Trio gibt Musik jungen Anstrich

Nehmen strahlend den Applaus entgegen: Agapi Triantafyllidi (Klavier), Nicolas Pancic (Violine) und Davit Melkonyan (Violoncello). Foto: Kulturverein Burscheid
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Nehmen strahlend den Applaus entgegen: Agapi Triantafyllidi (Klavier), Nicolas Pancic (Violine) und Davit Melkonyan (Violoncello).

Kammermusik: Klavier, Geige und Violoncello im Kulturbadehaus

-yj- Jung, frisch und neu klang Beethovens Musik den Zuhörern im nach Pandemiemaßstäben voll besetzten Kulturbadehaus entgegen. Zu verdanken war das dem Trio Eros aus Köln mit der jungen Konzertpianistin Agapi Triantafyllidi und den ebenso jungen Nicolas Pancic an der Geige und Davit Melkonyan am Cello.

Aus der Vorankündigung des Konzertes lässt sich zitieren: „…der vermeintlichen Beethovenschwere Flügel zu verleihen…“ In der Tat trieb Triantafyllidi als wirkliche Tastenvirtuosin mit atemberaubender Geschwindigkeit das Programm voran. Im ersten Satz, Allegro con brio des Klaviertrios Nr. 4 B-Dur op. 11, bekannt als Gassenhauer-Trio, erklang kraftvoll, aufbauend und jung die Musik des damals erst 27-jährigen Beethovens: Perlend die Läufe am Klavier, von schöner Zartheit die Streichinstrumente. Nach unbeschwertem, beschwingtem Adagio ertönten im Allegretto die neun Variationen des eigentlichen Gassenhauers, eines zu Lebzeiten Beethoven allseits bekannten und beliebten Opernthemas, humoristisch ausgespielt.

Zwischen Temperament und Anschlagskraft

Auch in der folgenden, von der Grundstimmung heiteren Klaviersonate Nr. 6 F-Dur in drei Sätzen ließ die Pianistin temperamentvoll die Finger über die Tasten fliegen, beeindruckend immer wieder mit der Anschlagskraft ihrer zarten Hände und der spielerischen Verarbeitung der komplexen Themen. Im zweiten Teil des Abends widmeten sich die drei Musiker einem der bekanntesten Trios Beethovens, welches unter dem nicht auf Beethoven zurückzuführenden Beinamen „Geistertrio“ in die Musikgeschichte eingegangen ist.

Als Herzstück offenbarte sich hier der zweite Satz in wahrhaft gespenstisch gespielter Atmosphäre: traurig, aufwühlend bis verzweifelt in klagenden Streicherpassagen, darunter tremolierend das Klavier.

Ein ersehnter besänftigender Ausklang des Satzes in Dur ermöglichte den drei Solisten, sich im folgenden Presto nahezu übermütig aus dem Dunkel zu befreien.

Aus einem vor Spannung gebannten Publikum entlud sich nach einem Moment der Stille tosender Applaus: Der Funke Beethoven’scher Genialität war übergesprungen.

Mehr Beethoven ging danach nicht, und so entließ das mitreißende Trio Eros die Zuhörer mit einem temperamentvollen Tango-Arrangement von Astor Piazzola, „Primavera Porteña“.

Kulturbadehaus erwies sich einmal mehr als passender Aufführungsort

Das historische Kulturbadehaus erwies sich einmal mehr als wunderbarer Aufführungsort, dessen intimer Charakter besonders der Kammermusik, der leider mehr und mehr ein Nischendasein droht, sehr zu Gute kommt.

Am heutigen Samstag, dem Beethoventag in Burscheid, ist an gleicher Stelle das Musikgedankentheater Köln mit seinem Programm „Beethoven- Unsterblichkeit für Fortgeschrittene“ zu sehen und zu hören. Zu den Beethovenabenden passend zeigt derzeit die Burscheider Aktionsgemeinschaft „Kunst im Schaufenster“ ihre zum Beethovenjubiläumsjahr 2020 entstandenen Bilder. Auch die Kinder-KunstTage 2019 der Evangelischen Gemeinde Burscheid sind mit einer Collage von Beethovenporträts im Stil von Andy Warhol vertreten.

Infos und Karten fürs heutige Konzert:

www.kulturverein-burscheid.de

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