Tischlerei Paas: Von Corona-Krise ist dort nichts zu spüren

Tischlermeister Andreas Paas. Archivfoto: Nadja Lehmann
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Tischlermeister Andreas Paas. Archivfoto: Nadja Lehmann

Die Lage der Betriebe ist sehr unterschiedlich, sagt die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land

Von Nadja Lehmann

Andreas Paas kann nicht klagen. „Ich habe Arbeit ohne Ende“, sagt der Tischlermeister. „Bei mir ist die Corona-Krise umgekehrt.“

Seit 28 Jahren hat Paas seine Werkstatt in der Luisenstraße, hat vieles kommen und gehen sehen. Moden und Trends. Und der Trend in Zeiten der Pandemie ist eindeutig: Heim in die eigenen vier Wände. „Cocooning“ nennt sich das neudeutsch. Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen „to cocoon“ - „sich in einen Kokon einspinnen“. Dies passiert derzeit durch die Corona-Schutz-Maßnahmen zwangsläufig. Ein Trend, den auch die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land schon im vergangenen Frühling kommentiert hatte. „Immer mehr Betriebe aus der Region Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg berichten von Kunden, die es zuhause »schön« haben möchten“, sagte damals der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto.

Das Thema Homeoffice spielt auch eine wichtige Rolle

„Die Leute stecken mehr Geld ins Haus“, bestätigt nun, ein paar Monate später, Andreas Paas. Und auch das Thema „Homeoffice“ trete stärker in den Vordergrund. „Habe ich auch schon gemacht“, sagt Paas. Tipps, wie das perfekte Homeoffice aus Sicht des Tischlers aussieht, lässt er sich nicht entlocken. „Ich muss den Kunden besuchen, mir das vor Ort ansehen. Was passt, ist ganz individuell verschieden. Das kann man nicht so einfach sagen.“

Ebenso wenig lässt sich die Lage der Tischlereien generalisieren. Paas geht es gut. Und Kollegen in Rhein-Berg? „Betriebe sind sehr verschieden, dementsprechend lassen sich die Auftragslagen auch nicht vergleichen“, sagt Katrin Rehse, Sprecherin der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. So betone Marcus Otto im Bereich der Tischler stets, dass die Betriebe, die beispielsweise im Messebau aktiv seien, seit einem Jahr vor großen Herausforderungen stünden. Rehse: „Außerdem gibt es Tischlereien, denen große Aufträge auf unbestimmte Zeit verschoben oder gar gestrichen wurden. Dies auszugleichen, ist nicht immer leicht.“ Es sei eben die Auftragslage und die Kundenstruktur, die dabei entscheidend seien. „Viele Tischlerbetriebe, die vor allem private Kunden haben, erleben derzeit aber eine sehr große Nachfrage“, bestätigt Rehse.

Und auch der Nachwuchs steht Schlange. „Dieser Ausbildungsberuf ist sehr nachgefragt“, sagt Katrin Rehse. Dies sei bei Absolventen aller Schulformen der Fall - auch bei Abiturienten. Der Beruf gelte als kreativ, modern und bei den jungen Leuten als hipp. „Bei den Ausbildungsverhältnissen konnten wir von 2019 auf 2020 eine Steigerung von acht Prozent verzeichnen - und das trotz Pandemie“, betont Rehse. Die Prognose für das kommende Ausbildungsjahr sehe ebenfalls positiv aus. Hauptgeschäftsführer Marcus Otto: „Derzeit gehe ich davon aus, dass dieses erfreuliche Niveau gehalten werden kann.“

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind knapp 350 Tischlereien tätig, so die Kreishandwerkerschaft.

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