Wermelskirchen und Burscheid

Teilnehmende feilen an gemeinsamer Kultur

Aufmerksame Gesichter: An der Kultur interessierte Burscheider und Wermelskirchener sprachen über gemeinsame Perspektiven.
+
Aufmerksame Gesichter: An der Kultur interessierte Burscheider und Wermelskirchener sprachen über gemeinsame Perspektiven.

Rund 40 Interessierte folgten der Einladung von Kulturmanagerin Jasmin Dorner ins Megafon.

Von Tanja Alandt

Burscheid. Zahlreiche Ideen und Vorschläge haben die Teilnehmenden aus Wermelskirchen und Burscheid beim zweiten Kulturaustausch gesammelt. Sie sollen dem gemeinsamen Kulturentwicklungsplan zugutekommen, den Kulturmanagerin Jasmin Dorner für die beiden Städte vorantreibt. Während es im Megafon bereits durch die Dekoration weihnachtete, rauchten die Köpfe der Kulturschaffenden an den Tischen im Saal oder in der Cafeteria des Kinder-und Jugendzentrums.

Zwischen drei Tischen rotierten etwa 40 Gäste aus den verschiedenen Bereichen. Nach ungefähr 20 Minuten wechselten sie jeweils in einer anderen Konstellation den Tisch und trugen ihre weiteren Ideen vor. Am Tisch „Vernetzung“ von Ann-Kathrin Gusowski, Sprecherin der Stadtverwaltung, äußerten beispielsweise die Sängerin Ariane Huss und ihre Gesangslehrerin Pe Weber, die zudem Hörbuchsprecherin ist, dass es für den Bereich Kultur von den Städten mehr Geld und mehr Stellen geben muss. „Es kann nicht sein, dass alles immer von der Ehrenamtsarbeit herrührt“, so das Urteil, dem viele recht gaben.

Digitale Plattform legt Wert auf Barrierefreiheit

Ebenfalls auf die Einbeziehung von Ansprechpartnern von Senioren und Menschen mit Behinderungen wurde viel Wert gelegt. Dazu zählt ebenfalls die Barrierefreiheit einer gemeinsamen digitalen Plattform von Wermelskirchen und Burscheid für die Kultur. Für diese werde ebenfalls Geld benötigt. Angelehnt an den vorherigen Vortrag von Ralf Gerecht, drehten die Teilnehmenden ihre Ideen weiter. Wichtig sei zudem, dass sich Arbeitsgruppen bilden, die sich anfangs in kürzeren Abständen treffen. Weiter solle es jeweils drei Ansprechpersonen aus den beiden Städten geben, die sich gut in der Stadt auskennen. Robert Schultz vom Werbestudio Strunk erzählte beispielsweise, dass sich viele Bands bei ihm melden, um zu erfahren, wo sie auftreten könnten.

Am Tisch „Stärken und Chancen“ von Kathrin Kellermann (Sprecherin der Stadtverwaltung Wermelskirchen) und Elfi Witten kamen sie auf dem Nenner, dass beispielsweise der Kulturrucksack, der Kinder und ihre Eltern aus fünf Städten zusammenbringt, eine große Chance ist. Hierbei können die Familien für die Kulturangebote in Wermelskirchen und Burscheid begeistert werden.

Weiter wurde das Thema „Kinderarmut“ thematisiert. Es sei wichtig, dass es viele kostenlose Veranstaltungen gibt. Das Zirkusprojekt von Radieschen aus Wermelskirchen könne auf Burscheid ausgeweitet werden. Um herauszufinden, was Kinder und Jugendliche (außer „Digitales“) begeistert, sollen zukünftig Lehrende von Schulen eingeladen werden, die von den Interessen berichten. Wie Brigitte Schorn in ihrem vorherigen Vortrag berichtete, soll es eine fortlaufende Kultur für Kinder geben. So soll beispielsweise an einem Zirkusprojekt mit Zirkusgruppen angeknüpft werden und es nicht nur einmalige Projekte geben.

Heinz-Peter Knoop, Burscheider Bildhauer sowie 2. Vorsitzender des Kulturverein Burscheid, bemerkte, dass alles nichts bringe, wenn bis dahin alle Künstler „pleite“ gehen und äußerte seine Sorgen bezüglich des fehlenden Nachwuchses. „Kultur geht überall zurück“, sagte er und fragte, wer dann da sei, um die Kinder auszubilden? Künstler müssten sich außerdem in der Stadt ansiedeln und dort sichtbar werden.

Auch am Tisch „Herausforderungen“ von Renate Bergfelder-Weiss (Sprecherin der Stadtverwaltung Burscheid) spielten die Finanzen eine Rolle. Sponsoren sollten natürlich mit einbezogen werden. Georg Merten, freischaffender Künstler in Burscheid, bemerkte daraufhin, dass es die Möglichkeit geben müsse, Spendenquittungen ausstellen zu können. Bei der Abschlusspräsentation auf der Bühne stellte sich heraus, dass es neben Förderprogrammen einen erweiterten ÖPNV geben muss – gegebenenfalls durch Shuttle-Angebote. Wei-ter soll es zwischen den beiden Städten Partnerschaft geben und keinen Konkurrenzgedanken.

Hintergrund

Nach der Auftaktveranstaltung vor wenigen Wochen war dies der zweite Teil der „offenen Werkstatt“, um die interkommunale Kultur zwischen Wermelskirchen und Burscheid voranzutreiben. Am 7. Februar folgt der dritte Teil „Visionen“ in der Katt – wieder von 17 bis etwa 20.30 Uhr. Die Abschlussveranstaltung wird am 18. April um 17 Uhr im Megafon stattfinden. Organisatorin dieser Veranstaltungen ist Jasmin Dorner, Kulturmanagerin von Burscheid und Wermelskirchen.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt in Engelrath
Kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt in Engelrath
Kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt in Engelrath
Neuzugang im Stadtarchiv
Neuzugang im Stadtarchiv
Neuzugang im Stadtarchiv
„Romy Schneider ist kein Opfer, sie hat ein Schicksal“
„Romy Schneider ist kein Opfer, sie hat ein Schicksal“
„Romy Schneider ist kein Opfer, sie hat ein Schicksal“

Kommentare