Jahresrückblick

Tod des Bürgermeisters erschüttert die Stadt

Bürgermeister Stefan Caplan stirbt im Oktober. Archivfoto: Stadt
+
Bürgermeister Stefan Caplan stirbt im Oktober. Archivfoto: Stadt
  • VonNadja Lehmann
    schließen

Jahresrückblick, dritter Teil – Der Herbst und Winter

Burscheid. Schlusssprint. Heute schauen wir zurück auf die letzten Monate des noch laufenden Jahres.

Das Kulturbadehaus hatte mit Open Air vorgelegt; im September zog der Kultursommer nach. Der Bund wollte die darniederliegende Kulturszene wieder in Schwung bringen und förderte mit den Mitteln aus „Neustart Kultur“. Nach dem Serenadenkonzert des Orchestervereins Hilgen spielten die Band Greencard, Klarinettist Engelbert Wrobel und die Country-Band Mavericks auf. Die Kartennachfrage war hoch, der Hunger nach Kultur groß.

Hochwasser: Eine dreiköpfige Spendenkommission sichtete Anträge von Betroffenen der Juli-Nacht und vergab im Auftrag der Stadt Spenden nach einem Kriterienkatalog.

Über Jahrzehnte galt Edeltrud Stöckers Engagement der „Kunst im Schaufenster“. Mit der 30. Ausgabe organisierte sie die Veranstaltung zum letzten Mal.

Mitarbeitende und Freunde des Fördervereins Betreuungsangebote feierten im September sein 25-jähriges Bestehen. Angefangen hatte Ulrike Hanke, Vorsitzende seit der ersten Stunde, mit einer Kiste Spielzeug.

Kinderschutzbund stellt sich neu auf

Der Kinderschutzbund stellte sich nach dem Tod von Vorstandsmitglied Det Junker neu auf. Zum Team stießen Michael Corts und Dr. Johannes Schrage neu hinzu.

Verein Burscheid-live war Ende September zur Stelle und holte das für Juni geplante Altstadtfest nach. Es wurde getanzt und gesungen, und bei den Flamingoboys gab es eine Premiere: Moderator (und BfB-Ratsmitglied) Thomas Kaps erwies sich als Showtalent und mischte beim Schlagerduo beherzt mit.

Die Stadtverwaltung handelte früh, bestellte zügig Luftfilter und freute sich über rasche Lieferung: 21 Luftfilter gingen im September in Betrieb, wo Räume nicht optimal gelüftet werden konnten: in der Montanusschule, in der Gemeinschaftsgrundschule Dierath und in der Karl-Zimmer-Halle.

26. September: Burscheid blickte nach Berlin. Die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl lag bei 79,15 Prozent. Das Direktmandat errang mit 27,5 Prozent Dr. Hermann-Josef Tebroke (CDU). Bei den Zweitstimmen lag die SPD mit 27,2 Prozent knapp vor der CDU mit 26 Prozent. Die Grünen verdoppelten ihre Stimmen und kamen auf 15,5 Prozent.

Zeitgleich rundete der Nostalgische Jahrmarkt von Burscheid-live das zweigeteilte Altstadtfest ab.

Rundgang zu Ehren Beethovens: Der Meister ist selbst gekommen und lauscht Kirchenmusikdirektorin Silke Hamburger.

Und Burscheid huldigte (wie so viele mit einem Jahr Verspätung) Beethoven zu seinem 250. Geburtstag. Auf einem Rundgang gab es zu seinen Ehren viel Musik.

Anfang Oktober endete der Kultursommer – und wandte sich in der Kirchenkurve mit Theater und Musik besonders an die Jugend.

Musikschule lädt zum Musizieren ein

Im Oktober zeigte auch die Musikschule, dass sie noch da ist, und bat erstmals seit Corona mit einem Tag der offenen Tür zu einer öffentlichen Veranstaltung. Interessierte durften Instrumente ausprobieren.

Die Trasse soll an die Innenstadt angebunden und an der Hauptstraße in eine spektakuläre Plattform münden. So war der Plan. Doch die Politiker entschieden sich für die schlichte Variante, verzichteten auf Glas und wählten vertikales Stahlgitter: eine nicht unumstrittene Entscheidung.

Erstmals steht eine Frau an der Spitze: Der Hegering Burscheid wählte Stephanie Rahm zur neuen Vorsitzenden.

