Turnerbund Gross-Oesinghausen wächst trotz Lockdown

Während im Flur noch der Charme der 50er weht, glänzen in beiden Duschen neue Fliesen, Armaturen und Waschbecken. Rainer Pentzek als Geschäftsführer des Turnerbunds freut sich. Foto: Anja Wollschlaeger
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Während im Flur noch der Charme der 50er weht, glänzen in beiden Duschen neue Fliesen, Armaturen und Waschbecken. Rainer Pentzek als Geschäftsführer des Turnerbunds freut sich.

Vereinsgeschäftsführer Rainer Pentzek dankt Mitgliedern

Von Anja Wollschlaeger

Was macht der Geschäftsführer eines Turnvereins, wenn der Breitensport verboten ist? Rainer Pentzek, Geschäftsführer des Turnerbunds Gross-Oesinghausen (TBÖ), jedenfalls ist nicht langweilig. Während er den Jugendraum lüftet, erzählt er, was so ein Verein im Lockdown alles auf die Beine stellt. Dabei legt er erstmal Zahlen auf den Tisch: „Wir hatten 43 Austritte, davon 13 aus der Schnullerbande, und 46 Eintritte.“

Da die Mitglieder durch ihren Beitrag – ein Erwachsener zahlt im TBÖ zehn Euro monatlich – dem Verein finanziell die Stange halten, muss sich Pentzek dahingehend kaum Sorgen machen. Er und Pressewart Matthias May danken den treuen Mitgliedern.

Sanitäranlage kann auch als Unisex-Toilette verwendet werden

Die Ösinghausener Turner zeigten sich auch bei der Aktion „Scheine für Vereine“ des örtlichen Nahversorgers vereinstreu. Der Vorstand war überrascht, dass dabei so viele mitgemacht haben, so May. Eine neue Musikbox und viele kleine Sportgeräte warten auf die Turner.

Viele Vereinskinder haben im Dezember dem Nikolaus die Treue gehalten und ihn zu Fuß und einzeln in der Halle besucht. Mit der Übernahme einer Tanzgruppe aus der inzwischen geschlossenen Hilgener Tanzschule konnte die Mitgliederzahl steigen. Pentzek, der selbst mittanzt, überzeugte die meisten Gruppenmitglieder von der Vereinsmitgliedschaft. Das bringt noch weitere Vorteile, wie Pentzek erklärt: „Wir sind durch unsere Mitgliederzahl ausreichend groß, um Fördermittel zu bekommen.“

Wie die eingesetzt werden, zeigt er in den Nasszellen der 1958 bis 1960 gebauten Halle. Während im Flur noch der Charme der 50er weht, glänzen in beiden Duschen neue Fliesen, Armaturen und Waschbecken. Seit mehreren Jahren ist der Verein dabei, die Sanitärräume nach und nach zu sanieren. Dabei fassen viele mit an. Pressewart Matthias May etwa hat Bänke abgeschliffen.

Das aktuelle Projekt ist die Herrentoilette, die auf einer Ebene mit der Halle liegt. Sie konnte mit Mitteln aus der Sportpauschale und dem Programm „Moderne Sportstätten“ modernisiert werden. Weil die Damentoilette freilich im Untergeschoss und zudem noch hinter einer schwergängigen Feuerschutztüre liegt, soll es bei dringenden Bedürfnissen eine vereinseigene Regelung geben: „Wir nehmen diese Toilette im normalen Trainingsbetrieb auch als Unisex-Toilette“, verrät Rainer Pentzek. Das ist möglich, weil viele Sportgruppen ohnehin nach Geschlechtern getrennt trainieren.

Geld für die Halle kam auch vom Landessportbund, dem Kreissportbund und der Burscheid-Stiftung der Kreissparkasse. Als nächstes stehen neue Stühle für den Jugendraum in der Halle auf der Wunschliste. Sobald der Vorstand probegesessen hat, will der Geschäftsführer ordern.

Die Halle mit dem 2018 erneuerten Parkettboden steht noch immer leer. Neue LED-Leuchten würden Strom im Sportbetrieb sparen und jeden noch so kleinen Ball gut ausleuchten, aber noch dürfen auch die Tischtennisspieler nicht zum Schläger greifen. Pentzek sagt: „Wir sind bereit.“ Sobald der Sport wieder erlaubt ist, kann es losgehen.

Und es sind sogar noch vereinzelt Hallenzeiten in Ösinghausen frei, etwa der Mittwochabend. Der TBÖ bietet neben der Vereinsmitgliedschaft auch Kurse an. Dazu gehören Power Fitness und Yoga. Ausgefallen ist in diesem Jahr nicht nur der Neujahrsempfang, auch die legendäre Karnevalsparty wurde abgesagt. Das habe die Vereinskasse durchaus belastet, zieht der Geschäftsführer sein Fazit.

Quartierstreff

Der Quartierstreff Ösinghausen trifft sich ebenfalls in der Turnhalle am Weidenweg. Dabei wurden in der vergangenen Woche über zwei aktuelle Themen aus der Nachbarschaft gesprochen.

Verkehrslage: Durch die Neubauten an der K 2 kommt es zu noch mehr Verkehr an den Einmündungen nach Ösinghausen. Weiterhin sind dort 70 Stundenkilometer erlaubt.

Glasfaser: Der Anbieter Novanetz bietet die Erschließung mit Glasfaser an, wenn sich ausreichend viele Haushalte für den Telekommunikationsanbieter entscheiden. Laut Pentzek hat aber noch nicht die ausreichende Anzahl an Nachbarn das Angebot angenommen. Der Quartierstreff will dafür weiter werben.

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