Taschenrechner: Bis heute unverzichtbar

Der gute alte Taschenrechner: Kopfrechnen und Rechenschieber beförderte er aufs Abstellgleis. Archivfoto: Hendrik Schmidt/dpa
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Der gute alte Taschenrechner: Kopfrechnen und Rechenschieber beförderte er aufs Abstellgleis. Archivfoto: Hendrik Schmidt/dpa

Entwicklung von US-Physiker Jack Kilby vor 55 Jahren: Ein Burscheider erinnert sich an einen 1300-Mark-Kauf

Von Ursula Hellmann

„Hab ich schon deine Handy-Nummer?“ Unzählige Male rund um den Globus ausgesprochen und in die Kontaktdaten integriert. Weltweit bekannt und benutzt, aber wer macht sich noch Gedanken darüber, wie die Geschichte der kleinen, quadratisch-praktischen Taschencomputer einmal angefangen hat?

Nur wenige wissen etwas über die technischen Vorfahren der Hosentaschenroboter. Zugegeben: Die Handys mit ihren Kommunikationsmöglichkeiten kamen erst nach vielen Jahren Forschungs- und Experimentierarbeit auf den Markt.

„Für das noch recht unhandliche Teil bezahlte ich seinerzeit 248 Deutsche Mark.“

Dr. Hartmut Schepanski, Burscheider CDU-Fraktionschef, über seinen ersten Taschenrechner

1958 experimentierte der US-Physiker Jack Kilby bereits mit integrierten Schaltkreisen. Was ihm im Jahr 1967 – eigentlich mehr zufällig – gelang, war eine verbesserte Ausführung seiner Erfindung in einem nur handtellergroßen Gehäuse unterzubringen. Schon diese übersichtliche Elektronik war in der Lage, mathematische Aufgaben zu lösen. Ein Prototyp mit stolzen 1,5 Kilogramm Gewicht ist heute in der Smithsonian Institution in Washington ausgestellt.

Die Ausstattung der Geräte mit immer mehr Funktionen nahm erst im Anfang der siebziger Jahre richtig Dampf auf. In den Universitäten der Welt verdrängte das neue Gerät bald die alten Hilfsmittel für technische Berechnungen.

Daran erinnert sich lebhaft auch der Burscheider Kommunalpolitiker Dr. Hartmut Schepanski: „Als ich 1974 mein Chemie-Studium begann, hatte ich zur Berechnung meiner physikalischen Daten nur eine Logarithmentafel mit ihren vagen Rechenergebnissen zur Verfügung. Kurz darauf nannte ich dann so einen neuartigen Taschenrechner mein Eigen. Sein einziger Speicher löste die mathematischen Aufgaben sehr viel präziser. Für das noch recht unhandliche Teil bezahlte ich seinerzeit 248 Deutsche Mark. Etwa ein Jahr später wechselte ich zu einem Folge-Modell. Es hatte mehr Speicher-Kapazität, kostete aber 1300 Deutsche Mark. Dafür war es schon auf Winkel- und Exponentialfunktionen programmiert. Welch ein Fortschritt!“

Ganz allmählich wurden die transportablen Taschenrechner von den vielseitigeren Mini-Telefongeräten mengenmäßig weit überholt.

Taschenrechner ermöglichten ungeahnte Entwicklungssprünge

Auf der technischen Basis von einst war es als erstes möglich, ein solches Fernsprech-Minigerät in Autos einzubauen. Auch dabei blieb es nicht. Bald ließen sich die handlichen Telefone extern am Stromnetz aufladen – und schon gingen sie mit ihren Nutzern auf Weltreise! Spricht nach dieser Flut von Handy-Arten und Handy-Nutzungsmöglichkeiten heute noch jemand von ihren technischen Vorfahren? Es sind mehr, als man denken sollte. Auch in höheren Schulen sind sie der einzige zugelassene Helfer dort, wo Handys und Smartphone außen vor bleiben müssen.

Taschenrechner rühmen sich zwar keines überzüchteten Elektronik-Potenzials. Sie sind aber eben seit ihrer Erfindung von vor über 50 Jahren nach wie vor als Instrument unverzichtbar.

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