Engagement

Burscheider Vereine stärken die Stadt

Gruppenbild im Megafon: Ihnen allen kam die Burscheid-Stiftung zugute. Für 47 Projekte flossen in diesem Jahr 77 630 Euro.
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Gruppenbild im Megafon: Ihnen allen kam die Burscheid-Stiftung zugute. Für 47 Projekte flossen in diesem Jahr 77 630 Euro.
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Burscheid-Stiftung lud die Einrichtungen ins Megafon ein und ehrte die Ehrenamtlichen.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Was er an Burscheids Vereinen hat, weiß Bürgermeister Dirk Runge ganz genau: „Ohne sie wäre es in Burscheid abends einsam und still, und jeder säße für sich zu Hause.“ So aber könne jeder, der wolle, das passende Angebot suchen und finden, sei es im kulturellen oder im sportlichen Bereich. Runge spricht da aus eigener Erfahrung: Der gebürtige Solinger spielte in seiner Heimatstadt Handball und war dort auch Jugendtrainer.

Die Vereine waren es denn auch, die am Dienstagabend im Jugendzentrum Megafon im Mittelpunkt standen. Denn dorthin hatte unter dem Motto „Vernetzung stiften“ die Burscheid-Stiftung der Kreissparkasse Köln eingeladen. Diese unterstützt Burscheids Ehrenamtliche: 47 Projekte erhielten insgesamt 77 630 Euro, wie Christian Brand, Geschäftsführer der Stiftungen der Kreissparkasse (KSK) Köln, berichtete. Statt konventioneller Scheckübergabe wollte die KSK dieses Mal (das erste Mal wieder in Präsenz) die Fördermittelempfänger um sich versammeln, zu Austausch und Kontaktpflege. Und zu Wissensvermittlung. Denn aus dem eigenen Haus hatten Brand und Stiftungsreferentin Sabine Claßen zwei Social-Media-Expertinnen mitgebracht: Damaris Vecchio-Henke und Yvonne Böhr verrieten, was es zu bedenken gibt, will ein Verein auf Plattformen wie Instagram oder Tiktok mitspielen.

Offensichtlich hatte die Burscheid-Stiftung damit einen Nerv getroffen. Denn das Megafon war gut gefüllt und die Resonanz auf die Einladung groß. „Scheckübergabe ist ein bisschen altmodisch, aber es ist nicht oldschool, sich zu treffen“, sagte Christian Brand. Und das sahen Vertreter der Burscheider Einrichtungen wie Vera Leweke vom Kulturverein, Anke Hoferichter vom Evangelischen Altenzentrum, Xenia Heß vom Tennisclub Grün-Weiß, Bodo Jakob vom Stadtsportverband, Michael Wehner vom Burscheider Schützenverein, Tillmann Werner von der Musicalischen Academie, Ulrike Kreffter vom Familienzentrum Kleine Strolche und viele mehr ganz ähnlich.

Seit 1996 gibt es die Burscheid-Stiftung, die Dirk Runge am Dienstag einen „Glücksgriff“ nannte. „Es ist die Art und Weise, wie Sie mit uns umgehen, es ist Ihr Service. Vieles könnten wir ohne Sie gar nicht stemmen“, sagte er in Richtung Brand und Claßen. Brand blieb da erfrischend uneitel: „Gut, wir geben das Geld. Das ist unsere Aufgabe. Aber wir brauchen die Ideen der Vereine, die Ideen der Stadt. Würden wir die Geldscheine auf die Straße legen, würden sie wegwehen.“ Sein Fazit: Es sei eine Partnerschaft.

Runge lobte das Engagement der Vereine in der Pandemie

Die Vereine haben sich durch die Pandemie gekämpft und trotz Lockdowns Angebote gemacht, dafür gab es großes Lob vom Bürgermeister. Aber er weiß auch, wo der Schuh drückt: „Die Jugend ist verloren gegangen. Der Nachwuchs bleibt aus.“ Wie also diesen ansprechen, wie von Angeboten überzeugen, wie diese bekannt machen? Auf angesagten Plattformen.

Und für die gelten, das machten Damaris Vecchio-Henke und Yvonne Böhr klar, eigene Gesetze. „Es ist wie eine Cocktail-Party. Ihr solltet diejenigen sein, mit denen man gerne spricht“, erklärte Vecchio-Henke, die das Plenum rasch auf das online-übliche „Du“ eingeschworen hatte. Von Schnellschüssen riet sie ab, stattdessen empfahl sie gezielte Vorbereitung und Ansprache. Kids und Jugendliche tummelten sich auf Instagram und Tiktok, die schon etwas älteren Semester auf Facebook. „Sucht gezielt einen Kanal aus. Und dem passt ihr euch an“, so Yvonne Böhr. Klicks und Likes gibt es nicht für Langweiliges; eine Scheckübergabe lockt niemanden hinterm Ofen hervor: „Die Leute wollen unterhalten werden.“ Was immer geht: „Tiere und Kinder!“, so Yvonne Böhr.

Böhr warb fürs bewegte Bild, für Kurzes und Prägnantes, für Einprägsames. Für ein gezieltes Posten nach Alter und Uhrzeit. Das Schlagwort dazu: „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“

Klar wurde: Die Öffentlichkeitsarbeit, in welchem Medium auch immer, macht sich nicht nebenbei und schon gar nicht von selbst. Erste Gehversuche hatten alle anwesenden Vereine schon unternommen, wie durch Frage und Handzeichen deutlich wurde.

„Bei uns macht das ein Vereinsmitglied“, erzählte Tillmann Werner. Für die Musicalische Academie stehe das Thema aber nicht an vorderster Stelle: „Klassische Musik zieht eher die Älteren an. Und die sind meist nicht auf Tiktok.“ Aber, so räumte Werner ein, den Nachwuchs wolle man auf lange Sicht ja auch für sich gewinnen. Insofern: „Ein interessanter Abend.“ Eine Einschätzung, die im Megafon viele teilten.

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