Jubiläum

Tagesstätte macht psychisch Kranke seit 25 Jahren stark

Feierten gemeinsam: die stellvertretende Bürgermeisterin Stella Ignatz, Susanne Schäfer-Lordt und Bernhard Schweyher (beide Alpha).
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Feierten gemeinsam: die stellvertretende Bürgermeisterin Stella Ignatz, Susanne Schäfer-Lordt und Bernhard Schweyher (beide Alpha).
  • VonNadja Lehmann
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Jubiläum bei Alpha Auf dem Schulberg: Gestern wurde gefeiert.

Burscheid. Es war in den Neunzigern, als der Landschaftsverband Rheinland und Verein Alpha e.V. den Blick verstärkt nach Burscheid, Wermelskirchen und Leichlingen richteten. In ihre „Versorgungsregion“, die eine Tagesstätte für psychisch kranke Menschen erhalten sollte. „Am besten in der Mitte“, erinnerte sich gestern Mittag Vorstand Bernhard Schweyher. Burscheid sollte es sein. Und wurde es auch: Am 1. Juli 1997 ging die Tagesstätte Alpha Auf dem Schulberg in Betrieb. 25 Jahre, die gestern mit Mitarbeitenden, Klienten und Klientinnen, Freunden und Interessierten gefeiert wurden – bei Bratwurst, Grillgemüse, Waffeln und bestem Wetter.

Er gehört zu den Mitarbeitern der ersten Stunde: Ergotherapeut Jürgen Röhrig.

Dabei war der Anfang gar nicht einfach, wie sich Schweyher in seiner Ansprache erinnerte. Denn als man Ende 1996 zusammensaß, reagierte die Stadt Burscheid zwar durchaus wohlwollend, ihre Bewohnerinnen und Bewohner aber skeptisch bis ängstlich. Psychisch Kranke sozusagen mitten in der Stadt? Kann das gut gehen? Es kann. Man fand das leerstehende Gebäude Auf dem Schulberg, das einst das Gesundheitsamt war; ein Investor mietete es an und baute es um. Schon Ende 1997 kam der Fahrdienst für die Auswärtigen hinzu. So können auch diejenigen, die Burscheid mit dem Öffentlichen Personennahverkehr nur schlecht ansteuern können oder sich ängstigen, die Tagesstätte erreichen. Sie versteht sich als geschützter Rahmen, in dem die Teilnehmer wieder zu Struktur und Zeitrhythmus finden können. Ob sie sich in der Nähwerkstatt beteiligen oder Holz sägen, ob sie malen oder kochen: Das entscheiden die Klienten selbst.

Seit 2018 hat Susanne Schäfer-Lordt die Leitung inne

Seit 2018 ist dort Susanne Schäfer-Lordt Leiterin – und hat mit Meriem Morawa und Jürgen Röhrig Mitarbeiter an ihrer Seite, die seit den Gründungstagen dabei sind. Für Jürgen Röhrig (seine Kollegin fehlte gestern) gab es denn auch einen Blumenstrauß und großen Dank. Die Tagesstätte sei in der Tat seine erste und einzige Stelle nach der Ausbildung, verriet der Ergotherapeut im Gespräch mit dem Bergischen Volksboten. „Die Arbeit mit den Klienten begeistert mich immer wieder aufs Neue.“ Röhrig, der seine Ausbildung als damals noch so genannter Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut in Leverkusen absolvierte, ist heute für die Holzwerkstatt und den PC-unterstützten Bereich zuständig. „Manche bleiben nur kurz, manche über einen langen Zeitraum“, sagt er über die Klienten. Und auch er selbst würde gern bleiben: „Ich habe noch ungefähr elf Jahre bis zur Rente. Man weiß zwar nie, was kommt, aber vorstellen kann ich mir das sehr gut.“

Vonseiten der Stadt war die stellvertretende Bürgermeisterin Stella Ignatz gekommen. „Es macht mich stolz, dass es in Burscheid eine so gut funktionierende Einrichtung gibt“, sagte sie in ihrem Grußwort. Sie sei wichtiger denn je: „Es gilt schneller, höher, weiter. Es wird immer schwieriger, diesem Druck standzuhalten. Die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt“, betonte Ignatz und wandte sich an das komplette Team um Susanne Schäfer-Lordt: „Sie helfen dabei, dass sich die Menschen hier auf ihre Fähigkeiten besinnen und Vertrauen in ihre Fähigkeiten entwickeln. Damit ermöglichen und erleichtern Sie die Teilhabe am Leben.“ Nach dem offiziellen Teil nutzten viele die Gelegenheit zum Rundgang durchs Haus. Und zum Einkaufsbummel. Denn wer schon einmal dort war, weiß: Aus den Werkstätten kommen die schönsten handgemachten Dinge - vom Halstuch bis zum Vogelhäuschen. Verein Alpha selbst feierte übrigens gerade das 50-jährige.

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