Jahresbilanz

Trotz Corona: Überschuss im städtischen Haushalt

Stefan Caplan ist als Bürgermeister wiedergewählt worden.
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Stefan Caplan ist als Bürgermeister wiedergewählt worden.

Bürgermeister Stefan Caplan zieht eine Jahresbilanz.

Von Katharina Birkenbeul

„Corona war in diesem Jahr die größte Herausforderung für die Stadt“, bilanzierte Bürgermeister Stefan Caplan 2020. Es sei eine große wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung auf die Verwaltung zugekommen, die bisher niemand kannte. Dennoch konnte die Stadt auch in diesem Jahr einiges schaffen und hat für das Jahr 2021 noch einiges vor.

Durch die Krise kämen plötzlich einzelne Dinge zusammen, an die vorher keiner gedacht hatte: Das Müllaufkommen sei enorm gewesen, so dass der Rhythmus des Leerungsplans besonders an öffentlichen Plätzen verstärkt worden ist. Die Terminapp für das Bürgerbüro musste angepasst, das Ordnungsamt umgeschichtet, Schutzausrüstung besorgt und zudem Möglichkeiten des Homeoffices auch im Rathaus geschaffen werden. „Corona hat verwaltungstechnisch so viele Dimensionen, aber wir haben es gut hinbekommen. Besonders am Anfang haben auch alle geholfen und Aufgaben übernommen, die sie normalerweise nicht haben“, freut sich Caplan.

„Corona war die größte Herausforderung für die Stadt.“
Stefan Caplan, Bürgermeister

Trotz allen Herausforderungen und Schwierigkeiten, gibt es eine gute Nachricht: Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Überschuss im Haushalt geben.

Baumpflanzaktionen für den Klimaschutz fand statt.

Wie hoch der sein wird, weiß Caplan noch nicht. „Es werden sicher nicht drei bis fünf Millionen wie in den vergangenen Jahren, aber wir werden einen Überschuss haben“. Und das, obwohl die Einnahmen deutlich geringer seien als in den vergangenen Jahren. Dazu trügen auch Landeshilfen bei. Neben 1,3 Millionen aus dem Stärkungspakt der Sonderhilfe aus dem Kommunalen Schutzpaket NRW hat Burscheid aus dem neuen Gewerbesteuerausgleichgesetz – für das Caplan als kommunaler Gutachter im Landtag eingesetzt war – 3,3 Millionen als Ausgleich für ausfallende Gewerbesteuern.

Schulen und die Verwaltung wurden digitaler. Es gab Breitbandanschlüsse und zudem Wlan in allen Klassenräumen. Der digitale Unterricht wurde durch digitale Endgeräte vorangetrieben. Durch Fördermittel vom Land konnten Lehrer wie bedürftige Schüler mit iPads ausgestattet werden. 190 Geräte wurden angeschafft. Unabhängig davon bekommt jede Schule CO2-Ampeln, um zu kontrollieren, wann die Klassenräume gelüftet werden müssen. Luftreinigungsgeräte hingegen bräuchte es nicht: In allen Klassenräumen und Turnhallen in Burscheid besteht die Möglichkeit, querzulüften.

Die Verwaltung hat zur neuen Wahlperiode am 1. November ein digitales Ratsinformationssystem eingeführt. Beschlussvorlagen können die Politiker künftig online erhalten und diese bei Ratssitzungen auf digitalen Endgeräten abrufen. Ab 1. Januar verzichtet das Rathaus gänzlich auf Papier. Auch das Bürgerbüro funktioniert in den meisten Fällen digital – angenommen werde das jedoch wenig.

Für den Klimaschutz wurde zum 3. August eine Klimaschutzbeauftragte eingestellt, die bereits erste Projekte wie Baumpflanzaktionen umsetzen konnte. „Die Städte haben da eine Vorbildfunktion“, sagt der Bürgermeister.

Die Zusammenarbeit der acht Kommunen im Kreis sei sehr gut verlaufen. Und auch mit der neuen Zusammensetzung der Bürgermeister – vier neue, zu denen Marion Lück in Wermelskirchen gehört, und vier alte, zu denen Caplan selbst gehört – habe er ein gutes Gefühl: „Es muss sich zusammenfinden, aber es gibt bei jedem eine innere Bereitschaft zusammenzuarbeiten“, betont er. Besonders die Zusammenarbeit der Bürgermeister im Nordkreis sei wichtig. Auch mit dem Kreis selber sei man sich häufig einig, hier und da gebe es dennoch Schwierigkeiten.

Im kommenden Jahr 2021 steht einiges an

Auf das neue Jahr blickt Stefan Caplan zuversichtlich. „Man kann nicht sagen, was nächstes Jahr am wichtigsten ist, denn meistens liegt man damit falsch, wie es dieses Jahr an der Corona-Krise zu sehen war.“ Das große Projekt sei der Umbau der Stadt bis 2025. Der nächste Schritt ist dabei der Bau der Rampe an der Balkantrasse in die Innenstadt und der Innenstadtpark West. Dafür und auch für den Umbau der mittleren Hauptstraße wären bereits Fördermittel vorhanden. Auch das „Haus der Kulturen“ steht oben auf dem Plan für die kommende Zeit. Dennoch stünde der Haushalt im Fokus, der ab 2021 nicht mehr durch Konsolidierungshilfe des Landes unterstützt wird, zudem der Kreis angekündigt habe, mehr Geld von den Kommunen haben zu wollen.

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