Verein „Hilgen lebt“ pflanzt auf öffentlicher Fläche Gemüse an

Rabea Risters, Samuel Schmitz, Heidi Neumann und Adelheid Lemke (v. l.) pflanzen Kohlrabi, Rote Bete, Porree und mehr. Foto: Doro Siewert
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Rabea Risters, Samuel Schmitz, Heidi Neumann und Adelheid Lemke (v. l.) pflanzen Kohlrabi, Rote Bete, Porree und mehr. Foto: Doro Siewert

Konzept des Urban Gardening wird am Raiffeisenplatz umgesetzt

Von Ursula Hellmann

Gemüse einfach aus einem Garten mitnehmen. Das geht bald in Hilgen, denn der Verein „Hilgen lebt“ baut in einem neu angelegten Beet Gemüsepflanzen an. Die Idee zum sogenannten Urban Gardening, bei dem Passanten im Vorbeigehen frisches Gemüse ernten, hatte die Sozial-Erzieherin Heidi Neumann. Am vergangenen Dienstagabend nahm sie Gestalt an. Der Hilgener Initiative wurde vom städtischen Grünbauamt ein Wiesenstück von etwa 1,50 mal 2,50 Meter längs der Wildrosenhecke zur Umgestaltung freigegeben. Dessen Aussehen veränderte sich daraufhin zusehends.

Das Konzept des Urban Gardenings wird bereits europaweit umgesetzt. Öffentliche Grünflächen in Großstädten wie Paris werden auf abgegrenztem Raum mit essbarem Gemüse und Kräuterpflanzen bepflanzt und jeder, der vorbeikommt, darf etwas mitnehmen.

Von der Anlage rund um den Busbahnhof Hilgen befinden sich noch respektable Flächen im sogenannten Urzustand. Kräftiges Gras, Kleeblüten und Löwenzahn sind zwar auch wunderschön anzusehen, müssen aber nun teilweise für das Gemüse weichen.

So ganz freiwillig ließen sich die bisherigen Pflanzen nicht ausgraben. Spaten, Hacke, Kratzer und Hände lösten Rasensode um Rasensode von der Erde. Samuel Schmitz setzte den Spaten an, Adelheid Lembke half Rabea Rister, störrische Wurzeln zu entfernen. Gemeinsam mit Heidi Neumann bedeckten sie das entstandene Feld mit trockenem Pferdedung, zwecks gründlicher Erstdüngung. Der Pferdehof in Kotten ist froh, Teile des anfallenden Dungs loszuwerden, besonders zu so einem guten Zweck.

Ebenfalls im Sortiment sind Borretsch-Blüten

Ordentlich verteilt und letzte grobe Steine entfernt, konnte das Pflanzen starten. Junge Zucchinistrünke, zartfarbige Rote-Bete-Stengel, Rucola-Wurzeln, Kohlrabi-Setzlinge – alles, was die Augen der Spaziergänger und Radfahrer erfreuen soll, kam aus dem hauseigenen Garten der Familie Neumann.

Ebenfalls im Sortiment sind Borretsch-Blüten: Die schnell wachsenden Raublattgewächse ergeben ein wahres Bienen- und Insekten-Eldorado. Die hübschen blauen Blüten sind aber auch als Salatzutat beliebt.

Heidi Neumann ist noch skeptisch, was den Erfolg des Projektes angeht: „Unser Beet wollen wir so ansehnlich und gärtnerisch gestalten, dass bewussten Zerstörern ihre Absicht von vornherein vergeht. Ob uns das voll gelingt, bleibt abzuwarten.“ Heidi Neumann verlässt sich ganz auf ihren grünen Daumen. Auch sucht sie noch Helfer, die bei der Pflege des Gemüsebeetes helfen möchten.

Eine niedrige Steinreihe wird die Mähgrenze sein. Ein kleiner Schutzzaun soll verhindern, dass die Pflanzen als Hundeklo missbraucht werden. Trittsteine zwischen den Sorten gestatten jedem, Geruch und Geschmack zu testen und reife Früchte zu entnehmen.

„Sollte es sich als schwierig erweisen, die Anlage vor Schäden zu bewahren, könnte ich mir eine Hilfe vorstellen. Ernten könnte ich selbst und die leckeren Ergebnisse in einem Korb außerhalb vom Beet zur Mitnahme freigeben“, meint Initiatorin Neumann. Interessierten Passanten werden Sortennamen und Reifestand-Angaben auf gut lesbaren Schildchen geboten. Außerdem ist eine große Info-Tafel im Werden, die viele Details der Gemüse-Sorten erklärt.

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