Am 23. Oktober ereilte die Stadt und ihre Bewohner eine Nachricht, die viele erschütterte: Nach kurzer schwerer Krankheit starb Bürgermeister Stefan Caplan mit nur 56 Jahren. Eine schmerzhafte Zäsur für die unter Schock stehende Stadt, die mit Caplan einen durchsetzungsstarken und überaus engagierten Bürgermeister an ihrer Spitze hatte.

Der erste Herbststurm riss Ende Oktober den Alpakas von Silvia Claßen das Dach über dem Kopf weg. Die sechs Tiere hatten gerade ihren Umzug nach Gut Landscheid verkraftet – und kehrten vorerst in ihr altes Domizil in Hilgen zurück.

Das Quartiersbüro öffnete im November mit neuer Besetzung. Darunter der neue Citymanager Linus Klenter.

Noch einmal war Burscheid-live zur Stelle und bat Jung und Alt zum Martinspark auf den Marktplatz zu Karussell und Zuckerwatte.

In einer bewegenden Trauerfeier verabschiedeten sich die Burscheider im Haus der Kunst von Bürgermeister Stefan Caplan. Dieser hatte die Musikauswahl – von Udo Lindenberg bis Bläck Fööss – noch selbst getroffen.

Die frühere Vorsitzende der Musicalischen Academie, Anke Wischer, war glücklich: Im November kehrte der generalüberholte Steinway-Flügel ins Haus der Kunst zurück. Ende Januar soll er bei einem Konzert wieder eingesetzt werden.

Mitte November kehrte „Ä Tännschen please!“ zurück, der kleine, feine Weihnachtsmarkt von Christian Hoffmann. An drei Wochenenden war geöffnet und weil es so gut lief, legte Hoffmann im Dezember mit einem Termin noch einen oben drauf – zeitgleich mit der Nachricht, dass er in Engelrath nicht bleiben darf. Der Eigentümer hat andere Pläne.

Die Musicalische Academie stellte mit Nicolai Dembowski im November ihren neuen musikalischen Leiter vor. Und der Orchesterverein Hilgen trat im Altenberger Dom auf.

Tafel vermittelt Gefühl von Weihnachten

Das Ökumenische Hospiz holte seine Einweihungsfeier nach: 2020 zog man an die Hauptstraße.

Burscheids im Rat vertretene Fraktionen machten gemeinsame Sache: Sie schlugen mit Dirk Runge, dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im März vor.

Im Dezember trennten sich die Wege des Bergischen Geschichtsvereins und ihres Vorsitzenden Dr. Karl Ulrich Voss. Die Rede war von einem „tiefgreifenden Zerwürfnis“.

Die Technischen Werke Burscheid erhalten zu Jahresende eine neue Struktur: Aus der Anstalt öffentlichen Rechts wird eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung.

Heidi Neumann bewarb sich im Dezember für Düsseldorf: Die grüne Ratsfrau kämpfte in der Siegerlandhalle um einen Platz auf der Kandidatenliste für die Landtagswahl. Sie landete schließlich auf einem nicht sehr aussichtsreichen Platz – will es aber beim nächsten Mal erneut versuchen.

Die Burscheider Tafel vermittelte jenen, die nicht viel haben, ein Gefühl von Weihnachten und freute sich bei ihrer Päckchen-Aktion über die große Hilfsbereitschaft der Burscheider, die so viele Päckchen packten wie noch nie, nämlich 280.

Weihnachten feierte die Evangelische Kirchengemeinde anders als 2020 wieder in Präsenz. Per Video aufgezeichnet wurde aber auch.

Die Tool Factory stellte ihr neues Gebäude auf altem Grundstück vor: 2019 war die Firma bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Nun folgt der Neuanfang.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Burscheid bekommt einen Indoor-Spielplatz
Burscheid bekommt einen Indoor-Spielplatz
Burscheid bekommt einen Indoor-Spielplatz
Novanetz wirbt für Glasfaser
Novanetz wirbt für Glasfaser
Tanzen als Motivation und Zusammenhalt
Tanzen als Motivation und Zusammenhalt
Tanzen als Motivation und Zusammenhalt
Verein sorgt seit 25 Jahren für sichere Betreuung nach der Schule
Verein sorgt seit 25 Jahren für sichere Betreuung nach der Schule
Verein sorgt seit 25 Jahren für sichere Betreuung nach der Schule

Kommentare