Bürgerbus

Verein konzentriert sich auf Griesbergroute

Der Bürgerbusverein hat seinen Fahrplan überarbeitet und rollt mit seinem Bus nun ausschließlich auf der Griesbergroute.
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Der Bürgerbusverein hat seinen Fahrplan überarbeitet und rollt mit seinem Bus nun ausschließlich auf der Griesbergroute.

Hans-Joachim Scheurlen, Vorsitzender des Bürgerbusvereins, startet zuversichtlich ins neue Jahr.

Von Claudia Radzwill

Burscheid. Das Jahr 2022 ist vorbei. Schaut der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Hans-Joachim Scheurlen zurück, so sieht es nicht schlecht aus. „Ich kann sagen, dass wir verlustfrei fahren“, sagt er. Rund 500 Fahrgäste im Monat nutzen das Angebot. Die Zahl stagniere zwar – aber das sei auch bei anderen Bürgerbusvereinen der Fall. „Viele Menschen fahren bis ins hohe Alter noch selber. Das war vor zehn Jahren noch anders“, sagt Scheurlen. Flexible Mobilität contra feste Abfahrtzeiten, da nehme mancher lieber das Auto.

Um Fahrgastzahlen gehe es den Ehrenamtlern auch gar nicht. „Der Bürgerbus ist da, um all jenen Mobilität zu ermöglichen, die sie nicht haben“, betont Scheurlen. Ein Arztbesuch, das Einkaufen, auch ein Cafébesuch – all das ermöglichen die ehrenamtlichen Fahrer diesen Menschen. Die Freude ist groß, wenn es dann zu Nikolaus für die Fahrgäste noch einen Weckmann zur Fahrt dazu gibt. „Das hat bei uns Tradition und kommt immer gut an“, sagt Scheurlen. Die Weckmänner stammen stets aus der alteingesessenen Bäckerei Kretzer.

Der Bürgerbusverein in Burscheid fährt heute nur noch die Griesbergroute. Als Linie 249 ergänzt sie das innerstädtische Nahverkehrsangebot. Zu den fünf Fahrten, die von montags bis samstags am Vormittag angeboten werden, fährt der Bürgerbus dienstags und freitags auch nachmittags – jeweils von 14.50 Uhr, 15.50 und 16.50 Uhr.

In der Vergangenheit ist der Bus auch andere Routen gefahren, man hat versucht, Randbereiche anzubinden. „Doch da hatten wir kaum Resonanz. Und die Pandemie machte deutlich, wo der Bedarf am größten ist. Wir haben daher den Fahrplan überholt, was schon lange geplant war“, hatte bereits Hans-Joachim Scheurlen im Februar erklärt. Heute sagt er: „Das war eine gute Entscheidung.“ Weiterhin gilt: Manche Haltestellen werden nur auf Bedarf angefahren. An diesen gibt es eine Infotafel, auf der eine Telefonnummer drauf steht – um sich rechtzeitig telefonisch anzumelden.

Der Preis pro Fahrt beträgt nach wie vor 1,50 Euro, für Kinder und behinderte Menschen ist die Fahrt frei. Im Sommer galt auch im Bürgerbus das 9-Euro-Ticket. „Als ergänzender Bus des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) haben wir das Ticket akzeptiert“, sagt Hans-Joachim Scheurlen. Gut Zweidrittel der Fahrgäste seien im Juli und August damit gefahren. Die Fahrer haben die Fahrten alle registriert – immerhin gibt es von der Bezirksregierung für die fehlenden Einnahmen an der Buskasse Ersatz. „Dieser Prozess hat aber gerade erst begonnen“, so Scheurlen.

Was die Coronaregeln betrifft, gilt auch für den Bürgerbus: Volle Besetzung ist wieder möglich, das Tragen einer FFP2-Maske ist Pflicht. Wie in allen Bussen und Bahnen in Nordrhein-Westfalen. Probleme mit der Maskenpflicht hat es im Bus des Burscheider Bürgerbusvereins noch nie gegeben. „Die Fahrgäste machen das schon von sich aus. Das ist gar kein Thema“, sagt Scheurlen.

Start und Ziel der Griesbergroute ist derzeit die Haltestelle an der Montanusstraße. Mit dem Neubau des Busbahnhofs an der Bürgermeister-Schmidt-Straße im Rahmen des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzeptes (IEHK) wird es für den Bürgerbus dann dort einen neuen Haltepunkt geben. „Fürs Ein- und Aussteigen“, hebt Scheurlen hervor. Die fahrplanbedingten Pausenzeiten werde der Bürgerbus auch weiter an einer Stelle an der Montanusstraße verbringen – wohinter Anfang 2022 noch ein Fragezeichen stand, sei jetzt soweit geklärt.

Neue Fahrerinnen und Fahrer sind willkommen

Insgesamt 23 Fahrer und Fahrerinnen zählt der Vorsitzende – in der Coronazeit haben fünf Fahrer aufgehört. Auf einen kürzlich erschienen Aufruf im Bergischen Volksboten habe sich schon eine Dame gemeldet. Man freue sich über weitere Interessierte.

Hintergrund

Kooperationen: Hans-Joachim Scheurlen könnte sich verschiedene Kooperationen vorstellen, um den Bürgerbus besser auszulasten. Das sei allerdings Zukunftsmusik, vielleicht ergebe sich 2023 in dieser Hinsicht etwas. „Man muss einfach schauen, was möglich ist. Es gibt Vorschriften für den Transport“, sagt er.

Kontakt: Wer sich aktiv als Fahrer einbringen möchte: buergerbus@burscheid.de

Infos: https://linie249.de

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