Fußballcamp

Verein will Anlaufstelle für die Familien sein

Kickt selbst immer montags mit den Montagsmalern: Christian Haas, Geschäftsführer und Jugendleiter des BV 1911 Burscheid.
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Kickt selbst immer montags mit den Montagsmalern: Christian Haas, Geschäftsführer und Jugendleiter des BV 1911 Burscheid.
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Am 25. Juli beginnt am Griesberg das zweite Fußballcamp des Ballspielvereins 1911.

Von Nadja Lehmann

Burscheid. Er selbst stand als siebenjähriger Knirps das erste Mal auf dem Platz. Natürlich auf der Anlage am Griesberg, beim Ballspielverein (BV) 1911. „Alles andere wäre gar nicht denkbar gewesen“, sagt Christian Haas lachend. Mutter und Schwester mussten ebenfalls mit. Und vor allem der Vater: Ulrich Haas, langjähriger Vorsitzender, Jugendleiter, Kassierer. „Er war über 60 Jahre im Verein“, sagt Christian Haas über seinen im vergangenen Jahr verstorbenen Vater.

Ich möchte einen roten Faden zwischen den Jugendmannschaften und den Senioren spannen.

Christian Haas

Der schaut ihm bei der Arbeit über die Schulter: In einer Ecke des durch die Mitglieder selbst aufgebauten Vereinsheims steht sein liebevoll aufgestelltes Foto. „Ullis Hütte sagen wir dazu“, verrät der Sohn. „Aber nicht offiziell.“ Heute hat Christian Haas, der als kickender Siebenjähriger seine ersten Schritte im Verein tat, selbst Vorstandsaufgaben übernommen, ist Jugendleiter und Geschäftsführer. Und kicken tut er immer noch, wenn der Meniskus es zulässt – bei den Montagsmalern. „Und meine Kinder spielen auch hier.“

Damit lebt der 47-Jährige vor, was ihm für „seinen“ Ballspielverein wichtig ist und was er weiter vorantreiben möchte: Nämlich eine Anlaufstätte für die ganze Familie zu sein; eine Anlage, auf der sich Groß und Klein wohl und willkommen fühlen. Einen „roten Faden zwischen den Jugendmannschaften und den Senioren spannen“, nennt es Haas: „Ich möchte, dass die Spieler bei uns bleiben.“

Fußballcamp bietet noch mehr als Kicken

So wie er selbst bei den Montagsmalern, über die er richtig ein bisschen ins Schwärmen gerät: „Das sind alles Fußballer, die aktiv bei uns gespielt haben. Der gesamte Vorstand macht dort mit.“ Es ist der harte Kern, der sich um den Ballspielverein kümmert, der den Platz sauber macht, der das Vereinsheim aufgebaut hat, der organisiert und plant. Der Motor gewissermaßen.

Damit die alten Spieler bleiben, muss es zunächst aber mal junge geben. Und die lockt Haas vom 25. bis 29. Juli auf den Platz: mit dem zweiten Fußballcamp, das der Verein auf die Beine stellt. Rund 40 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet. Ein erfahrenes Trainer-Team wird sich der Youngster annehmen: Max und Basti Kratz, Dieter Wagner, Luca Nierhoff und Kevin Bratke.

Mit Werner Malischke, der sonst die D-Jugend trainiert, ist ein Name mit gutem Klang dabei: Er spielte bei den Amateuren des Proficlubs Bayer 04 Leverkusen mit. Know-how, von dem das Fußballcamp wird profitieren können.

„Aber wir machen ja mehr als nur Fußball spielen“, sagt Christian Haas. Spaß und Freude an der Bewegung und am Miteinander stehen vor allem im Mittelpunkt. Auf der großen, idyllisch von Linden umstandenen Anlage am Griesberg wird es eine Schnitzeljagd geben und Geschicklichkeitsspiele, ein Pool wird aufgestellt, das Restaurant „Altes Landhaus“ sorgt fürs Catering. „Mit viel Obst und Gemüse“, verheißt Haas. Gesund, wie es junge Kicker brauchen. Täglich von 9 bis 15 Uhr dürfen sie in der Juli-Woche Gemeinschaft und Sport erleben. Von irgendwann 60 bis 70 jungen Teilnehmern träumt Christian Haas. „Dieses Jahr hatten wir noch Corona im Hinterkopf. Wir wollten kein Risiko eingehen.“ 44 junge Kicker waren es 2021, nun 40.

Rund 300 Mitglieder zählt der Ballspielverein. Und er kommt nicht nur familiär, sondern auch erfolgreich daher. „Die A-Jugend ist in die Bergische Liga aufgestiegen“, erzählt Haas stolz. Demnächst geht es in Partien gegen Wuppertal und Solingen. „Das ist dann schon ein anderes Kaliber.“ Eine wichtige Rolle im Gemeinschaftsgefühl spielen die neuen Trikots, Regenjacken und Trainingsanzüge im flotten Grün, die es für die Mannschaften und im Fußballcamp gibt – Vorstandsmitglied Stefan Komes sei Dank.

„Während Corona haben wir schwer gelitten“, sagt Christian Haas offen. Es habe keine Spiele und keinen Trainingsbetrieb gegeben. Nun wächst der Verein wieder zusammen. Und hat neben der erfolgreichen A-Jugend die 1. und 2. Mannschaft, zwei E-Jugend und drei F-Jugend-Mannschaften, eine D-Jugend, die Alten Herren (nicht zu verwechseln mit den Montagsmalern) und natürlich die Bambini. „Die Jahrgänge 2016 und 2017 sind bei uns gerngesehen“, lädt Haas zu neuer Bambini-Runde ein. Und: Mädchen natürlich auch.

„Wir hatten mal eine Frauen-Mannschaft; es wäre toll, wenn es das wieder gäbe“, findet Haas. Seine eigene Tochter hat ebenfalls im BV gespielt, in einer gemischten Mannschaft. „Irgendwann geht das nicht mehr, dann sind die Jungs körperlich überlegen. Wer als Mädchen dann weiterspielen will, muss wechseln“, bedauert Haas.

Seine beiden Söhne kicken ebenfalls beim Ballspielverein, in der D- und in der E-Jugend. Dann steht Christian Haas auch schon mal am Spielfeldrand und guckt zu. Genauso, wie es einst sein Vater tat.

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