Engagement

Tatkräftige Hände für ein sauberes Burscheid

Burscheid Ärgern sich über dreckiges Burscheid und packen an Hannelore Kaiser, Barbara Sarx und Nicole Abendroth (von links) Aufräumen Saubermachen
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Burscheid Ärgern sich über dreckiges Burscheid und packen an Hannelore Kaiser, Barbara Sarx und Nicole Abendroth (von links) Aufräumen Saubermachen
  • VonNadja Lehmann
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Hannelore Kaiser, Nicole Abendroth und Barbara Sarx-Jautelat werben für umweltbewusstes Spazierengehen.

Von Nadja Lehmann

Demonstrieren und Protestieren ist die Sache von Barbara Sarx-Jautelat nicht. Die Hände in den Schoß legen aber erst recht nicht. Als sie jüngst bei der Zeitungslektüre von der Debatte der Ortspolitiker über das verschmutzte Burscheid erfuhr, verschwendete die frühere Fotografin des Bergischen Volksboten die Zeit nicht mit Lamento oder Zorn, sondern wurde lieber zur Frau der Tat: Sie wandte sich an Hannelore Kaiser, die bereits im Oktober zur großen Säuberungsaktion aufgerufen hatte. Nun werben die beiden Burscheiderinnen gemeinsam mit Nicole Abendroth dafür, entschlossen die Zange und den Müllbeutel in die Hand zu nehmen und die Stadt sauber zu machen. Ganz individuell und ganz nach Gusto. Wie jeder kann und mag.

„Ich nenne es ein umweltbewusstes Spazierengehen“, beschreibt Barbara Sarx-Jautelat. Den ersten Anstoß bekam sie schon am Tag der „Expedition Heimat“, als Burscheid seine Rolle als Musikstadt ausspielte und zum Gastgeber eines ganz auf Töne und Klänge ausgerichteten Tags wurde, zu dem auch viele Auswärtige kamen. Wie Landrat Stephan Santelmann. Barbara Sarx-Jautelat ging zuvor durch die Stadt und stellte fest: „Da muss etwas geschehen. Man muss sich ja schämen.“ Sie schnappte sich eine Freundin und machte mir ihr gewissermaßen einen „Aufräum-Probelauf“: „Zu zweit kommt man sich nicht so blöd vor.“ Übrigens eine Taktik, die auch Hannelore Kaiser und Nicole Abendroth empfehlen: Die beiden Nachbarinnen gehen regelmäßig zusammen auf Säuberungstour. „Es macht mehr Spaß.“

Das größte Problem seien, sagen die drei übereinstimmend, die Zigaretten. Auch im Pflaster der frisch sanierten oberen und mittleren Hauptstraße verfangen sie sich. „Und einen Meter weiter steht der Mülleimer“, schüttelt Nicole Abendroth den Kopf. Übrigens: Nach dem Bußgeldkatalog des Landes NRW kostet das Zigaretten-Wegwerfen 100 Euro.

„Wer macht Burscheid dreckig? Es sind die Burscheider“, bringt es Sarx-Jautelat auf den Punkt, die sich nicht scheut, unterwegs für die Aktion zu werben. Die Reaktionen fallen ganz unterschiedlich aus. Von Gleichgültigkeit bis zu blöden Sprüchen. Aber auch bis hin zur Anerkennung: Wie von einer Kundin der Bäckerei Kretzer, die die davor mit der Kneifzange agierende Barbara Sarx-Jautelat spontan zu Kaffee und Kuchen einlud.

Vieles wird ins Gebüsch geworfen. Von Getränkedosen in Massen erzählen Abendroth, Kaiser und Sarx-Jautelat und von vollen Windeln. Warum das so ist? „Da gibt es viel Unbedachtes“, sagt Sarx-Jautelat, die nicht automatisch bösen Willen unterstellen möchte.

Volle Müllbeutel holt die Stadt nach Absprache ab

Stadt und Bergischer Abfallwirtschaftsverband (BAV) sind übrigens mit im Boot. Letztere stellen Handschuhe, Zangen und Müllbeutel zur Verfügung. Erstere holt die vollen Müllbeutel ab, die die „umweltbewussten Spaziergängerinnen“ an Container oder Mülleimer abstellen. „Das klappt sehr gut“, sagt Hannelore Kaiser. Mehr Mitstreiter wären schön, finden die drei. Wer mag, kann auch Containerpate werden. Informationen gibt es online beim BAV.

Und wer ebenfalls seine Stadt ein bisschen sauberer haben und anpacken möchte, kann mit Hannelore Kaiser Kontakt aufnehmen unter Tel. (0 21 74) 6 49 89 29.

bavweb.de

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