Tradition

Tannenbaumfest in diesem Jahr ganz anders

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Am Stand der 10. Klasse der Johannes-Löh-Gesamtschule ist einiges los.

Die Werbegemeinschaft WfB hat sich in diesem Jahr eine besondere Aktion ausgedacht – Verkaufsstände wurden gut besucht.

Von Peter Klohs

Burscheid. Das vor dreizehn Jahren aus einem einzelnen Glühweinstand entstandene Burscheider Tannenbaumfest steht bei vielen Einwohnern der Stadt als feste Größe im Kalender. Die Coronaschutzverordnung des Landes NRW lässt in diesem Jahr ein Stattfinden des Festes nicht zu. Und damit nicht genug: Auch der für den 3. Advent vorgesehene verkaufsoffene Sonntag konnte nicht durchgeführt werden. Da die Burscheider Gärtnerei Höpken ihren Tannenbaumverkauf, der dem Fest seinen Namen gegeben hat, nicht innerhalb der Stadt durchführen konnte, wurden die Kunden auf das Gelände der Gärtnerei (Grünscheid 18) eingeladen. Die Wirtschafts- und Werbegemeinschaft „Wir für Burscheid“ e. V. (WfB) hat darüber hinaus nach Alternativen gesucht – und sie gefunden. Am Samstag wurde in der Burscheider Innenstadt Einiges geboten.

„Es sind noch mehr Kunden als sonst.“

Ute Hentschel, WfB-Sprecherin

Wie WfB-Pressesprecherin Ute Hentschel im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete, hatten viele Geschäfte in der Haupt- und der Montanusstraße ihre Öffnungszeiten ausgeweitet und bis 20 Uhr, manche auch bis 22 Uhr geöffnet. „Das lohnt sich“, weiß die Inhaberin der Buchhandlung Henschel. „Gestern war viel los bei uns. Nach 21 Uhr waren zwar nur vier Kunden in der Buchhandlung, aber die haben alle für dreistellige Beträge eingekauft. Wichtig ist aber auch, dass die Rückmeldung der Kundschaft außerordentlich positiv ist“, freut sie sich.

Genauso am Stand des Ökumenischen Hospiz Hausbetreuungsdienst Burscheid e. V.

Auch am Samstagmittag ist das Kundenaufkommen rege, trotz andauernden Nieselregens. Eine ansehnliche Warteschlange hat sich vor der Buchhandlung gebildet, die Menschen verhalten sich diszipliniert. Barack Obamas „Ein verheißenes Land“ geht besonders gut. Kundin Barbara Mannheim ist aus Leverkusen angereist und lässt sich am Packtisch der Buchhandlung drei gekaufte Bücher einpacken. „Ich sorge vor“, sagt sie, zwischen Euphorie und Resignation gefangen. „Wenn im Laufe der Woche der angekündigte Lockdown tatsächlich kommt, dann muss ich wegen der Weihnachtsgeschenke nicht mehr raus.“

Auch die Angestellten der Buchhandlung sehen das so. „Es sind noch mehr Kunden als sonst“, ist das kurze Statement. Ute Hentschel und ihre Mitarbeiter sind auf einen kurzfristig durchgeführten Lockdown vorbereitet. „Zwei Kolleginnen sind immer da“, sagt die Inhaberin, „und wenn – wie im ersten Lockdown – die Kunden ihre Ware nicht abholen dürfen, dann fahre ich den ganzen Tag die Bücher zu den Kunden.“

Direkt neben dem Buchladen steht ein Stand des Fördervereins der Johanniter-Kindertagesstätte „Auf der Schützeneich“, wo sechs Mitarbeiterinnen Weihnachtliches anbieten: Weihnachtskarten und -sterne, Stoffmasken, diverse Tischdekorationen, Seife, Filzbäume Drahtengel. Auch hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Die Mitarbeiterinnen sind mehr als zufrieden mit dem Zuspruch am Stand.

Ein paar Dutzend Schritte entfernt, in der Lindenpassage, warten Schüler der 10. Klassen der Johannes-Löh-Gesamtschule auf Kunden. Ihr Stand, dessen Erlös für den Abschlussball gedacht ist, ist gut frequentiert. Emily und Corinna Ueberall verkaufen selbst gemachte Liköre wie Lebkuchenlikör, Marmeladen, Honig, Nüsse, Weihnachtskarten, und viele weitere Kleinigkeiten. Die Schüler und unterstützenden Eltern wechseln sich im Stundenrhythmus ab. Die Kunden äußern sich, wie im gesamten Innenstadtbereich, sehr zufrieden über das Angebot.

Und wenn es dunkel wird in der Burscheider Innenstadt, so gegen 16.30 Uhr, wird vor dem Optik-Geschäft Anke Breidbach ein Feuerkorb stehen, der Licht verbreitet und an dem sich frierende Geschenke-Suchende aufwärmen können.

Weihnachts-Glücksbons

Die Aktivitäten in der Burscheider Innenstadt am vergangenen Samstag sollten ein kleiner Ersatz für das ausgefallene Tannenbaumfest und den abgesagten verkaufsoffenen Sonntag sein. In vielen Geschäften konnten die Kunden die doppelte Anzahl an Weihnachts-Glücksbons erhalten. Jeder Bon ist gleichzeitig ein Los. Als Hauptgewinn gibt es ein E-Bike. Trotz aller Widrigkeiten soll so der Vorweihnachtseinkauf in Burscheid ein schönes und gemeinschaftliches Erlebnis sein.

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