einen gelben Schal auf weißem Gewand tragen.“

Maria sitzt vor vor einem kleinen Tisch. Darauf liegt ein Buch. Hinter ihr befindet sich ein Fenster und eine Holztür. „Und dann kommt der Engel und verkündet ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben“, erzählt Günter Dreyer aus einem Teil des Lukasevangeliums.

„Nächste Woche werden wir das Bild der Begegnung von Maria und Elisabeth stellen“, sagt Johanna Dreyer. „Und dann folgt die Herbergssuche, die Geburt des Herren an Heilig Abend, die Erscheinung des Herrn, die Heiligen Drei Könige, die Flucht nach Ägypten und zum Schluss die Darstellung des Herren im Tempel an Mariä Lichtmess.“ Für das Aufstellen der neuen Bilder brauchen die beiden immer ein bis zwei Stunden.

„Wir waren hier in der Gemeinde in unterschiedlichsten Positionen tätig.“

Johanna Dreyer

Johanna und Günter Dreyer haben in der katholischen Gemeinde St. Laurentius ihre zweite Heimat gefunden. „Meine Frau wurde gerade für 60-jährigen Chorgesang ausgezeichnet, ich für 55 Jahre“, sagt Günter Dreyer. „Wir waren hier in unterschiedlichen Tätigkeiten unterwegs“, sagt Johanna Dreyer. „Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, und ich habe Jahrzehnte lang den Kindersingkreis geleitet.“ Dafür wurde sie sogar mit dem päpstlichen Orden geehrt. „Die Jahre mit dem Kindersingkreis haben uns immer viel gegeben“, betont das Ehepaar. „Wir haben Freizeiten zusammen gestaltet und die Kinder haben die Kulissen für die Krippe gemalt. Da gehen wir immer sehr sorgfältig mit um.“

Um ihre häusliche Krippe aufzubauen, muss immer der obere Teil des Schrankes weggeräumt werden. „Das Krippenhaus ist schon 80 Jahre alt“, sagt Johanna Dreyer. „Es ist von meiner Mutter. Und hat auch in ihrer Wohnung gestanden, solange sie noch gelebt hat.“ Die Figuren seien auch schon sehr alt. „Aber ab und zu kaufen wir ein Schaf dazu“, sagt Günter Dreyer. Es passe nicht immer alles zusammen. Aber das sei ihnen egal. Hauptsache sie und ihre Familie fänden Gefallen daran.

Zurück in der Kirche. „Ich mag den Esel als Figur am liebsten“, sagt Günter Dreyer. „Mit Lasten bepackt ist er am Ende auch bei der Flucht nach Ägypten dabei.“ Den beiden merkt man an, dass ihnen ihr Einsatz viel gibt. „Wir werden zwar älter, da fällt uns das Schleppen der schweren Sachen nicht mehr so leicht, aber da können wir uns Hilfe holen“, sagt Günter Dreyer. Vor zwei Jahren konnte zum Glück verhindert werden, dass der Krippe viel passiert ist. „Jemand hatte sie angezündet“, sagt Günter Dreyer. „Der Esel hatte etwas abgekriegt und auch das Jesuskind.“ Bis heute sei die Brandstiftung nicht geklärt worden.

St. Laurentius

Sternsinger: Auch 2022 werden die Sternsinger wegen der Corona-Pandemie nicht von Haus zu Haus ziehen können. Dennoch plant die Gemeinde verschiedene alternative Aktionen, um zu ermöglichen, dass weltweit Kindern in Not geholfen werden kann. „Kinder helfen Kindern“, das sei nach wie vor ein großes Anliegen. St. Laurentius plant eine Briefaktion wie im vergangenen Jahr. Außerdem wird es an verschiedenen Orten einen Stand „Sternsinger to go“ geben. Eine „Sternsinger-Schnitzeljagd“ soll dafür Werbung machen.

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