Burscheid

Unternehmer Fietz setzt die 12. Silberlinde

Pflanzaktion in Autobahnnähe in Löh: Maryo und Sabine Fietz, Bürgermeister Stefan Caplan und Umweltbeauftragte Svenja Mühlsiegl (v.l. greifen beherzt zur Schaufel. Foto: Nadja Lehmann
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Pflanzaktion in Autobahnnähe in Löh: Maryo und Sabine Fietz, Bürgermeister Stefan Caplan und Umweltbeauftragte Svenja Mühlsiegl (v.l. greifen beherzt zur Schaufel.

Baumpflanzaktion ist angelaufen – jeder kann sich finanziell beteiligen, jeder Beitrag zählt.

Von Nadja Lehmann

Jeder gefällte Baum schmerzt den Rathaus-Chef. „Ich bin ein Baumfreund“, gestand Stefan Caplan gestern beim Vor-Ort-Termin an der Autobahnbrücke Löh. Kein Wunder also, dass jeder Antrag auf Fällung erstmal über seinen Schreibtisch laufen muss. „Aber manchmal geht eben kein Weg drumherum. Wenn ein Baum beispielsweise zum Sicherheitsrisiko wird.“ Dennoch habe ihm das Thema keine Ruhe gelassen, erzählte der Bürgermeister gestern. „Zumal jetzt bei der katastrophalen Lage bei den Fichten. Ich hatte das Gefühl, wir haben in Burscheid nicht immer mehr, sondern immer weniger Bäume.“

Eine Baumpflanzaktion sollte Abhilfe schaffen. Diese Pläne stellte die Verwaltung bereits im vergangenen Jahr der Politik vor. Zeitgleich erreichte Caplan ein Anruf des Burscheider Unternehmers Maryo Fietz. Ehefrau Sabine Fietz hatte nämlich eine ähnliche Idee gehabt: Man wolle etwas für den Klimaschutz tun. Der Fietzsche Vorschlag: Das Unternehmen macht bei der Pflanzkampagne den Vorreiter und spendet zwölf Silberlinden.

Doch dann kam Corona. Stillstand, wohin man sah. Deshalb wurde nun erst gestern ganz offiziell die zwölfte und letzte Silberlinde im Bereich Löh/Altenberger Straße gesetzt: Eine kleine Lindenallee schlängelt sich nun parallel auf der Höhe zur Autobahn entlang. Winzlinge sind sie nicht mehr, sondern stolz gewachsen und fünf Jahre alt.

Maryo und Sabine Fietz haben sie mit Bedacht gewählt. Zum einen natürlich als Hommage an die Lindenstadt Burscheid. Zum anderen aber auch, weil sie einen Baum wollten, der sich an die neuen Witterungsgegebenheiten (heiß und trocken) anzupassen versteht. „Die Silberlinde kommt eigentlich aus dem Schwarzmeerraum“, erklärte Maryo Fietz. Ihr silbriges Blatt reflektiere das Licht. Stadt und Technische Werke prüften den Vorschlag und gaben grünes Licht. Gestern wurde nun die zwölfte Linde von den fachkundigen Bauhofmitarbeitern mit einer Drainage versehen, gepflanzt und gewässert. 100 Liter gab´s als Startschuss.

„Wir hoffen, dass wir im Herbst weitere Bäume pflanzen können.“

Svenja Mühlsiegl

Das Gute: Jeder Burscheider Baumfreund kann es dem Ehepaar Fietz nachmachen. Erste Interessenten hatten sich bereits im vergangenen Jahr gemeldet. Das Procedere ist einfach. Ab 10 Euro ist man dabei, wie die städtische Umweltbeauftragte Svenja Mühlsiegl berichtete. Grundidee der Baumpflanzkampagne ist, dass sich jeder an einem zweckgebundenen Geldsammelpool beteiligen kann. Die Stadtverwaltung behält das Heft des Handelns in der Hand, wählt die passenden Bäume aus und sorgt für fachgerechte Anpflanzung und Betreuung durch den Bauhof.

Und ganz wichtig: Sie sorgt im Vorfeld für die passenden Flächen. „Das ist viel schwieriger als vorab gedacht“, gestand Stefan Caplan. Denn die meisten Areale sind in privatem Besitz, heißt: Die Besitzer müssen ins Boot geholt und begeistert werden. Sind es landwirtschaftliche Flächen, müssen Zuwegungen beachtet werden. Hinzu kommt, dass sich keineswegs jede Fläche eignet: „Da, wo sich Leitungstrassen befinden, geht drüber nichts“, machten Svenja Mühlsiegl und Stefan Caplan deutlich.

Dennoch sind neben Löh bereits weitere Flächen eruiert: eine Grünlandfläche am Hanscheider Hof, gelegen am Wirtschaftsweg ins Eifgental abgehend von der L 188, Platz für circa 23 Bäume, im Privatbesitz; sowie eine Fläche in Sieferhof/Kleinhamberg, gelegen entlang der Straße von Sieferhof in Richtung Kleinhamberg. „Wir gucken auch an der Balkantrasse“, kündigte Caplan an.

Neben den Silberlinden haben damit schon 50 weitere Bäume ein avisiertes Plätzchen. Zuwachs erwünscht! „Wir hoffen, das wir bereits im Herbst weitere Bäume pflanzen können“, sagte Svenja Mühlsiegl.

Ist das Konto gefüllt, werden neue Bäume gekauft

Die Namen der Unterstützer werden auf der städtischen Homepage veröffentlicht (das Einverständnis wird eingeholt). Und sobald sich auf dem Kampagnenkonto eine bestimmte Summe angesammelt hat, werden Bäume gekauft und gepflanzt.

Hintergrund

Pflanzkampagne: „Das ist auch eine schöne Geschenkidee. Zum Geburtstag, zur Hochzeit, zur Taufe, zum Jubiläum“, findet die städtische Umweltbeauftragte Svenja Mühlsiegl. „Die Anlässe, einen Baum zu pflanzen, können vielfältig sein.“ Wer mag, bekommt eine Geschenk-Urkunde, um sie überreichen zu können.

Nachahmer: Ein privater Grundstücksbesitzer aus Dierath hatte sich bei der Stadt gemeldet. Er möchte sein 3000 Quadratmeter großes Grünland auf eigene Kosten mit geeigneten Bäumen bepflanzen.

Kontakt: Infos zur Pflanzkampagne gibt es bei Svenja Mühlsiegl, Tel. (02174) 670410 und Renate Bergfelder-Weiss, Tel. (02174) 670103, per E-Mail an

baumpflanzkampagne @burscheid.de

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