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„Ullas Nähstübchen“ ist schon auf Ostern eingestellt

Schon ganz auf frohe Ostertage eingestellt: Spiridoula Hildebrandt hat ein Faible für Deko. Foto: Nadja Lehmann
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Schon ganz auf frohe Ostertage eingestellt: Spiridoula Hildebrandt hat ein Faible für Deko.
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Inhaberin Spiridoula Hildebrandt startete vor vier Jahrzehnten in Hilgen – Geschäft hat auch in der Krise geöffnet.

Ihr einstiger Vermieter, ein Zahnarzt, brachte sie auf die Idee: „Machen Sie sich doch selbstständig!“, schlug er vor, während er ihre Weisheitszähne untersuchte, und Spiridoula Hildebrandt folgte seinem Rat. 40 Jahre ist das her. Und Spiridoula Hildebrandt ist mit „Ullas Nähstübchen“ immer noch da – in Hilgen in der Kölner Straße 71. „Auch jetzt in Corona-Zeiten. Wir haben geöffnet!“, sagt sie. Abstecken darf sie allerdings derzeit nicht.

Änderungsschneiderei, kleines Modeatelier, Reinigung und Heißmangel, ein Geschäft voller schöner Stoffe und voller Deko und Accessoires: Das alles ist „Ullas Nähstübchen“. Schon ganz auf den Frühling eingestellt sind Inhaberin und Laden. Die Kissen in den Regalen sind floral gemustert, viele Tulpen leuchten auf den Stoffen und Osterhasen in allen Größen und Formen stimmen den Betrachter aufs Osterfest ein. „Deko – das ist einfach meins“, sagt Spiridoula Hildebrandt mit leuchtenden Augen.

Die Kunden legen großen Wert auf meine Beratung.

Spiridoula Hildebrandt

Gestartet ist sie vor 40 Jahren als Änderungsschneiderin. „Mit einem alten Küchentisch und zwei Ständern“, erinnert sie sich. Und beäugt von den alteingesessenen Hilgenern. Eine junge Griechin, die sich selbstständig macht? In einem halben Jahr ist die wieder weg: Das hörte Spiridoula Hildebrandt, als sich zwei Hilgenerinnen austauschten – und dachte: Euch werde ich es beweisen.

Heute ist jene Hilgenerin, die den skeptischen Ausspruch tat, eine treue Stammkundin. „Aber es war schwer mit den alten Hilgenern“, sagt Spiridoula Hildebrandt ehrlich. Doch sie ist hartnäckig geblieben, genau so wie jetzt in der Pandemie. „Es sind schlechte Zeiten“, sagt sie über den Lockdown.

Die Liebe verschlug sie als junge Frau nach Burscheid

Die 63-Jährige wurde auf der griechischen Insel Zakynthos geboren und kam mit 13 Jahren nach Deutschland. Zunächst nach Krefeld. Treibende Kraft war ihre Mutter. „Sie wollte eine bessere Zukunft für uns“, erinnert sich die Tochter. Der Vater blieb in Griechenland, während die Mutter ihre Kinder nach und nach zu sich ins Rheinland holte. Das Schneidern hatte Spiridoula Hildebrandt schon als Elfjährige gelernt; es war in Griechenland Schulfach. „Und ich habe von meiner Mutter viel übernommen, die Damen- und Herrenschneidermeisterin war.“ Ihr Credo hat die Tochter verinnerlicht: Gut zu sein, besser zu sein, Qualität zu liefern. Und das schätzen ihre Kunden, die schon längst nicht nur aus Hilgen und Burscheid kommen, sondern auch aus Wermelskirchen, Solingen, Remscheid. „Die Kunden legen großen Wert auf meine Beratung“: Das macht Spiridoula Hildebrandt stolz.

Die Liebe verschlug sie als junge Frau nach Burscheid. Heute ist sie Großmutter von drei Jungs (18, 15 und 4 Jahre alt) und einer zweijährigen „Prinzessin“, wie sie lachend sagt, und pendelt regelmäßig zum Lebensgefährten nach Hameln, einem 74-jährigen Friseurmeister.

Umtriebigkeit, die die 64-Jährige mag. „Ich hätte nie nur zu Hause bleiben wollen“, sagt sie. Bevor sie sich selbstständig machte, arbeitete sie in Düsseldorf in einem Modehaus und holte sich in Sachen Änderungsschneiderei den letzten Schliff. Unersetzliche Helferin vom 1. Tag an war Gisela Hülsewig: „Wir haben uns so gut ergänzt“, sagt die Chefin wehmütig. Zum Lockdown ging Hülsewig in den Ruhestand, jetzt steht Brigitte Buck mit im Geschäft.

„Ich mag den Kundenkontakt“, sagt Spiridoula Hildebrandt. Wichtig sind ihr kleine Aufmerksamkeiten für ihre Kunden: mal eine Kerze, mal ein gutes Wort. Und trotz Corona und der nicht leichten Zeiten: „Ich möchte gern weitermachen.“

Kontakt

„Ullas Nähstübchen“ ist dienstags bis freitags von 9 bis 12.30 sowie von 14.30 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr, geöffnet. Das Geschäft befindet sich in der Kölner Straße 71 in Hilgen. Kontakt unter P (0 21 74) 6 20 40.

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