Glaube

Tage zum Nachdenken für viele Christen

Burscheid, Annerose Frickenschmidt ist Pfarrerin der evangelischen Gemeinde.
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Burscheid, Annerose Frickenschmidt ist Pfarrerin der evangelischen Gemeinde.

Zum Reformationstag und zu Allerheiligen gewinnt der Glaube häufig wieder an Bedeutung.

Von Claudia Radzwill

Reformationstag, Allerheiligen und Allerseelen sind feste Tage im Kirchenjahr. Während die Protestanten am 31. Oktober das Reformationsfest feiern, gehören der 1. und 2. November, Allerheiligen und Allerseelen, zu den katholische Festtagen.

Doch haben die Tage für die Menschen heute noch eine Bedeutung? Der Bergische Volksbote hat bei Vertretern der beiden großen Kirchengemeinden in Burscheid nachgefragt.

Pfarrerin Annerose Frickenschmidt von der Evangelischen Kirchengemeinde sagt: „Das Interesse an den Gottesdiensten zum Reformationstag ist nach wie vor da.“ Gerade dieser Gottesdienst erinnere an das evangelische Erbe, erinnere daran, was es bedeute, evangelisch zu sein. Das spreche die Menschen an. Ein Gottesdienst zum Abend habe darüber hinaus eine besondere Atmosphäre – auch das ziehe Besucher und Besucherinnen an.

Der Reformationstag geht zurück auf das Jahr 1517, in dem Martin Luther, Mönch und Theologieprofessor, am Abend vor Allerheiligen an die Türen der Schlosskirche in Wittenberg kritische 95 Thesen angeschlagen hat - zum Ablass und zur Buße, die die Katholische Kirche von den Gläubigen forderte. Luther forderte Reformen. Das führte zur Entstehung der Evangelischen Kirche. Das aus dem Lateinischen stammende Wort „Reformation“ bedeutet „Erneuerung“ oder „Umgestaltung“.

In der Predigt werde an diesem Tag stets die Reformation neu thematisiert, sagt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt. „Wir fragen: Wo sind wir? Wohin wollen wir?“, erklärt sie. Reformation, das stehe auch für einen stetigen Prozess. „Der gehört zum Bewusstsein der evangelischen Kirche dazu“, sagt die Pfarrerin.

In der Evangelischen Kirchengemeinde freut man sich über eine konstante Anzahl der Gottesdienstbesucher und -besucherinnen. Nicht nur zu den Reformationsfeiern - und trotz Corona. „In den letzten zwei Jahren haben wir uns vieles einfallen lassen, haben kreative Ideen umgesetzt, haben draußen gefeiert“, erklärt Pfarrerin Annerose Frickenschmidt dazu.

Allerheiligen und Allerseelen sind für die katholische Kirche im Kirchenjahr hohe Feiertage. „Sie sind auch in unseren Gemeindeleben wichtig“, sagt Kaplan Christian Figura. An Allerseelen, stets am 2. November, solle der Verstorbenen gedacht werden – verbunden mit der Gräbersegnung und dem Aufstellen von Grablichtern. Vielerorts, wie auch in der Katholischen Gemeinde in Burscheid, findet dieser Brauch allerdings schon am Tag zuvor, an Allerheiligen, statt. Das liegt daran, dass der 1. November in Nordrhein-Westfalen ein gesetzlicher Feiertag ist – ein arbeitsfreier Tag also. „Da hat man Zeit, an Gottesdienst, Prozession zum Friedhof und Gräbersegnung teilzunehmen“, sagt Kaplan Figura. „Eigentlich ist Allerheiligen der Tag, an dem aller heiligen Personen gedacht wird“, ergänzt er.

In puncto Resonanz spüren die Katholische Kirchengemeinden in Burscheid und auch Wermelskirchen, dass „die Zahl der Gottesdienstbesucher und -besucherinnen in den letzten Jahren zurückgegangen ist“, sagt der Seelsorger. Und immer noch sei die Corona-Pandemie da, die gerade bei älteren Menschen weiterhin Unsicherheit auslöse. Man könne nicht vorhersagen, wie viele Menschen in den Gottesdienst kommen. „Manchmal sind es viel mehr Menschen als erwartet“, sagt Kaplan Christian Figura - auch mit Blick auf Allerheiligen und Allerseelen.

Gedenktage, die vielen katholischen Christen besonders am Herzen liegen. In Grunewald, nahe Dabringhausen, habe er selbst in den vergangenen Jahren zu Allerheiligen sehr gut besuchte Gottesdienste und Prozessionen in der dortigen katholischen Kirche erlebt. „Es kamen sogar Auswärtige dazu.“

Energie

Der Kirchenvorstand St. Laurentius hat beschlossen, die Kirchenheizungen in beiden katholischen Burscheider Kirchen (Sankt Laurentius und Liebfrauen) auf 8 bis 10 Grad einstellen zu lassen. Eine zusätzliche Aufheizung zu den Gottesdiensten (wie früher üblich) wird nicht erfolgen. In Wermelskirchen und Grunewald wird die Heizung auf eine Frostschutzfunktion programmiert. Die Gründe sind der extreme Anstieg der Energiekosten und die Empfehlung des Erzbistums Köln.

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